Zypern: Moskau pokert

GiNN-BerlinKontor.—Zur Zypern-Politik Russlands und zum russisch-zypriotischen Pokerspiel gibt es widersprüchliche Meldungen. Der russische Finanzminister Anton SILUANOW erklärte laut Interfax nach Gesprächen mit Zyperns Finanzministers Michalis SARRIS in Moskau, es gebe “kein Interesse” an den Vorschlägen Nikosias — inklusive Investitionen an zypriotischen Gasvorkommen. Moskau hätte bisher auch keine Bank nennen können, die sich an zypriotischen Geldinstituten beteiligen könnte. Interfax: “Russland hat die Verhandlungen über neue Finanzhilfen für Zypern für gescheitert erklärt.”

Sarris war auch nach Moskau gereist, um zusätzliche Staatskredite zu verhandeln und die bereits anstehenden Schulden in Höhe von ca. € 2,5 Milliarden zu prolongieren, wurde gemeldet.

Der russische Ministerpräsident Dmitri MEDWEDEW sagte dagegen auf einer Pressekonferenz in Moskau: “Wir haben die Türen nicht geschlossen und nicht gesagt, wir wollten nichts behandeln.” Der Kreml wolle sich aber erst der Rettung anschließen, wenn sich die EU und Zypern geeinigt hätten, meldete die russische Nachrichtenagentur Rai/Novosti. Zyperns Finanzminister Sarris hatte in Moskau auch mit Medwedews Stellvertreter Igor SCHUWALOW verhandelt.

RAI/Novosti zitierte Medwedew zudem mit den Worten, Russland habe “in Zypern wirtschaftliche Interessen, und wir sind offen für die Erörterung von Möglichkeiten der Unterstützung dieses Staates – aber erst nach der Konzipierung eines endgültigen Schemas unter Teilnahme der EU-Staaten und Zypern selbst. Erst in diesem Fall kann sich Russland diesem Prozess anschließen.“

Medwedew habe auf der PK  auch daran erinnert, dass russische Unternehmen -”auch staatliche” – in Zypern Bankkonten unterhalten, deshalb mache man sich Sorgen, so Medwedew. (Quellen: interfax/rai-novosti)

Laut euronews gilt Zypern  als eines der wichtigsten Ziele für russisches Fluchtkapital. Geschätzt werden € 43 Milliarden wovon € 27 Milliarden “illegal eingeführt” sein sollen. Solche Informationen liegen auch der deutschen Regierung vor.  Euronews meldete zudem, Russland stehe für ein Drittel des Auslandsinvestitionen im EU-Staat Zypern. Als Re-Investition kämen  20 % aller Auslandsinvestitionen in Russland aus Zypern.

Hinweis: 2011 wurden südlich der Zypern-Insel  beträchtliche Erdgasfunde registriert.  Das Erdgasfeld unter dem Meeresboden soll  255 Milliarden Kubikmeter betragen. Mit der Förderung soll jedoch erst 2018 begonnen werden. Interesse an der Gasförderung haben bereits Israel, Frankreich, Italien und Südkorea angemeldet.  Vor wenigen Monaten vergab die Regierung in Nikosia  Kozessionen  an den italienischen Konzern ENI, an Kogas (Südkorea) und Total (Frankreich). (n.wikipedia)

Das HANDELSBLATT meldete: “Auf die zyprischen Gasvorkommen hat der russische Konzern Gazprom längst ein Auge geworfen.”

Wie es heißt, mehren sich die Stimmen zypriotischer Ökonomen, die für den Austritt aus der EURO-Währung plädieren und das Pfund wieder einführen wollen. Sie verweisen darauf, dass das zypriotische Pfund stets stabiler war als die griechischen Drachme.  The New  York Times (22.03.) unkte bereits:”Forget about a Grexit. What about  Cyprexit?”.

 

 

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