Zypern: Lettland “in the news”

GiNN-BerlinKontor.—Es kursieren Gerüchte, dass die zahlreichen russischen Anlieger in Zypern ihre Gelder  (angeblich rd. € 20 Mrd) bereits in Europa – unter anderem in Lettland – “deponiert” hätten. Die russische Nachrichtenagentur Rai-Novosti meldete unter Berufung auf Mixnews, die Europäische Zentralbank (EZB) habe Lettland, das der EURO-Zone beitreten will – ” gewarnt, aus Zypern flüchtende russische Gelder Zuflucht zu gewähren”. Lettlands Regierungschef Valdis DOMBROVSKI habe dies umgehend dementiert. Auch das lettische Finanzministerium habe diese Meldung  - so Leta – als “falsch” zurückgewiesen.

Laut Leta soll  Ģirts RUNGAINIS,  lettischer Investmentbanker und früher Präsident der  Deutsch-Lettischen Bank – heute Swedbank – die Vermutung geäußert haben, “lettische Banken könnten wegen der Zwangssteuer auf Zypern mit einem Kapitalzufluss rechnen”. Nun soll auch die Swedbank von der Zypern-Krise erfasst sein, was von Lettlands Bankenaufsicht energisch dementiert wurde. Die Swedbank gehört  ”in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten”, so der Schweizer Tagesanzeiger.

Swedbank AB ist ein schwedisches Kreditinstitut mit Zusammenarbeitsverträge auch auf dem Baltikum. in  den baltischen Ländern Lettland, Litauen und Estland firmiert die Bank unter dem Namen Hansabank.

Die Regierung Lettlands hatte am 4. März 2013 beschlossen, offiziell den Beitritt zur EURO–Zone zu beantragen. Ministerpräsident Regierungschef Valdis Dombrovskis, Finanzminister Andris Vilks und Notenbankchef Ilmars Rimsevics unterzeichneten die Bewerbung. Wie es heißt, soll Lettland ab Januar 2014 Mitglied den  EURO einführen.

Lettland hatte seine Währung  nach dem EU-Beitritt 2004 sofort  an den EURO gekoppelt. Nun heißt es “trotz der Krisen” im EU-Raum , wolle Lettland “helfen , das Überleben der EURO-Zone zu sichern”.

Schon Ende 2011 hatte die EZB vor “zunehmenden Ansteckungszeichen bei grossen EU-Ländern und vor Bankenzusammenbrüchen “grösseren Ausmasses” gewarnt. Die Krise  - “quer durch den Bankensektor” –  könne  ”systemische Ausmasse erreichen , wie sie seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers nicht mehr beobachtet wurden.”  Die Wahrscheinlichkeit, dass große Bankenkonzerne konkurs anmelden müssten, sei im massiv gestiegen, so die EZB vor 15 Monaten.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) hatte unter Hinweis auf die extrem niedrigen Unternehmenssteuern und einer “laschen” Finanzaufsicht, was viel Kapital angezogen habe, erklärt: “Zypern hat aus Russland relativ hohes Maß an Investitionen. Und gleichzeitig ist in der russischen Investitionsbilanz Zypern der zweitgrößte Auslandsinvestor. Da ist allen Beteiligten klar, dass wir diese Fragen intensiv klären müssen.”

Zypern wurde immer wieder verdächtigt, “Geldwäsche” zugelassen zu habe. Deshalb forderten die EURO-Gruppe, die EZB und der IWF nachdrücklich “volle Finanztransparenz” und Kooperation in Steuerfragen und bei der Verschlankung des zypriotischen Bankensystems.

Die EU-Finanzminister hatten am 25.03. einem Rettungsplan für Zypern zugestimmt und so den Staatsbankrott zunabächst gewendet. Nach dem “bailout”-Plan, der Kredithilfen von € 10 Milliarden ($ 13 Mrd) vorsieht, sollen Bankeinlagen von über € 100 000 mit Zwangsabgaben von bis zu 40 % belegt werden.

Aus Nikosia wird gemeldet, der Chef der Bank of Cyprus, Andreas ARTEMIS, sei wegen “Differenten mit der Central Bank of Cyprus”   zurückgetreten. (Quellen: rai-novosti/leta/mixnews/EZB/BMF)

 

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