Zweifel an Guttenbergs charakterlichen Fähigkeiten

GiNN-BerlinKontor.–-Die ehemalige Alma Mater des Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG – die Universität Bayreuth – fährt schwere Geschütze auf gegen ihren ehemaligen Doktoranden und Werbeträger. Wie Guttenberg mit der Affäre umgegangen sei – so der Bayreuther Juraprofessor Oliver LEPSIUS, “lässt bei mir als Staatsbürger erhebliche Zweifel an seinen charakterlichen Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung seiner Handlungen erkennen”, so der Ordinarius der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität  Bayreuth über zu Guttenberg.  Das “politische Berlin” – so dozierte der Jus-Wissenschafler Lepsius apodiktisch im BR-TV – müsse sich  “schon die Frage stellen, ob jemand das Amt eines Bundesministers ausüben kann, der X tut, aber in Abrede stellt, dass er X getan hat. Wer solch eine Selbsteinlassung vornimmt, von dem muss man fragen: wenn in diesem Fall er nicht wusste, was er tut, weiß er es denn in anderen Fällen!?”

Professor Dr. jur. Oliver LEPSIUS, LL.M. (Magister Legum), Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre an der Universität Bayreuth,  erklärte noch  v o r  Beendigung der Uni-Untersuchungskommission  seiner Universität – man habe Guttenberg den akademischen Grad “Dr.jur.” aberkannt, weil dessen Dissertation ein “planmäßig angefertigtes Plagiat” gewesen sei.

Im Bayerischen Fernsehen – zu sehen und zu hören auch auf YOU TUBE - sagte Professor Dr. jur. Oliver LEPSIUS: “Für mich steht außer Frage, dass Herr zu Guttenberg ein Betrüger ist. Wir sind einem Betrüger aufgesessen.”   Niemand hätte sich vorstellen können, mit welcher “Dreistigkeit hier ein Plagiat eingerecht wurde”, so Lepsius.  Guttenberg habe “eine Collage von Plagiaten angefertigt – über hunderte von Seiten und er glaubt, er hat es nicht getan.”

Zur öffentlichen Entschuldigung Guttenbergs, er habe  “nicht absichtlich”  ein Plagiat angefertigt, sagte der Staatsrechtler: “Wie kann jemand etwas tun, und nicht wissen was er tut?” Bei Guttenberg habe es sich nicht um einen Studenten im zweiten Semester gehandelt. Er habe die Arbeit am Ende eines langjährigen Promotionsverhältnisses abgegeben.

Guttenbergs Doktorvater, der inzwischen emiritierte, international hoch angesehene Professor   Prof. Dr. jur. Peter HÄFERLE, der von 2002 bis 2007  Guttenbergs Dissertation  “Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU”  von Anfang an “bereute”,  war verantwortlich dafür, dass  die Guttenberg-Arbeit bereits  2006 durch die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität  Bayreuth angenommen wurde und Anfang 2007 mit der Bestnote „summa cum laude“  (exzellent, hervorrrand) bewertet wurde.  Auch die mündliche Prüfung hatte candidus Guttenberg mit der Höchstbewertung  1 + absolviert.

Die Universität Bayreuth muss noch erklären, wieso es zu einer so eklatanten “Fehlbeurteilung” durch mehrere zuständige Hochschullehrer und Mitglieder der  Prüfungskommission kommen konnte. Lepsius sagte dazu: “Wie kann man so etwas bewerten? Jemand schreibt 400 Seiten und das ist eine Collage – das ist von Anfang an als Collage geplant”, weiß der Professor der Rechte aus Bayreuth.  Es sei ihm  “völlig schleierhaft”, wie Guttenberg  “diesen Vorgang” bestreiten  könne”, fällt Herrn Lepsius fast vier Jahre nach der Dr.-Prüfung ein und empfiehlt dem heutigen  Bundesverteidigungsminister indirekt einen Psychater: “Mich würde – darf ich ehrlich sein – die Einschätzung eines Psychologen interessieren, was ein Pyschologe zu einem solchen Fall von Wirklichkeitsverdrängung meint.”

Oliver Lepsius – Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Bonn und München sowie an der University of Chicago (LL.M. 1993), Promotion und Habilitation an der Juristischen Fakultät der Universität München, Venia Legendi  (Lehrbefugnis) für die Fächer Öffentliches Recht, ausländisches Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, 2001 Professor für Öffentliches Recht an der Universität Heidelberg,  und seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre an der Universität Bayreuth – erinnerte im Bayerischen Fernsehen daran,   dass es sich bei Guttenberg nicht um einen Studenten im zweiten Semester gehandelt habe. Er habe vielmehr die Arbeit am Ende eines langjährigen Promotionsverhältnisses vorgelegt – also unter Beobachtung mehrerer Begutachter.

Für den Bayreuther Hochschullehrer war die Guttenberg-Affäre “zunächst einmal ein Schock – nicht nur für uns in Bayreuth, sondern – ich denke-  für die scientific community insgesamt.”  Es sei ein “Ausmaß an Dreistigkeit, das wir noch nicht erlebt haben”, sagte Professor Lepsius. Er glaube aber, dass  “die Wissenschaft aus dieser Situation gestärkt hervorgehen wird”. Die Uni Bayreuth wohl kaum.

In einem Anflug von Selbstkritik sprach der in München residierende Ordinarius von  “Plagiaten, die künftig aufgedeckt werden”. Lepsius: “Wir wünschten, wir hätten sie früher aufdecken können, aber sie werden aufgedeckt.   Der Professor versprach für die Zukunft: “Solche Leute habenkeine Chance.”  Quod erat demonstrandum.

Die Uni Bayreuth habe “schnell und solide” gehandelt, behauptet Lepsius. Insofern könne man sagen: “Die Welt ist wieder in Ordnung. Wo Menschen handeln, passieren Fehler. Wichtig ist, diese Fehler  r e c h t z e i t i g  zu erkennen und zu sanktionieren. Beides – denke ich – ist geschehen, wenngleich man sich natürlich das alles ganz anders gewünscht hätte.”

“Als Staatsbürger” – unterstrich der Jura-Professor und “Doktorvater” für künftige Juristen -  wünsche er sich  “Minister, die wissen, was sie tun und ein Verantwortungsgefühl für ihre eigenen Handlungen haben.” Die Art und Weise, wie Bundesminster Guttenberg jedoch “mit der causa umgegangen sei, hinterlasse bei Prof. Lepsius “als Staatsbürger erhebliche Zweifel an Guttenbergs charakterlichen Fähigkeiten”, so das professorale Schlusswort. (Quelle: YOU Tube)

3 Gedanken zu “Zweifel an Guttenbergs charakterlichen Fähigkeiten

  1. Ich zweifle auf keinen fall an den Charakter von Herrn von Guttenberg.
    Ich zweifle eher an denen, die die Doktorarbeit geprüft haben und mit der Bestnote ,,summa cum laude” bewerteten. Auch diejenigen die heut Herrn von Guttenberg als Lügner und Schwindler hinstellen

  2. Pingback: Zu Guttenberg: Zweifel und Widersprüche an der Uni Bayreuth – Suite101.de | Chatten Bayreuth

  3. Oh diese Scheinheiligen……
    Wenn Bauingenieure so schlampig arbeiten, stürzen Brücken ein. Bei einem schlampigen ( oder faul ? ) Professor passiert nichts, er erimitiert ( denn die angeblichen Eliten gehen na nicht primitiv in Pension) und der Fall ist erledigt. Wenn Herr zu Guttenberg ein Täter ist, dann ist Herr Häferle Mittäter oder Gehilfe. Warum zeigt den keiner an ? Es ginge übrigens gar nicht, denn ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz ist ein absolutes Antragsdelikt mit einer Höchstsstrafe von einem Jahr , d.h. nur ein tatsächlich Geschädigter könnte eine Anzeige erstatten. Deshalb sind diese Berichte über schon mehr als 100 Strafanzeigen ein ausgemachter Schmarrn. Auch erzählt Herr Lepsius (vorsätzlich oder fahrlässig ?) Unsinn, wen er von einem Betrüger spricht.Vielleicht sollte er wieder einmal in § 263 StGB nachlesen, denn, wie er sicher weiß, erleichtert ein Blick ins Gesetz die Wahrheitsfindung ungemein. Ist die UNI Bayreuth eine Plagiatschmiede ?

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