Zweifel an der US-Kreditwürdigkeit

GiNN-BerlinKontor.— Nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) am  18.04. den Ausblick für die langfristigen US-Schuldpapiere von stabil auf negativ gesenkt hat, wurden weltweit Zweifel an der Kreditwürdigkeit (“Bonität”) der USA laut.  Auch der Internationale Währungsfonds  (IWF) hatte einen Bericht vorgelegt, in dem es unter anderem hiess:  Die meisten Industrienationen haben ihre Defizite verringert, die USA noch nicht.  Zum drohenden Entzug der Bonitätsnote AAA versicherte  US-Präsident Barack H.OBAMA, die Bonität der USA sei gewährleistet.  Es gebe über alle Parteigrenzen im US-Kongress hinweg eine Einigung zur Sanierung des Haushalts und dem Abbau der Schulden.  Auch US-Finanzminister Timothy GEITHNER sekundierte: “Diese Gefaht besteht nicht”.

Bisher war eine USA-Staatspleite nicht vorstellbar. Die größte Volkswirtschaft der Welt  – manche sagen sagen bereits: nach China -  wehrt sich vehement “Der negative Ausblick unterschätzt die Fähigkeit der amerikanischen Staatsführung.”  Man könne sehr wohl mit  schwierigen finanzpolitischen Herausforderungen umgehen.

US-Präsident Barack OBAMA will in 12 Jahren  US-$ 4 Billionen  einsparen – und vor allem Steuervorteile für Reiche streichen. Die Republikaner drängen auf ein Sparziel von US-$ 4,4 Billionen  in 10 Jahren. Anstelle von  Steuererhöhungen wollen sie Sozialleistungen radikal reduzieren.

Positive Zeichen meldet nun auch wieder der US-Immobilienmarkt. Hier wurde im März/April 2011 wieder über  590.000 Baugenehmigungen erteilt.

Der größte Gläubiger Amerikas – die Volksrepublik China – erwartet von Washongtion D.C. nun “eine verantwortungsvolle Politik und entsprechende  Maßnahmen”.  China besitzt mit US-$ 3 Billionen  (rund € 2,1 Milliarden) die größten Währungsreserven der Welt. Etwa zwei Drittel davon sollen in US-Dollar angelegt  sein. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) forderte konkrete  Aktionen zur Sanierung der US-Finanzen.

Das Düsseldorfer HANDELSBLATT  (19.94.) zitierte den Chef des weltgrößten Anleihe-Investors “Pimco” -  Mohamed El-Erian : “Diese neue Warnung, diesmal von S&P, unterstreicht die Notwendigkeit für die USA, ihr finanzpolitisches Schicksal stärker in die Hand zu nehmen, wenn sie höhere Kosten für die Kreditaufnahme vermeiden und ihre zentrale Rolle als Herzstück der Weltwirtschaft behalten wollen.”

Zur Standard & Poor’s Corporation (S&P): Die Rating-Agentur gehört zu The Mc Graw-Hill Companies Inc. , die sich auf statistische Dienste und Ratings spezialisiert hat und zu deren Evaluierungspotential mehr als 10.000 Emittenten gehören. Das  “Short-Teim-Rating” konzentriert sich auf die Bewertung von Schuldtiteln, deren Laufzeiten unter einem Jahr liegen, während das “Long-Term-Rating” Bonds mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr beurteilt.

Im Unterschied zum Moody’s Investors Service (Moody’s) kürzt S&P die Qualitätsstufen der Ratings mit Großbuchstaben ab. Sie reichen von Spitzenanleihen (Klasse AAA) bis zu Anleihen von Emittenten, die in Zahlungsverzug geraten sind (Klasse D) . Unter der Bezeichnung «S&P 500 Information Bulletin» wird ein monatlicher Bericht erstellt, in dem alle die Wertpapierindizes berührenden statistischen Daten und Veränderungen bei den Indexkomponenten publiziert werden. (Quelle: Wirtschaftslexikon  24net)

Die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND erinnert daran, dass Deutschland seit Jahrzehnten den Status eines sicheren Hafens genießt und meint: “Die großen Fonds müssen überlegen, wo sie ihr Geld anlegen”, sagte Joachim SCHEIDE, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). “Wenn es zunehmend unsicher wird, sein Geld in den USA anzulegen, dann sucht man sich Alternativen – und da gehört Deutschland zu den ersten Kandidaten.”

Je größer die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen ist, desto weniger Zinsen muss die Bundesrepublik an Investoren zahlen, so die FTD. Nach der Drohung der Ratingagentur Standard & Poor’s, den USA die Bestnote “AAA” für ihre Staatsanleihen zu entziehen, habe es einen Run auf deutsche Bonds gegeben. “Die Zinsen für zehnjährige deutsche Rentenpapiere fielen bis auf 3,232 %, nachdem sie zu Handelsbeginn noch nahe 3,4 % gelegen hatten.”

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>