Zur Lage in Ägypten

GiNN-BerlinKontor.—Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Ägypten – insbesondere nach Kairo – in die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor, Assuan, Nilkreuzfahrten) und in das Nildelta. Auch von Reisen in den Nord-Sinai und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet. Für die Touristengebiete am Roten Meer auf der Festlandseite Ägyptens und auf dem Sinai im Küstenstreifen zwischen Sharm-El-Sheikh und Nuweiba gelte dies Reiswarnung jedoch nicht, so das AA..

Vor dem Hintergrund der seit Ende Juni 2013 im ganzen Land stattfindenden Großdemonstrationen haben die ägyptischen Sicherheitskräfte am 14. August so genannte Protestlager geräumt. Dabei kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit zahlreichen Toten und Verletzten. Für Kairo stehe zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert. Es sei weiterhin mit Demonstrationen und Einsätzen der Sicherheitskräfte zu rechnen, die auch einen gewalttätigen Verlauf nehmen könnten. Die Lage bleibe sehr unübersichtlich.

Das AA weiter: “Es wird nachdrücklich empfohlen, wegen dieser Großdemonstrationen besondere Vorsicht walten zu lassen und den jeweiligen Einzugsbereich der Demonstrationen (für Kairo insbesondere die Innenstadt, das Gebiet um die Kairo Universität, Heliopolis und Nasr City) weiträumig zu meiden. In den Nachmittags- und Abendstunden sollten Fahrten in den größeren Städten soweit wie möglich vermieden werden.”

Die amtierende Regierung hatte am 14. August landesweit den Ausnahmezustand verhängt. Dies bedeutet teilweise auch eine nächtliche Ausgangssperre, vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten, im Nildelta sowie auf dem Sinai (genau: Gouverorate Kairo, Giza, Alexandria, Suez, Ismailia, Assiut, Sohag, Beni Suef, Minya, Beheira, Süd-Sinai, Nord-Sinai). Die Ausgangssperre gilt bislang nicht in den Touristengebieten auf der Festlandseite Ägyptens am Roten Meer (u.a. Hurghada, Marsa Alam).

Reisenden wird dringend empfohlen, sich wegen der Einzelheiten informiert zu halten. Menschenansammlungen und Demonstrationen sind unbedingt weiträumig zu meiden. Die Medienberichterstattung ist aufmerksam und regelmäßig zu verfolgen. Reisenden wird geraten, den Hinweisen der Hotels und Reiseveranstalter sowie den Anordnungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten. Der Transit über den Internationalen Flughafen Kairo ist möglich; der Flughafen funktioniert normal und ist “gut gesichert”. Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes werden ständig aktualisiert.

Der deutsche Außenminister Guido WESTERWELLE (FDP) erklärte in Berlin: “Wir sind extrem besorgt über die Nachrichten aus Kairo von der gewaltsamen Räumung von Protestlagern. Wir haben noch kein abschließendes Lagebild. Dennoch ist diese Eskalation der Gewalt in der ohnehin aufgeheizten politischen Situation in Ägypten sehr gefährlich. Wir appellieren an alle politischen Kräfte in Ägypten, umgehend zurückzukehren zum Dialog und zu Verhandlungen und eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern. Ein weiteres Blutvergießen muss verhindert werden. Wir fordern alle Seiten auf, umgehend zu einem politischen Prozess zurückzukehren, der alle politischen Kräfte einschließt. Wir erwarten von der Übergangsregierung und den ägyptischen Behörden, dass sie friedliche Proteste zulassen und alles tun, um auf eine Beruhigung der Lage hinzuwirken. Wir werden die sich entwickelnde Lage weiter engstens verfolgen und uns mit unseren internationalen Partnern abstimmen.” (Quelle: AA)

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