Zum “Kriegsbericht Afghanistan”

GiNN-BerlinKontor.—Im Fadenkreuz der US-Nachrichtendienste und der US-Streitkräfte: das Haqqani-Netzwerk. Seit Anfang 2010 soll die afghanische Regierung Geheimgespräche mit den Führern dieser Insurgentengruppe führen, die eng mit den Taliban und dem Al-Qaida-Netzwerk verbunden ist.  Diese schwer bewaffnete Rebellentruppe gilt als besonders fanatisch und brutal. Sie operiert vornehmlich von Pakistan aus und im Osten Afghanistans. Die Stadt Miram Shah in Nord-Pakistan soll das  “Hauptquartier” dieser Terror-Truppe sein.  Von hier aus werden angeblich auch Bewaffung und Lieferung von Waffen organisiert und fiananziert. Haqqani gilt als Hauptgegner der US-Streitkräfte in Afghanistan.

Kommandiert wird das Netzwerk von Maulvi Jalaluddin Haqqani und seinem Sohn Sirajuddin Haqqani. Im Juli 2010 veröffentlichte WikiLeaks geheime Dokumente, nach denen Siraj  auf der Fahndungsliste der Internationalen Schutztruppe in Afganistan -  International Security Assistance Forces (ISAF) – mit dem Zusatz “Kill or Capture” geführt wird.

US-Generalmajor John F. CAMPBELL, Befehlshaber des NATO-Kommandos Ost-Afganistan – beschrieb gegenüber einer Gruppe von Kriegsberichterstattern  die “Besonderheiten”  der Kämpfe im Osten Afghanistans mit Haqqani. “Die Kämpfe hier” – so der General – “sind zwar nicht härter als im Süden oder Südwesten, aber das Terrain ist weitaus schwieriger.” In diesem schwierigen Gelände sei die kämpfende Truppe wegen der hohen Berge und den tiefen Tälern auf Helikopter angewiesen (“helicopters are a must for mobility”).  Auch die schlechen Wetterbedingungen würden Aufklärungsflüge der Luftwaffe oft behindern und der Einsatz unbemannter “Dronen” sei  schwierig, da auch sie nicht die äußerst engen Täler “einsehen” könnten.

Die hier eingesetzten Truppen kämpften gegen die Taliban, aber auch gegen das Haqqani-Netzwerk, Al-Qaida und Lashkar-e-Taiba, eine indisch-islamistische Terrororganisation, die schwere Terroranschläge in Indien ausgeführte, berichtete General Campball, dessen Schilderungen gegenüber Reportern vom Pentagon in Washington D.C. veröffentlicht wurden.

“Immer, wenn der Feind hier in Massen angreift, stirbt er”, so Campbell . Sie tarnten sich aber auch als “Todeskommandos” mit afghanischen Polizei- und Militäruniformen, um sich in der Nähe von Truppen der Allianz in die Luft zu sprengen. Der General, der mal in Wiesbaden ein US-Regiment befehligte,  lobte jedoch ausdrücklich die “exzellente” Zusammenarbeit der Anti-Terror-Kräfte in seinem Kommandobereich.

Zu den Zivilopfern durch Kampfeinsätze sagte General Campbell, 90 % der getöteten und verletzten Zivilpesonen gingen  “auf das Konto des Feindes”. Immer wieder würden Zivilisten als Schutzschilder misbraucht.

General Campbell lobte ausdrücklich die gute Zusammearbeit mit den pakistanischen Streitkräften. Gegenwärtig seien 140 000 Pakistanis an der Grenze zu Afghanistan stationiert mit über 200 Beobachtngsposten. 2009 seien nur 30 000 Pakistanis hier eingesetzt gewesen. Dennoch bleibe die Grenze “porös”.  Es bleibe schwierig, das tägliche Hin und Her der Terreroristen zu verhindern.

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