Zahlungsbilanz des EURO-Währungsgebiets

GiNN-BerlinKontor.–-Die Europäische Zentralbank (EZB) teilt mit: “Im September 2011 war die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets ausgeglichen. In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen Nettokapitalzuflüsse in Höhe von 14 Mrd € (nicht saisonbereinigt) zu verzeichnen.

Die saisonbereinigte Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets war im September 2011 ausgeglichen. Dahinter standen Überschüsse bei den Dienstleistungen (5,0 Mrd €), im Warenhandel (1,9 Mrd €) und bei den Erwerbs- und Vermögenseinkommen (0,9 Mrd €), die durch ein Defizit bei laufenden Übertragungen (7,3 Mrd €) weitgehend aufgewogen wurden. Bei der über zwölf Monate kumulierten saisonbereinigten Leistungsbilanz wurde im September 2011 ein Fehlbetrag in Höhe von 56,5 Mrd € (rund 0,6 % des Euroraumweiten BIP) verzeichnet, verglichen mit einem Passivsaldo von 26,2 Mrd € im entsprechenden Vorjahrszeitraum. Diese Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits ergab sich hauptsächlich aus einem Umschwung beim Warenhandel von einem Überschuss (22,1 Mrd €) zu einem Defizit (9,7 Mrd €).

In der Kapitalbilanz  kam es im September 2011 bei den Direktinvestitionen und  Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo zu einem Mittelzufluss in Höhe von 14 Mrd €. Ursächlich hierfür waren Nettokapitalimporte bei den Wertpapieranlagen (21 Mrd €), die teilweise durch Nettokapitalexporte bei den Direktinvestitionen (7 Mrd €) aufgewogen wurden.

Die Nettokapitalabflüsse bei den Direktinvestitionen ergaben sich hauptsächlich aus Nettokapitalabflüssen bei den sonstigen Anlagen (v. a. Kredite zwischen verbundenen Unternehmen) in Höhe von 7 Mrd €.

Die Wertpapieranlagen wiesen bei den Schuldverschreibungen und Aktien und Investmentzertifikaten Nettokapitalzuflüsse in Höhe von 15 Mrd € bzw. 6 Mrd € auf. Diese Nettozuflüsse waren vor allem dem Nettoverkauf von im Ausland begebenen Aktien und Investmentzertifikaten durch Gebietsansässige (12 Mrd €) und dem Nettoerwerb von Schuldverschreibungen des Euroraums durch Gebietsfremde (15 Mrd €) geschuldet.

Der Saldo der Finanzderivate wies Nettokapitalzuflüsse im Umfang von 2 Mrd € auf. Im übrigen Kapitalverkehr kam es zu Nettokapitalabflüssen in Höhe von 14 Mrd €, hinter denen sich Mittelabflüsse bei den MFIs (ohne Eurosystem) von per saldo 26 Mrd € und bei den übrigen Sektoren (per saldo 17 Mrd €) verbargen, die zum Teil durch Nettokapitalimporte durch das Eurosystem (12 Mrd €) und den Staat (17 Mrd €) ausgeglichen wurden.

Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven verringerte sich im September 2011 hauptsächlich aufgrund von Bewertungseffekten von 656 Mrd € auf 647 Mrd €; dabei schlugen transaktionsbedingte Veränderungen per saldo mit 2 Mrd € zu Buche.

Im Zwölfmonatszeitraum bis September 2011 wurden bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen per saldo kumulierte Mittelzuflüsse von 369 Mrd € verzeichnet, verglichen mit Nettozuflüssen von 31 Mrd € im vorangegangenen Zwölfmonatszeitraum.

Dieser Anstieg ergab sich aus höheren Nettokapitalzuflüssen bei den Wertpapieranlagen (335 Mrd € nach 158 Mrd €) und einem Umschwung bei den Direktinvestitionen (von Nettoabflüssen in Höhe von 127 Mrd € zu Nettozuflüssen in Höhe von 34 Mrd €). Die Zunahme der Nettokapitalzuflüsse bei den Wertpapieranlagen war in erster Linie den per saldo höheren Mittelzuflüssen bei den Anleihen (216 Mrd € nach 14 Mrd €) zuzuschreiben.

Der Umschwung bei den Direktinvestitionen war vor allem auf niedrigere Nettokapitalabflüsse bei den sonstigen Anlagen (v. a. Kredite zwischen verbundenen Unternehmen) zurückzuführen (9 Mrd € nach 210 Mrd €). (Quelle: Deutsche Bundesbank)

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