Yellen führt US-Notenbank

GiNN-BerlinKontor.—Die US-amerikanische Notenbank wird künftig von Janet YELLEN geführt. Sie ist die erste Frau an der Spitze der Federal Reserve (Fed)..Wir dokumentieren dazu einen Text von Merle D. Kellerhals. vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, wie vom Amerika-Dienst (AD) übermittelt:

“Die Ökonomin Janet Yellen, deren Nominierung am 6. Januar vom US-Senat bestätigt wurde, ist die erste Frau an der Spitze der Federal Reserve. Sie ist der Auffassung, der Wohlstand der Vereinigten Staaten hinge von der Produktivität  und dem Unternehmergeist der Amerikanerinnen und Amerikaner ab.

Bei ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats im November sagte Yellen den Senatoren, dass die entscheidende Rolle der Federal Reserve darin bestehe, die Voraussetzungen für maximale Beschäftigung, eine niedrige und stabile Inflationsrate und ein sicheres und solides Finanzsystem zu schaffen.

Sie räumte ein, dass die letzten sechs Jahre für die Nation und für viele Amerikaner eine Herausforderung waren und merkte an, dass die Vereinigten Staaten die schlimmste Finanzkrise und tiefste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts erlebt hätten.

„Heute ist die Wirtschaft viel stärker und die Lage bessert sich weiter. Der Privatsektor hat seit dem Rekordtief nach der Krise 2010 7,8 Millionen Arbeitsplätze geschaffen,“ erklärte Yellen bei der Anhörung.

„Der Immobiliensektor, der im Mittelpunkt der Krise stand, scheint über den Berg zu sein – im Baugewerbe und bei den Immobilienpreisen und -verkäufen gibt es einen deutlichen Aufschwung. Die Autoindustrie hat sich beeindruckend erholt; die inländische Produktion und die Absätze sind fast wieder auf Vorkrisenniveau“, sagte sie.

Yellen bezeichnete die Arbeitslosigkeit als zwar rückläufig, jedoch noch zu hoch, was einen Arbeitsmarkt und eine Volkswirtschaft widerspiegele, die ihr Potenzial bei Weitem nicht ausschöpfen. Die Inflation liegt mit zwei Prozent unter dem Ziel der Federal Reserve, und man geht davon aus, dass dies auch noch einige Zeit so bleibt. Das US-Arbeitsministerium berichtete, dass die Arbeitslosenquote von ihrem Höchststand bei zehn Prozent im Oktober 2009 auf sieben Prozent im Dezember gesunken ist.

Yellen unterstützt nachdrücklich das Vorhaben der Notenbank, die kurzfristigen Zinssätze bei fast null zu halten, so lange die Arbeitslosenrate über 6,5 Prozent beträgt. Sie unterstützt außerdem das Inflationsziel von zwei Prozent, das die Fed sich 2013 gesetzt hat, da ein gewisses Maß an Inflation ihres Erachtens gut für eine wachsende Volkswirtschaft sei.

„Aus diesen Gründen setzt die Federal Reserve ihre geldpolitischen Instrumente ein, um eine robustere Erholung zu fördern“, sagte Yellen bei der Anhörung. „Eine solide Erholung wird die Fed in die Lage versetzen, ihre stützende Geldpolitik und den Rückgriff auf unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen wie beispielsweise den Ankauf von Vermögenswerten zurückzufahren.“

Im Dezember hatte Ben Bernanke, der das Amt des US-Notenbankchefs in den letzten acht Jahren innehatte, angekündigt, dass die Federal Reserve damit beginnen wird, ihre Ankäufe von US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Papieren schrittweise von 85 Milliarden US-Dollar monatlich auf ein monatliches Volumen von circa 75 Milliarden US-Dollar zu reduzieren. Die Fed hatte sich für diese eher unorthodoxe geldpolitische Maßnahme entschieden, um einen Beitrag zur Ankurbelung der amerikanischen Wirtschaft zu leisten und die Arbeitslosigkeit sowie den Druck auf das Finanzsystem zu verringern.

Yellen sagte hierzu, sie unterstütze diese Maßnahmen, da sie von herausragender Bedeutung für die wirtschaftliche Erholung seien.

Vor dem Bankenausschuss sagte sie: „Ich bin überzeugt, dass der beste Weg hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik darin besteht, jetzt den Aufschwung zu stützen.“

Yellen fügte hinzu, die Rezession habe erhebliche Schwächen im amerikanischen Finanzsystem offenbart.  Sie wies  auf die Fortschritte hin, die die Finanzinstitute, die Fed und andere Regulierungsbehörden bei der Korrektur dieser Schwächen erzielen konnten.

„Die Banken sind heute besser aufgestellt, Regulierungslücken werden geschlossen und das Finanzsystem ist stabiler und widerstandsfähiger“, so Yellen. „Sicherheit für die Vereinigten Staaten im globalen Finanzsystem erfordert hier und im Ausland  höhere Standards, und deshalb haben die Fed und andere amerikanische Regulierungsbehörden mit ihren Partnern weltweit zusammengearbeitet, um bessere Eigenkapitalanforderungen und andere Reformen auf internationaler Ebene zu erwirken.“

Die G20, eine Gruppe von Industrie- und Schwellenländern, hat diese internationalen Reformen angestoßen, die entscheidend für den weltweiten Aufschwung und die Stabilisierung des globalen Finanzsystems sind.

Präsident Barack Obama, der Yellen im Oktober ernannte, sagte im Anschluss an die Abstimmung im Senat: „Die amerikanischen Bürger werden eine entschiedene Fürsprecherin haben, die weiß, dass das Ziel von Wirtschafts- und Finanzpolitik letztlich darin besteht, das Leben, die Arbeitsplätze und den Lebensstandard amerikanischer Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Familien positiv zu beeinflussen.“

Obama ergänzte, dass sich Yellen dem doppelten Auftrag der Fed verpflichtet fühle, einerseits die Inflation zu begrenzen und sich andererseits der größten wirtschaftlichen Herausforderungen der Vereinigten Staaten anzunehmen, indem die Arbeitslosigkeit gesenkt wird und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Senat sprach sich mit 56 zu 26 Stimmen für Yellen aus; einige Senatoren konnten an der Abstimmung in Washington aufgrund wetterbedingter Flugverspätungen nicht teilnehmen.

Yellen, die gebürtig aus New York City stammt, ist bereits seit Oktober 2010 stellvertretende Fed-Chefin. Zuvor leitete sie die Notenbank in San Francisco.

Yellen schloss ihr Studium an der Brown University mit einem Bachelor in Volkswirtschaftslehre ab und promovierte in Yale in diesem Fach .  Dort war Yellen Studentin des Nobelpreisträgers James TOBIN, der laut New York Times einer der größten Verfechter der Theorie ist, wonach Regierungen Rezessionen lindern können.

Yellen arbeitete als Professorin für Volkswirtschaftslehre in Harvard und war für die Fed  als Volkswirtin tätig. Außerdem gehörte sie der Fakultät der London School of Economics and Political Science an und ist emeritierte Professorin der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Während der Clinton-Regierung war Yellen Vorsitzende des Sachverständigenrates für wirtschaftliche Fragen. Außerdem war sie Vorsitzende des wirtschaftspolitischen Ausschusses der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Paris.

Der US-Notenbank zufolge hat Yellen schriftlich Position zu den unterschiedlichsten makroökonomischen Fragen bezogen, wobei sie sich schwerpunktmäßig mit den Ursachen, Zusammenhängen und Auswirkungen von Arbeitslosigkeit befasst hat.” (Quelle: AD)

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