Wirtschaftsforscher rechnen mit 3,5 % Wachstum

GiNN-BerlinKontor.—Wirtschaftsforscher prognostizieren in ihrem Herbstgutachten ein  kräftiges Wirtschaftswachstum von 3,5 % in diesem Jahr.  Im Frühjahr  2010 war man noch  von 1,5 % BIP-Wachstum ausgegangen. Bundeswirtschaftsminister Rainer BRÜDERLE (FDP): “Deutschland ist aufschwungland.”  Zur Erinnerung: Die Wirtschaftskrise  verursachte  2009 einen Produktionseinbruch von 4,7 %.  Vor Euphorie wird jedoch gewarnt, weil die Schulden- und Vertrauenskrise einiger Staaten im Euroraum noch nicht überwunden ist. Auch bleibe die Gefahr, dass USA in eine Rezession zurückfallen und die Immobilienblase in China platzen könnten. Neue Turbulenzen auf den Märkten könnten nach wie vor durch Staaten wie Irland, Portugal oder Spanien entstehen und die Konjunktur erneut belasten, so die Wirtschaftsforscher.  Der Welthandel könnte im Vergleich zu 2009 laut Gutachten aber um 12 % zulegen und 2011 auf 6.8 % ansteigen.

Die Bundesregierung ermahnten die Gutachter, den strikten Sparkurs einzuhalten.  Es sei während der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich geworden,  “dass große und insbesondere globale Schocks nur von finanziell gut aufgestellten Staaten in den Griff zu bekommen sind.”

Die CDU/CSU/FDP-Regierung hatte ein € 80 Milliarden €uro-Programm vorgelegt,  um die Staatsausgaben zu verringern. Sie wird die nunmehr im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse konsequent einhalten müssen. Die Wirtschaftsforscher glauben, dass Deutschland 2011 mit 2,7 %  die Defizitgrenze des EU-Stabilitätspaktes sogar  “unterbieten” kann.

Der CSU-Generalsekretär der CSU, Alexander DOBRINDT, erklärte in München:  “Mit der Stabilisierung des €uro hat die christlich-liberale Koalition die Voraussetzung geschaffen, dass unser Geld seinen Wert behält und die Menschen an diesem Aufschwung teilhaben können. Deutschland kommt besser als jedes Land in Europa aus der Krise.”

Die FAZ zitierte zusammenfassend aus der Herbstprojektion der Wirtschaftswissenschaftler: “Die Erholung verlaufe in Deutschland deutlich rascher als in anderen Industriestaaten. In keinem anderen Land der G 7 dürfte das Wachstum 2010 höher ausfallen. Der Welthandel wachse sehr rasch. Deutschland profitiere mit seinem traditionell stark auf Investitionsgüter ausgerichteten Ausfuhrsortiment von der Investitionsdynamik in Schwellenländern. Hilfreich sei auch die im Vergleich zum Ausland ungewöhnlich robuste Verfassung des Arbeitsmarkts.”

Die Bundesregierung stellt am 21. Oktober ihre Wachstumsprognose vor.  Die  neuen Zahlen werden Grundlage für die Steuerschätzung im November sein.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer BRÜDERLE (FDP), kommentierte die Gemeinschaftsdiagnose der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute so : “Deutschland ist Aufschwungland. Wir bewältigen die Krise besser als viele andere fortgeschrittene Volkswirtschaften. Der XL-Aufschwung geht weiter. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Wachstumsbeschleunigung tragen Früchte. Besonders erfreulich entwickelt sich der Arbeitsmarkt. Im Jahr 2011 werden wir voraussichtlich im Jahresdurchschnitt erstmals seit fast zwanzig Jahren wieder weniger als drei Millionen Arbeitslose haben. Dies belegt, dass der Aufschwung auch ein Beschäftigungsaufschwung ist.”

Für das kommende Jahr  – so Brüderle – gelte es, ” mit der zwingend notwendigen Haushaltskonsolidierung fortzufahren, Eingriffe in die marktwirtschaftlichen Prozesse zurückzunehmen und Eigenverantwortung statt Wettbewerbsverzerrungen zu fördern. Damit stärken wir nicht nur die selbsttragenden Wachstumskräfte, sondern gewinnen auch wirtschaftspolitische Handlungsspielräume zurück.” (BMWi)

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