Wintershall-Mitarbeiter verlassen Libyen

GiNN-BerlinKontor.—Wegen der bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Libyen, zieht die BASF-Tochter WINTERSHALL  “vorsorglich” 130 Mitarbeiten ab und schickt sie zurück nach Deutschland. Das Unternehmen gab folgendes Statement heraus:

“Sicherheit hat in unserem Unternehmen höchste Priorität. Wintershall, international tätig, ist für derartige Situationen vorbereitet. Unser Büro in Tripolis bleibt vorübergehend unbesetzt, eine kleine Kernmannschaft bleibt jedoch vor Ort im Land. Eine Rückkehr richtet sich nach den weiteren Entwicklungen im Land. Dienstreisen nach Libyen werden bis auf weiteres nicht unternommen. Wir beobachten die Situation vor Ort weiter sehr sorgfältig. Zudem stehen wir in direktem Kontakt mit der deutschen Botschaft.

In Libyen, einem der größten Ölproduzenten Afrikas, ist Wintershall seit 1958 in der Exploration und Produktion aktiv. Die Betriebsstätten befinden sich rund 1000 Kilometer südöstlich von Tripolis

In Abstimmung mit der libyschen National Oil Corporation (NOC) werden derzeit Vorbereitungen getroffen, die Ölförderung sicher herunterzufahren.

Wintershall beschäftigt in Libyen über 400 Mitarbeiter, davon mehr als drei Viertel aus Libyen, die Übrigen aus anderen Nationen (etwa 30 deutsche Staatsangehörige sowie Niederländer, Kanadier, Briten und andere).” (Quelle: www Wintershall.com)

Die deutsche Öl-Produktions-Firma WINTERSHALL  AG ist seit fast 80 Jahren bei Suche und Förderung von Öl und Gas international tätig.  Auch während des Embargos gegen Libyen unterhielt Deutschland jedoch wirtschaftliche Kontakte zum Gadaffi-Regime aufrecht. Wintershall verarbeitet  angeblich mehr als 10 % der gesamten Ölproduktion Libyens und gilt als Deutschlands drittgrößter Erdöllieferer.

Wintershall ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der BASF AG. Auch SIEMENS zog Mitarbeiter ihrer Unternehmen aus Liyen ab.

Die Europäische Union (EU) hatte nach 18 Jahren das gegen Libyen wegen “terroristischer Aktivitäten” verhängte Waffenembargo im Jahr 2004  aufgehoben. Der damalige Bundeskanzler Gerhard SCHRÖDER (SPD) reiste zur Einweihung einer neuer ÖLquelle nach Libyen. Gleichzeitg hatte  die EU Tripolis aufgeforderte, sich aktiv gegen die illegale Zuwanderung über das Mittelmeer – vor allem nach Italien einzusetzen. Die Regierung in Rom drängte schon damals darauf, das Waffenembargo aufzuheben. Italien lieferte Tripolis Schiffe für die Küstenwache.

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