Who Is Who: Alan Greenspan

Im Fokus: Alan Greenspan

bti-o/New York.-Wenn US-Notenbankchef Alan Greenspan (76) vor die Mikrophone tritt, halten nicht nur Banker, Wirtschaftsbosse, Devisenhändler,Aktionäre und Kleinanleger den Atem an, sondern auch die Staatenlenker der Welt.
Jedes Mal, wenn dieser “Mogul der internationalen Finanzwelt” sich öffentlich äußert, erzittert die monitäre Erdbeben-Nadel auf der Richterskala der globalisierten Finanzwelt.

Die richtungsweisenden Analysen und Maßnahmen, die Greenspan – wie es heißt – in der Badewanne konzipiert – faszinieren und beeinflussen nicht nur die US-amerikanische Wirtschaft nachhaltig, sondern die Finanzsysteme weltwelt.

Seit Anfang 2001 hat Greenspan die Leitzinsen in USA zehn(10) Mal in Folge gesenkt. Dies ist einsamer Rekord.
Niemals zuvor war die US Federal Funds Rate so oft und so schnell zurückgenommen worden.
Am 6. November 2002 senkte die US-Notenbank – die Fed – die Leitzinsen “überraschend stark” um 50 Basispunkte. Der Zinssatz für Tagesgeld lag nun bei 1,25 %. Der Diskontsatz notierte bei 0,75 %.

Erinnern wir uns. Anfang 2001 stand der Zinssatz noch bei 6,5 %, im Juni des Jahres setzte der Offenmarktausschuß (FOMC) der Fed die Zinsen damals um 25 Basispunkte auf 3,75 % herab!

AG , den der ehemalige Vorsitzende des Bankenauschuses im US-Kongreß Phil Gramm, den “größten Notenbanker aller Zeiten” nannte, agiert in der Tat wie ein Regisseur aller Spekulationen.
“Zinseliminator” Greenspann folgt nur seinen eigenen Eingebungen und Überzeugungen – und dominiert dennoch selbst die Politik im Weißen Haus, im US-Kongreß und an den internationalen Finanzmärkten.

Unvergessen sollte sein, daß Greenspan auf Wunsch des republikanischen US-Präsidenten Ronald Reagan im August 1987 an die Spitze der US-Noten-Bank berufen wurde. Als Chairman Federal Reserve Board erreichte AG bemerkenswert schnell internationales Ansehen.

Greenspan meisterte nicht nur den Börsenkrach 1987, sondern überzeugte auch Reagan-Nachfolger George Bush sen, der ihn 1991 erneut berief.

Bush hatte sich seinerzeit mit seinem Fed-Vorsitzenden nahezu überworfen. Damals drängte der Präsident auf eine nachhaltige Senkung der Zinsen und nahm eine mögliche, höhere Inflation in Kauf. Greenspan aber blieb bei seinem strikt antiinflatorischen Kurs. Somit wurde Greenspan nicht ganz unschuldig an der Mitte 1990 in Amerika einsetzenden “milden” Rezession, die damals durch den Golfkrieg zusätzlich angeheizt wurde.
Dennoch: Bush hielt an Greenspan fest.

Wer ist Alan Greenspan ? Wo kommt er her ?
Der eigentlich musisch talentierte Greenspan wollte zunächst Musiker werden. In seiner Geburtsstadt New York
(geboren am 6.März 1926) besuchte der Sohn eines Börsenmaklers und Kantors an einer Synagoge die berühmte Musikhochschule Juillard.
Seine Instrumente waren das Saxophon und die Klarinette (Vorbild Benny Goodman).

Mit 22 Jahren immatrikulierte sich AG an der New York University und später an der Columbia University und schloß das Fach Wirtschaftswissenschaften summa cum laude und mit der Promotion ab.
Der eingefleischte Junggeselle (er hatte mit 22 Jahren bereits eine “Blitz”- Ehe von 12 Monaten hinter sich) heiratete der damals 71-jährige Fed-Boss die White House-Korrespondentin des US-TV-Senders NBC, Andrea Mitchell.

Dr.Greenspans finanzpolitische Laufbahn begann 1953 mit der Beratungsfirma “Townsend-Greenspan & Co”. 1967 unterstützte er den Präsidentschaftswahlkampf von Richard Nixon, der ihn 1974 – dann Präsident – zum Vorsitzenden des Council of Economic Advisers berief.
Auf den Republikaner Greenspan wollte der demokratische
US-Präsidenten Bill Clinton aber auch nicht verzichten. Seit 1993 arbeiteten Greenspan und Clinton bemerkswert gut miteinander. Der erwartete Kollisionskurs zwischen Administration und US-Notenbank blieb aus.

Auf Initiative Greenspans (und der EZB) intervenierten die Notenbanken der USA, Japan und Kanadas am 22. September 2000 massiv zur Stützung des EURO. Der Wechselkurs, der derzeit unter 0,85 US-$ gesunken war, schnellte auf knapp 0,90 US-$ hoch.
Bereits im vorigen Jahr hatte AG vorausgsagt, dass der EURO 2002 die Parität mit dem US-Dollar erreichen würde. Er sollte auch hier Recht behalten: der € durchbrach sogar die Schallmauer von 100 cents.- Er weiß: der Markt sucht nach Alternativen zum US-Dollar, der als Leitwährung jedoch nie in Gefahr geraten dürfte. So wird Alan Greenspan “seine” Zinsen weiterhin senken – oder auch erhöhen, wenn immer ER es für “notwendig und nützlich für Amerika” hält.
Im Sommer 2004 endet sein Vertrag als Chairman of the Federal Reserve Bank. Es ist nicht auszuschliessen, dass Greenspan eine fünfte Amtszeit bei der FED antreten wird. wird – egal, wer 2005 ins Weisse Haus einziehen wird. Die drohende Rezession macht sein Verbleiben unerlässlich und zwingend.
D. Robert Peters

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