Währungsunion mitschuldig an Athens Schuldenkrise

GiNN-BerlinKontor.-–Nach einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)  hat sich  “durch eine ‘Schuldenmechanik’ in der Währungsunion die Neuverschuldung Griechenlands und einiger anderer Länder der Euro-Zone im vergangenen Jahrzehnt fast zwangsläufig erhöht”.  Eine Fehleinschätzung dieser Mechanik und eine kurzfristige Klientel­politik hätten diese Staaten in der Folge in eine „Schuldenfalle“ geführt.  Sie äußere sich in kontinuierlich steigenden Staatsschulden und nachlassender internationaler Wettbewerbsfä­higkeit.
In der IfW-Studie heißt es weiter: “Die Mechanik liegt darin, dass ärmere Länder mit Eintritt in die Währungsunion eine längere Phase durchlaufen, in der sie durch negative Realzinsen zum Schuldenmachen animiert werden. Wenn die Staatskredite vorrangig in den Konsum fließen, geraten sie nahezu zwangsläufig in eine Schuldenkrise. Das Hauptproblem Griechenlands und Portugals liegt daher nicht beim Niveau der Staatsschulden, sondern bei den überzogenen Einkommens­erwartung der Bürger, die Staatshaushalt und Arbeitsmarkt ständig überfordern.”
Staaten, die auf diese Weise in die Schuldenfalle geraten sind, könnten sich  nur aus eigener Kraft wieder befreien, so die IfW-Experten.  An einer Haushaltskonsolidierung und einer zurückhalten­den Lohnpolitik führe kein Weg vorbei. „Wenn der benötigte Primärüberschuss im Staats­haushalt steigt, helfen weder international koordinierte Makropolitiken noch Finanzmarktre­gulierungen noch Beistandskredite anderer Länder – das einzige, was hilft, sind entschlosse­ne Korrekturmaßnahmen im eigenen Land.“

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