VW-Porsche ab 1.8. ein Konzern

GiNN-BerlinKontor.—Die Volkswagen AG und die Porsche Automobil Holding wollen den Integrierten Automobilkonzern durch die vollständige Einbringung des Automobilgeschäfts von Porsche in den VW-Konzern bereits zum 1. August 2012 vollziehen. Wie der Vorstandsvorsitzende Martin WINTERKORN mitteilte, wird somit der Integrierte Automobilkonzern von Volkswagen und Porsche zwei Jahre früher Realität, als vorgesehen. Als Gegenleistung für die Einbringung der bisher noch nicht im Besitz von Volkswagen befindlichen 50,1 % an der Porsche AG erhält die Porsche SE rund € 4,46 Milliarden und eine Volkswagen Stammaktie.

„Die einzigartige Marke “Porsche” wird nun fester Bestandteil des Volkswagen Konzerns. Das ist gut für Volkswagen, für Porsche und für den ganzen Industriestandort Deutschland. Volkswagen und Porsche werden durch die Zusammenführung ihres operativen Geschäfts in Zukunft noch stärker – finanziell und strategisch. Wir können jetzt noch enger zusammenarbeiten und durch gezielte Investitionen in zukunftsweisende Produkte und Technologien gemeinsam neue Wachstumsmöglichkeiten im ertragsstarken Premium-Segment erschließen. Davon werden unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre profitieren“, erklärte VW-CEO Winterkorn,

Im September 2011 hatten beide Unternehmen mitgeteilt, dass die in der 2009 abgeschlossenen Grundlagenvereinbarung (GLV) vorgesehene Verschmelzung von Volkswagen AG und Porsche SE nicht im vereinbarten Zeitrahmen bis Ende 2011 umsetzbar sein würde. Auch die vorgesehenen Put-/Call-Optionen erlauben wegen ihrer steuerlichen Behandlung keine Integration des Automobilgeschäfts zu wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen vor dem zweiten Halbjahr 2014. Vor diesem Hintergrund haben beide Unternehmen nach alternativen und für alle Beteiligten umsetzbaren Wegen gesucht, das gemeinsame Ziel des Integrierten Automobilkonzerns früher zu erreichen.

Das nun vereinbarte beschleunigte Integrationsmodell sei auf Basis des Umwandlungssteuergesetzes und des seit Ende 2011 veröffentlichten Umwandlungssteuererlasses sowie verbindlicher Auskünfte der zuständigen Finanzbehörden zu betriebswirtschaftlich sinnvollen Bedingungen umsetzbar. Weiter heißt es: “Nach der gemeinsam von den Unternehmen erarbeiteten Struktur wird die Porsche SE ihren operativen Holdinggeschäftsbetrieb einschließlich ihrer 50,1-prozentigen Porsche-Beteiligung in die Volkswagen Aktiengesellschaft einbringen, die bereits indirekt 49,9 Prozent an der Porsche AG hält. Nach Abschluss der Transaktion wird Volkswagen über eine Zwischenholding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG halten. Die Porsche SE erhält dafür eine Gegenleistung in Höhe von insgesamt rund 4,46 Milliarden Euro plus einer Stammaktie von Volkswagen. Die Barleistung basiert auf dem in der GLV fixierten Eigenkapitalwert in Höhe von 3,88 Milliarden Euro für die restlichen Anteile an der Porsche AG und beinhaltet darüber hinaus verschiedene Ausgleichsposten. Unter anderem werden der Porsche SE entgehende Dividendenzahlungen aus ihrem mittelbaren Anteil an der Porsche AG sowie die Hälfte des Barwerts der durch die beschleunigte Integration realisierbaren Nettosynergien vergütet, die sich auf insgesamt rund € 320 Millionen belaufen.

„Die beschleunigte Integration ermöglicht es, schneller mit der Umsetzung einer gemeinsamen Strategie für das Automobilgeschäft von Porsche zu beginnen, wichtige gemeinsame Projekte zügiger zu realisieren und so zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten in attraktiven Marktsegmenten zu realisieren. Sie erlaubt der Volkswagen AG und der Porsche AG zudem die volle Konzentration auf das operative Geschäft durch eine erhebliche Vereinfachung ihrer täglichen Zusammenarbeit“, erklärte VW-Finanzvorstand Hans Dieter PÖTSCH. (Quelle: vwag.com)

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