USA wichtigster Handelsparter

GiNN-BerlinKontor.—Die Vereinigten Staaten und die EU verhandeln seit Sommer 2013 über die genauen Vertragsbedingungen des transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP=Transatlantic Trade and Investment Partnership). Im Jahr 2015 waren die Vereinigten Staaten von Amerika Deutschlands wichtigster Handelsparter.

Nach vorläufigen Ergebnissen wurden zwischen den beiden Staaten insgesamt Waren im Wert von € 173,4 Milliarden gehandelt. Auf Platz zwei lag Frankreich (€ 170,0 Mrd.), gefolgt von Großbritannien, Niederlande, China, Italien Österreich, Polen, Schweiz und Belgien.

Insgesamt exportierte Deutschland 2015 Waren im Wert von € 114,0 Milliarden in die USA. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Kraftwagen und Kraftwagenteile (€ 34,1 Mrd.), Maschinen (€ 17,7 Mrd.) und pharmazeutische Erzeugnisse (€ 13,5 Mrd.)

Die Importe amerikanischer Güter beliefen sich auf € 59,4 Milliarden.Wichtigste Importgüter waren Datenverarbeitungsgeräte sowie elektronische und optische Erzeugnisse (€ 8,0 Mrd. (Quelle:destatis.de)

Prof. Michael HÜTHER, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erklärte in BILD (02.05.), warum TTIP für uns wichtig ist:

“Mit dem Freihandelsabkommen können wir unsere Prinzipien und Werte bekräftigen sowie im internationalen Handels- und Investitionsrecht verankern. Beispiel Verbraucherschutz: In Europa gilt das Prinzip der Vorsorge. Nur sichere Lebensmittel, bei denen keine Hinweise auf Gesundheitsgefährdung vorliegen, dürfen auf den Markt. In USA dagegen muss Schädlichkeit erst im Nachhinein, also wenn Probleme auftauchen, aufwendig wissenschaftlich bewiesen werden. Hier muss sich Europa durchsetzen.

Fast jeder 4. Arbeitsplatz hängt hierzulande am Export. Schon wegen der zunehmenden internationalen Spannungen drohen manche Länder, ihre Grenzen zu schließen Gift für den Freihandel und Jobs. TTIP kann dem Wachstum in der EU einen neuen Schub geben. Denn durch den Wegfall z.B. von Zöllen werden Waren günstiger wie wir es auch im EU-Binnenmarkt z.B. bei Lebensmitteln erlebt haben. Das ist gut für Verbraucher.

Wir brauchen Regeln für den Streitfall, wenn sich z.B. ein Land oder eine Firma nicht an TTIP-Richtlinien hält. Dafür sind neutrale Gerichte (so genannte Schiedsgerichte) nötig, die Konflikte schlichten. Wichtig ist: Diese Verfahren müssen genauso öffentlich und nachvollziehbar verlaufen wie bei uns vor Gericht. Hier muss sich die Europäischen UNION (EU) mit ihren Forderungen nach größtmöglicher Transparenz durchsetzen.

Nur eine umfassende, durchaus kritische Informationsstrategie kann helfen, die breite Öffentlichkeit zu erreichen und die Bedeutung von TTIP zu beleuchten. Denn Vertrauen braucht nicht nur Vertraulichkeit. Offenheit und Transparenz sind unerlässlich.” (Quelle: BILD-Zeitung)

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