US-Sonderkommandos in Kandahar

GiNN-BerlinKontor.– Zwei Monate nach der Marja-Offensive in Afghanistan bereiten Sonderkommandos  unter Führung des U.S. Special Operations Command  militärische Aktionen in Kandahar vor. Sie sollen die Lage dort “aufklären”  und die Offensive vorbereiten, indem sie Taliban-Führer und – Informanten versuchen gefangen zu nehmen und zu verhören.  Wie The New York Times  (26.04.) berichtet, ist die sich abzeichnende “Schlacht in Kandahar” der entscheidende Test für die neue Afghanistan-Strategie. Hier soll sich zeigen, ob die Taliban wirksam gestoppt werden können und ob mit einer Unterstützung aus den Reihen der Zivilbevölkerung gerechnet werden kann.  Überdies soll erkundet werde, welche Maßnahmen zu treffen sind, um die Zivilbevölkerung während der Kampfhandlungen möglichst zu schützen. Die Kandahar-Offensive soll nach 8 1/2 Jahren Krieg in Afghanistan endlich eine Wende einleiten.

Der kommandierende US-General Stanley A.  McCHRYSTAL  hofft, die afghanische Bevölkerung überzeugen zu können, dass die militärischen Operationen in Kandahar notwendig sind, um die Taliban endlich zu stoppen und die Sicherheit des Landes wieder in afghanische Hände legen zu können. Kandahar ist die zweitgrößte Stadt Afghanistans und ein wichtiges Handelszentrum, hauptsächlich für landwirtschaftliche Produkte. Sie verfügt über einen internationalen Flughafen.

Wie berichtet, sollen die US-Spezialtruppen bereits mehrere Taliban-Anführer- und -Kämpfer gefangen genommen oder getötet haben. Bei den Miliäraktionen sollen die afghanischen Sicherheitsverbände  in Kandahar “sichtbarer” als bisher auftreten. Die Amerikaner und NATO-Truppen sollen  die Einnahme der Befestigungen “absichern”. Die Taliban haben jedoch begonnen, Dörfer und Städten in der Region zu beschiesen, um die Einwohnen zu warnen, mit den US-geführten NATO-Verbänden zusammenzuarbeiten.

US-Verteidigungsminister Robert M. GATES hat den in Afghanistan eingesetzten Alliierten US-Panzerfahrzeuge mit Spezialpanzerung modernster Art angeboten, da bei der Offensive mit schweren Sprengladungen im Auffmarsch- und Kampfgebiet zu rechnen sei. Auch neu entwickelte  Geräte zum Aufsprüren von versteckten Sprengsätzen (“roadside bombs”) wollen die Amerikaner den NATO-Verbündeten – auch den deutschenISAF-Soldaten – zur Verfügung stellen.

GiNN-BerlinKontor hatte am 31.03. gemeldet: U.S.- und alliierte Truppen in Afghanistan  bereiten eine militärische Operation auch in der Provinz Kandahar – dem  “geistigen Zentrum der Taliban” – vor.  Der Aufmarsch hat begonnen.  Das Pentagon nennt dies “Shaping Operations” vor Beginn der Großoffensive.

Die U.S. Special Operations Commandos operieren in der Regel hinter den feindlichen Linien.  Die Elitetruppe  von rund 54 000 Mann wurde 1987 aufgestellt. Ihr gehören “Spezialisten” aus allen Waffengattungen an.  Sie war in zahlreichen  Anti-Terrorismus -Operationen (“counterterrorism missions”)  erfolgereich  im Einsatz – so bei der Festnahme des irakischen Diktators Saddam Hussein.

Der Oberkommandierende der ISAF-Truppen in Afghanistan Stanley A.  McCHRYSTAL,  war früher Chef des Joint Special Operations Command. Viele Jahre bestritt das US-Verteidigungsministerium die Existenz dieser Elite-Einheit.  Nach der  zunächst geheimen Operation gemeinsam mit der C.I.A.   in Pakistan im Jahr 2005, bei der der Osama-Stellvertreter gefangen genommen werde sollte,  gab das Pentagon die Existenz der Spezialtruppe zu.

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