US-Ratingagentur Moody’s “versenkt” Irland

GiNN-BerlinKontor.–-Die US-Ratingagentuir MOODY’s hat die Bonität der Republik Irland wegen wachsende Wahrscheinlichkeit, dass Irland noch mehr Finanzhilfen benötigt,  auf “Ramschniveau”  gesenkt: “Moody’s Investors Service has downgraded Ireland’s foreign- and local-currency government bond ratings by one notch to Ba1 from Baa3. The outlook on the ratings remains negative.”

Die EU-Kommission bedauerte  die Erklärung der Ratingsagentur Moody’s.  Irland sei  doch auf dem richtigen Weg, um aus der Schuldenkrise herauszufinden. Das Finanzministerium in Dublin erklärte, Irland , “noch in diesem Jahr” werde die Wirtschaft in Irland wieder wachsen.

Die Probleme der heimischen Banken hatten Irland als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm EFSF gezwungen, der nach der Griechenland-Krise von EU und IWF aufgespannt wurde. € 85 Milliarden Hilfsgelder sollen bereit stehen.

Bundesfinanzminister Wolfgang SCHÄUBLE  (CDU)  erklärte in den ARD-Tagesthemen (12.07.), “in der Sache” hätten die EU-Finanzminister die “notwendigen Weichenstellungen getroffen”, um die Krise in den Griff zu bekommen. Nun sei es die Frage, ob die Märkte das Signal akzeptieren. “Wenn sie es tun, dann haben wir Zeit bis zur Auszahlung der nächsten Tranche an Griechenland, die im September fällig ist. Wenn nicht, dann mag es sein, dass die Staats- und Regierungschefs noch einmal durch ihre persönliche Zusammenkunft ein zusätzliches psychologisches Signal senden müssen”, so Schäuble.

Bundeswirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp RÖSLER widersprach Befürchtungen, dass nun auch Italien vor dem “Konkurs” stehe.  Anders als Griechenland habe Italien “eine große und weitgehend wettbewerbsfähige Volkswirtschaft”, sagte Rösler. (Quellen: moody’s.com/BMF/ARD)/liberale.de)

Professor Dennis SNOWER, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) spricht sich gegen die von vielen Politikern ins Spiel gebrachte Schaffung einer europäischen Ratingagentur aus. Die Probleme, die es ohne Zweifel mit den Ratingagenturen gibt, ließen sich dadurch nicht lösen. „Im Gegenteil: Sollte es nur eine einzige Ratingagentur geben, die für sämtliche europäischen Bewertungen zuständig ist, hätte man ein Monopol – und das würde das Problem nur noch verschärfen“, schreibt der Ökonom in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung.
Stattdessen sei ein harter Konkurrenzkampf zwischen den vorhandenen Ratingagenturen, aber auch zwischen anderen Marktbeobachtern und Analysten notwendig. „Wir brauchen einen Wettbewerb der Modelle, einen Wettbewerb der Ideen. Dann wird sich die beste, genaueste Bewertungsmethode durchsetzen – und jeder könnte nachvollziehen, wie die Ergebnisse zustande kommen“, so Snower.

Der IfW-Präsident will die Ratingagenturen dazu verpflichten, ihre Daten offen zu legen und sie anonymisiert der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. „Der privilegierte Zugang durch die Agenturen muss gestoppt werden. Zugleich sollten die Ratingagenturen verpflichtet werden, ihre Rechenmodelle und Annahmen offen zu legen. Nur so entsteht Transparenz“, erklärt Snower. (ifw-kiel.de)

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