US-Radikalkur gegen Finanzkrise

GiNN-BerlinKontor.—Der amerikanische “Selbstreinigungsprozess” im Kampf gegen die Finanzkrise hat begonnen.  Die US-amerikanischen Finanzinstitute sollen unverzüglich mit Mega-Summen von Steuergeldern von der lähmenden Last fauler Kredite befreit werden. US-Präsident George W. BUSH, Finanzminister Henry PAULSON und der Chef der Federal Reserve, Ben BERNANKE, kündigten in Washington D.C,. ein Mega-Rettungsprogramm an. Die US-Regierung wird “hunderte Milliarden US-Dollar” in die marode Finanzbranche pumpen. Der US-Kongress soll in wenigen Tagen die notwendigen Weichen stellen.

“Die amerikanische Wirtschaft steht vor beispiellosen Herausforderungen. Wir antworten mit nie dagewesenen Maßnahmen”, sagte Bush. Er wisse, dass sich viele Amerikaner über die Sicherheit ihrer Einlagen sorgten. Jeder müsse jedoch wissen, dass die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) weiterhin das Geld schützen werde.

Die FDIC sichert die Einlagen von mehr als 8000 US-Banken und Sparkassen und überwacht die Solidität der Institute. Bush: “Seit 75 Jahren hat die FDIC dafür garantiert, dass niemand seine Einlagen oder Ersparnisse verliert. Sie sind bis zu US-$ 100 000 abgesichert. “Dies hat sich nicht geändert.” Nun gelte es, das Vertrauen in das Finanzsystem wieder herzustellen, betonte der US-Präsident.

Paulson kündigte als weitere Schritte an, dass die größten US- Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae, die unlängst von der US-Regierung übernommen worden waren, den Aufkauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren ausweiten. Einen ähnlichen Schritt plane auch das Finanzministerium. Dadurch sollen Hauskredite wieder leichter verfügbar und besser zu finanzieren sein.”Wir müssen das tun” – so Paulson – “denn der Immobilienmarkt ist die Wurzel der Probleme unserer Wirtschaft und unseres Finanzsystems und solange wir keine Stabilisierung im Immobiliensektor erreichen, bekommen wir auch keine Stabilität auf den Finanzmärkten.”

US-Finanzminister Paulson erklärte, er sei “überzeugt, dass unser kühner Schritt” amerikanische Familien weitaus weniger kostet als noch mehr weitere Zusammenbrüche von Finanzinstitutionen und ein paralysierter Kreditmarkt. Die eingesetzten Mittel würden zudem eines Tages “zurückfliessen”.

Die Börsen reagierten weltweit mit kräftigen Kurssprüngen. In London, Paris, Hongkong und Frankfurt legten die Kurse erheblich zu. Der Dax stieg zunächst um 5,56 Prozent uznd schloss am 19.09. mit 6189,53 Punkte. Der Dow Jones kletterte um 2,7 Prozent auf 11.315 Punkte.

In einem ersten Schritt richtet die US-Regierung eine Einlagensicherung für Geldmarktfonds ein. Sie solle die zuletzt massiv gestiegenen Abflüsse aus diesen Fonds begrenzen. Dazu sollen bis zu US-$ 50 Milliarden bereitgestellt werden, teilte das US- Finanzministerium mit.

EZB-Präsident Jean-Claude TRICHET lobte “die ersten Schritte”. Auch Bundesfinanzminister Peer STEINBRÜCK (SPD) begrüßte “das schnelle Handeln” der wichtigsten Zentralbanken. Ohne dieses Krisenmanagement wären erheblich schlimmere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft zu befürchten gewesen.

Das angekündigte US-Rettungspaket stellt nach Einschätzung von Bankenexperten und Volkswirten ein hohes Risiko für den US-Haushalt dar und könnte die Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Sollten die notleidenden Papiere am Ende weiter an Wert verlieren oder gar völlig ausfallen, müsste der Steuerzahler die Verluste tragen.

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