US-Konjunktur in Gefahr

GiNN-BerlinKontor.—Laut Institut für Weltwirtschaft (IfW) droht der US-Konjunktur durch den US-Haushaltsstreit ein merklicher Dämpfer. Zwar seien die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des „government shutdown“ voraussichtlich eher gering. „Allerdings dürften die Belastungen für die Konjunktur bereits größer sein als es die direkten Kosten – beispielsweise gemessen anhand des Verdienstausfalls der Staatsbediensteten – suggerieren“, so der IfW-Experte für die US-Konjunktur Nils JANNSEN.
Weiter heißt in der IfW-Prognose, der US-Fiskalstreit habe bereits zu einem erheblichen Anstieg der Unsicherheit über die US-Wirtschaftspolitik geführt.

“Wie groß die Verunsicherung bei Konsumenten, Unternehmen und Investoren derzeit ist, darauf deutet der von US-Ökonomen entwickelte Economic Policy Uncertainty Index hin. Er hat bereits im September spürbar angezogen, nachdem er sich in den Monaten zuvor auf recht niedrigem Niveau befunden hatte (Abbildung). Die für den Oktober vorliegenden Tagesdaten deuten darauf hin, dass die Unsicherheit weiter deutlich ansteigt. Der historische Höchstwert wurde bisher während der Verhandlungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze im Jahr 2011 gemessen.”

Empirische Untersuchungen zeigten, dass die Konjunktur durch einen Anstieg der politischen Unsicherheit zumindest vorübergehend erheblich gedämpft werden kann. Die typischen Folgen der Unsicherheit seien, “dass sich Unternehmen mit Investitionen zunächst zurückhalten und teilweise auch private Haushalte von größeren Anschaffungen absehen.”

Das IfW: Ohne diesen Unsicherheitseffekt gehen Schätzungen für die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen des „government shutdown“ von Kosten in Höhe von 0,1 bis 0,2 % (laufende Jahresrate) des Bruttoinlandsprodukts aus für jede Woche, die der Zustand andauert. Die Kosten werden beispielsweise anhand des Verdienstausfalls der Staatsbediensteten geschätzt. Da sich die beiden Parteien nicht auf ein Budget für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr verständigen konnten, darf der Staat derzeit vorerst nur seinen wesentlichen Aufgaben nachkommen, wie beispielsweise der inneren Sicherheit oder der medizinischen Versorgung. Andere Tätigkeiten mussten eingestellt werden; in der Folge sind mehrere hunderttausend Staatsbedienstete in den unbezahlten Urlaub geschickt worden.

Die vergleichsweise geringen direkten Kosten könnten mit dazu beigetragen haben, dass sich die Parteien bisher nicht geeinigt haben, da wohl keine Partei ihre Verhandlungsposition für die ungleich wichtigeren Verhandlungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze schwächen wollte. Mit der sich nähernden „Deadline“ für diese Anhebung dürften die negativen Auswirkungen für die Konjunktur noch einmal zunehmen, zumal neben der wohl weiter steigenden Unsicherheit auch die Nervosität an den Finanzmärkten wachsen dürfte. Selbst wenn es rechtzeitig zu einer Einigung über die Anhebung der Schuldenobergrenze kommen sollte, wovon Jannsen nach wie vor ausgeht, könnte die US-Konjunktur durch den Fiskalstreit somit merklich gedämpft werden.” (Quelle: ifw.kiel.de)

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