US-Bank Goldman Sachs im Fadenkreuz

GiNN-BerlinKontor.—Die Klage der Securities and Exchange Commission (SEC) – der US-Börsenaufsicht – gegen The Goldman Sachs Group, Inc.   wegen mutmaßlichen Betrugs  “markiert ein neues Kapitel der Finanzkrise”, so die Financial Times.  Groß-Investoren  sollen mal wieder beim Verkauf von verbrieften Hypothekenkrediten (CDO) betrogen worden sein.  Das US-Bankhaus Goldman Sachs und einer ihrer Vize-Präsidenten soll  „wesentliche Informationen“ unterschlagen haben. Die Investoren verloren angeblich insgesamt mehr als US-$ 1 Milliarde (!).  Auf der Anklagebank: Paulson & Co, einer der weltgrößten Hedge-Fonds-Jongleure.  John A. Paulson  soll das Produkt  “Abacus 2007-AC1″ mitkonzipiert  und gleichzeitig gegen die Positionen gewettet haben.

Die US-amerikanische Börsenaufsicht hatte mit der trockenen Mitteilung die Finanzwelt erneut erschüttert:  “The SEC charged Goldman Sachs and one of its vice presidents for defrauding investors by misstating and omitting key facts about a financial product tied to subprime mortgages as the U.S. housing market was beginning to falter.”

Goldman Sachs wies die Beschuldigung der SEC  als  “unbegründet – in law and fact” – zurück. Die Investoren seien sehr wohl über die Risiken informiert gewesen. Das Investment-Unternehmen hätte selbst US-$ 90 Millionen verloren. Man würde doch nicht ein Portfolio konstruieren und empfehlen, wenn man selbst so viel Geld verlöre. Alle Informationen hätten vorgelegen, behauptet Goldman Sachs.

Der größte Investor ACA (Angel Capital Association) habe sich für ein Hypotheken-Portfolio im Wert von € 951 Millionen  “nach langen Diskussionen mit erfahrenen und unabhängigen Agenten” – darunter auch Paulson & Co – so entschieden.  Goldman Sachs habe gegenüber der ACA niemals Paulson als “long investor” vorgestellt.  “Goldman Sachs never represented to ACA that Paulson was going to be a long investor.” Es sei jedoch völlig normale Geschäftspraxis, die Teilnehmer an einer Transaktion  – Käufer oder Verkäufer – namentlich nicht zu nennen.

John Alfred PAULSON (55) wurde über Nacht nicht nur an der Wall Street in seiner Heimatstadt New York  bekannt/berühmt, weil er während der Subprime-Krise “rechtzeitig”  gegen den US-Immobilienmarkt gewettet hatte und damit im Jahre 2007 rund  US-$ 3,7 Milliarden kassierte. Die Financial Times Deutschland verlieh Paulson den Titel “Subprime-Krösus“.

Der Betrugsverdacht gegen Goldman Sachs löste naturgemäß neuerliche Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten aus.  Die Aktien großer Bankhäuser brachen ein – so auch die der Deutschen Bank. Die Goldman Sachs-Papiere  verloren zunächst  buis zu 15 %,  die Papiere der Deutsche Bank  gaben mehr als 7 % nach.

Fakt ist, dass die deutsche  Mittelstandsbank IKB in  Düsseldorf im April 2007 noch zu den Großabnehmern der Papiere gehörte. Die Tochter der staatlichen Förderbank KfW soll rund US-$ 150 Millionen  investiert haben. Die IKB konnte im Sommer 2007 nur mit staatlicher Milliardenhilfe “gerettet” werden.  In Berlin verlautet, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) werde  ein Auskunftsersuchen an die SEC stellen und erwäge  “rechtliche Schritte” gegen Goldman Sachs.

Inzwischen soll auch gegen den Vorstandschef von Goldman Sachs, Lloyd BLANKFEIN, ermittelt werden. Seiner Bank wurde schon zu  George W. BUSH-Zeiten eine  “zu enge Verbindung zur Politik” unterstellt.  Der früherer Vorstandschef  von Goldman Sachs ,Henry PAULSON, (nicht verwandt mit dem Hedge Fonds-Paulson)  war  US-Finanzminister, als Goldman Sachs in der Krise im Rahmen der staatlichen Rettungsmilliarden   (“bailout”) angeblich bevorzugt  wurde.

Nach den Betrugsvorwürfen gegen Goldman Sachs forderte der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss, Frank SCHÄFFLER,  Berlin  sollte  “die Geschäftsbeziehungen mit der US-Bank erst einmal ruhen lassen, bis die Vorwürfe eindeutig geklärt sind”. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten und Goldman Sachs Investoren in die Irre geführt haben, könne die Bank nicht mehr mit der Emission von Staatsanleihen betraut werden, so der FDP-Politiker.

Auch der CSU-Generalsekretär Alexander DOBRINDT sagte dem Handelsblatt, wenn sich die Vorwürfe gegen Goldman Sachs tatsächlich bestätigten, gehörten die Geschäftsbeziehungen mit Goldman Sachs auf den Prüfstand. “Bei einer Bank, die bei der Emission von Staatsanleihen mitarbeitet, darf es keine Zweifel an der Lauterkeit geben”, so der CDU-GS.

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