GiNN-BerlinKontor.—Karl-Josef LAUMANNN, Arbeitsminister in NRW und Vorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA) , und der bayerische Wirtschaftsminister Erwin HUBER (CSU) haben am 29.06. in Berlin das Konzept der UNION für “Betriebliche Bündnisse für Soziale Kapitalpartnerschaften” vorgelegt. Im Unterschied zum “Deutschlandfonds”-Vorschlag der SPD – will die CDU/CSU die Arbeitnehmer direkt an ihrem Unternehmen beteiligen. Ziel soll es sein, die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb zu erhöhen und ihre Leistungsbereitschaft zu steigern. CDA-Chef Laumann fordert mehr Mitarbeiterbeteiligung, die Beschäftigten müssten am Erfolg der Wirtschaft teilhaben.
Derzeit sind in Deutschland nur rund 8 % der Arbeitnehmer an dem Unternehmen beteiligt, in dem sie arbeiten. Im benachbarten Ausland sind es bis zu 20 %. Um ein ähnliches Niveau auch hier zu Lande zu erreichen, müsse das staatliche “Anreiz-System” verbessert werden, so die Unionspolitiker. Nach ihrer Vorstellungen sollen die Beschäftigten insgesamt € 1.000 jährlich steuerbegünstigt als Kapitalbeteiligung an ihrem Unternehmen erhalten bzw. erwerben können. Außerdem soll die Möglichkeit offen gehalten werden, die Kapitalbeteiligung steuerunschädlich in eine Altersvorsorge zu übertragen.
Laumann sagte vor der Presse, die Union glaube, dass die Zeit für eine Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital “überreif” sei. Der bayerische Minister Huber betonte, Vision sei, dass mit dem Projekt die Bindung des Arbeitnehmers an das eigene Unternehmen gestärkt werde. Die unmittelbare Beteiligung des Arbeitnehmers am eigenen Unternehmen habe daher Vorrang.
Die SPD will mit ihrem “Deutschland-Fonds” die Arbeitnehmer indirekt am Unternehmen partizipieren lassen. Danach sollen in den Fonds keine Gehaltsbestandteile fließen, sondern Bonus- oder Extrazahlungen der Firmen. Die indirekte Beteiligung soll die Arbeitnehmer vor dem Risiko von Pleiten schützen.