Uni Bayreuth zum Fall Guttenberg

GiNN-BerlinKontor.—In einer Medienmitteilung  erklärt die Universität Bayreuth, die die angeblich  “abgeschriebene Doktorarbeit” des Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg  mit  summa cum laude benotet hatte, die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ der Universität habe die Plagiatsvorwürfe “aufgearbeitet” und der Hochschulleitung der Universität Bayreuth das Ergebnis der Untersuchung vorgelegt. Die Kommission habe zwar  “eine Mitverantwortung des Doktorvaters und des Zweitgutachters für das wissenschaftliche Fehlverhalten von Herrn zu Guttenberg verneint”,  allerdings festgestellt, dass die Benotung der Guttenberg-Dissertaion mit dem Prädikat summ cum laude  “einer ausführlicheren Begründung bedurft hätte.”

In der Erklärung heisst es weiter, die Kommission habe die Guttenberg-Doktorarbeit drei Monate lang geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass  der Vorwurf eines  “vorsätzlichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens” zu Guttenbergs berechtigt sei. Wörtlich heißt es: „Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Freiherr zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat. Über die ganze Arbeit verteilt fänden sich Stellen, die als Plagiat zu qualifizieren seien. Besonders deutlich lasse sich dies anhand der verwendeten Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages veranschaulichen. Herr zu Guttenberg habe sich immer wieder die Autorschaft angemaßt, was bewusstes Vorgehen voraussetzt. Dafür sprächen eine Vielzahl von Indizien – etwa Umformulierungen der Originaltexte, Umstellung der Syntax, Verwendung von Synonymen sowie einzelne Auslassungen.”

Die Kommission weist darauf hin, dass Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg mit seiner Zustimmung zur Veröffentlichung des Berichts einen „entgegenkommenden Verzicht auf seine Persönlichkeitsrechte im Interesse der Aufklärung des Sachverhalts zum Schutze des Ansehens der Universität Bayreuth“ geleistet hat. (Quelle:www.uni-bayreuth.de).

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) meint:  “Die Kommission der Universität Bayreuth müsste sich eigentlich auch mit der Selbstkontrolle der Forschung befassen. Wer Absolventen bestraft, muss auch nach der Verantwortung der Professoren und Wissenschaftler fragen.”

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