Uni Bayreuth verteidigt Guttenberg-Promotion

GiNN-BerlinKontor.—Der Präsident der Universität Bayreuth, der Physiker Prof. Dr. rer.nat. Rüdiger BORMANN, hat auf einer Pressekonferenz auf dem Campus erklärt, seine Universität erwarte, dass  Karl-Theodor ZU GUTTENBERG  bei der  Aufklärung der Plagiat-Vorwürfe gegen ihn  beim Erstellen seiner Doktorarbeit – wie versprochen – mitarbeitet. ER müsse der “Kommission zur Selbstkontrolle in der Wissenschaft” Rede und Antwort stehen. Die Kommission werde prüfen, ob der Doktorand in der Zeit von 2002-2007 beim Verfassen seiner Arbeit  “aktiv getäuscht” hat.

Bormann nannte es “absoluten Quatsch” , dass die Uni Bayreuth sich mit der schnellen  Aberkennung des Dr.-Titel um die Frage einer absichtlichen Täuschung habe drücken wollen. Vielmehr sei es um ein “sauberes, schnelles Verfahren” gegangen. Guttenberg sei der erste Absolvent der 1975 gegründeten Universität gewesen, dem man einen Doktortitel aberkennen musste.

Markus MÖSL, der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät,  sagte zur Annahme und  Zulassung Guttenberg-Dissertaion, es habe keine  “Lex Guttenberg” gegeben. Es sei vielmehr “häufige Praxis”, dass sich auch “nicht die besten Studenten” über gute Seminarleistungen  für eine Promotion  “qualifizieren” konnten.  Aber auch die Universität Bayreuth  habe “Klärungsbedarf, wie die Arbeit Guttenbergs mit der Bestnote bewertet werden konnte.

DIE ZEIT kommentierte: “Tatsächlich wurden Doktorgrade in den vergangenen Jahren geradezu inflationär vergeben, und vermutlich würden auch andere Promovenden ins Schwitzen geraten, wenn man an ihre Arbeit die Maßstäbe redlichen Arbeitens mit voller Strenge anlegen würde. Das soll und kann zu Guttenbergs Plagiat zwar nicht entschuldigen. Aber die Hochschulen müssen sich auch fragen lassen, ob sie ihre Standards stets so hochhalten, wie sie gerne behaupten – und welche Lehren sie nun aus dem Fall ziehen.  Allen voran gilt das natürlich für die Universität Bayreuth. Nicht nur der Ruf von zu Guttenbergs Doktorvater, Peter HÄBERLE, ist beschädigt; auch die Prüfungskommission, letztlich die ganze Jura-Fakultät (in der zu Guttenbergs Dissertation ja zur Ansicht auslag) muss sich vorwerfen lassen, nicht genau genug hingesehen zu haben.”

10 Gedanken zu “Uni Bayreuth verteidigt Guttenberg-Promotion

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    auch ich habe promoviert. Mir wurde der Doktortitel verliehen.
    Ich frage mich nur, warum wurde K.T. von Guttenberg der Titel mit summa
    cum Laude verliehen. Wurde die Doktorarbeit nicht überprüft, so sind
    für mich letzlich der Doktorvater und das Gremium schuldig und müssen die
    Verantwortung übernehmen. Herr K.T. von Guttenberg könnte heute noch
    Verteidigungsminister sein, wenn die Universität Bayreuth ihre Pflichten
    nicht verletzt hätten. Jetzt tun die Herren so, als ob sie keine Verantwortung
    tragen. Das ist kein guter Stil und sollte gerade für Juristen ein Beispiel sein,
    selbst für Fehler einzustehen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Dr. Horst Teske

  2. Nach meinem Dafürhalten hat sich der Lehrkörper, hier die mit der Doktorarbeit des Herrn K.T. zu Guttenberg befassten Professoren, schuldig gemacht.
    Hat der Doktorvater die Arbeit überhaupt ordnungsgemäß zur Kenntnis genommen?
    Wenn der Doktorvater, wie es allgemein üblich ist, umfassende Literaturkenntnisse hatte, mußte er doch zwangsläufig einige der vielen
    in der Arbeit enthaltenen, bekannten Veröffentlichungen kennen und diese dem betreffenden Doktoranden vorhalten!

    Dr. K.-H. Kauder

  3. wir sind der Meinung, daß sich die Uni Bayreuth den Schuh von Herrn zu Guttenberg selbst anziehen muß, sie hat bei ihrer Betreuung der Arbeit total versagt oder schlampig gearbeitet.Normal müßten die betreffenden Personen genauso Fehler eingestehen und gehen – oder sich öffentlich entschuldigen.
    Unverschämt finde ich auch, daß man die Aussage von Frau Merkel wissenschaftlich falsch verstehen will.

    M. Schuster

  4. Ja, genau, den Kommentaren von Dr. Teske, Dr. Kauder und Frau Schuster stimme ich voll zu.
    DIE UNIVERSITÄT BAYREUTH IST SEHR WOHL MITSCHULDIG in erheblichem Maße!!! Deshalb dürfen die jetzt gar nicht auf Karl-Theodor zu Gutten so gemein herumhacken! Die haben selbst nicht aufgepasst.
    Ich arbeite seit 1988 an einer Universität und weiß darum, wie Promotions-Verfahren ablaufen.
    Gruß
    Gerlinde Seeger

  5. Sorry, ich habe vorhin den Namen meines “Lieblings” Karl-Theodor zu Guttenberg (trotz korrekturlesens) nicht richtig geschrieben.
    Also ich wünsche mir sehr, dass er später wieder in die Politik zurückkehrt.
    Und Herrn von Guttenberg selbst wünsche ich alles Liebe und Gute, ich finde ihn “Klasse” !

    Viele Grüße
    Gerlinde Seeger

  6. Das Fehlen zahlreicher Fußnoten und Anführungszeichen in der Dissertation Guttenbergs ist so offensichtlich, daß man für die Annahme einer absichtlichen Täuschung durch den Autor diesem gleichzeitig ein solches Ausmaß an Dummheit unterstellen muß, wie es dieser ebenso offensichtlich nicht besitzt.
    Wenn man jetzt die Schuld für die mißglückte Promotion bei allen Beteiligten sieht, dann sollte auch eine Möglichkeit gefunden werden, in einer gemeinsamen Anstrengung die Verfahrensfehler zu heilen. Die Promotionskommission könnte die Wiedervorlage der um die fehlenden Fußnoten und Anführungsteichen ergänzten Dissertation anregen und dann das Promotionsverfahren an dem Punkt neu beginnen lassen, wo die beiderseitigen Fehler gemacht wurden.

  7. Werte Frau Gerlinde Seeger,
    ich bezweifle Ihre Aufrichtigkeit, denn zu einem Betrug, wie hier geschehen gehören immer zwei oder mehrere Personen.
    Prof. Häberle, der zu seinen Studenten Vertrauen aufbaute und dieses erwartete wurde missbraucht !!!
    Daher trifft Ihren so verehrten Herrn Guttenberg die Schuld als Betrüger direkt und allein.
    Ich frage mich nur, wie ein normal denkender Mensch die betrügerischen Strukturen eines Herrn Guttenberg nicht zu durchschaut vermag!?
    Man bedenke: Schwacher Schüler, kein vollendetes Studium ( nur ein Teilstudium ), vorgetäuschte und nichtige Doktorarbeit aus Anlass der Kaschierung einer verminderten Intelligenz usw. usw..
    Resultat: Armes Würstchen aber dennoch ein dümmlicher und damit gefährlicher Betrüger !!!

  8. Pingback: Fall Guttenberg: Kommen die Versager der Uni Bayreuth ungeschoren davon? – klatsch-tratsch.de | Chatten Bayreuth

  9. So, der Guttenberg ist nun Geschichte. Jetzt wollen wir mal hoffen, dass wieder etwas Ruhe in die Geschichte kommt und sein Nachfolger sich um seine eigentliche Aufgaben kümmert. Das ist vor allem der Rückbau der Bundeswehr und der Abzug der Soldaten aus Afghanistan. Die Soldaten hätten dies wirklich verdient.

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