Uni Bayreuth: War “summa cum laude” Irrtum ?

GiNN-BerlinKontor.—Die Universität Bayreuth, dessen Fakultät der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften dem Ex-Doktoranden Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG (CSU)  2009 “Titel, Rechte und Würde” eines doctor ius mit der schriftlichen und  mündlichen Note summa cum laude verliehen hatte”, hat dem deutschen Verteidigungsminister den akademischen Grad “Dr jur” aberkannt.  Zu Guttenberg  hatte zuvor in einem Brief an die Universität  (mit Briefkopf seines Minsteriums) “gravierende handwerkliche Fehler” bei seiner Doktorarbeit eingeräumt und selbst um die Aberkennung des Titels gebeten.
Der Präsident der Universität Bayreuth, Rüdiger BORMANN, erklärte am 23.02. in Bayreuth, Freiherr zu Guttenberg habe  “wissenschaftliche Standards objektiv nicht eingehalten”.  Er habe gegen diese “in erheblichem Umfang verstoßen”. Die wörtliche und sinngemäße Übernahme von Textstellen ohne hinreichende Kennzeichnung sei “unzulässig”.  Nun will die Uni Bayreuth frühere Promotionen  ihrer Studenten nochmals “überprüfen”. BerlinKontor meint: Dies hätte den “Doktorvätern” auch früher auffallen und einfallen können/sollen.

Die Bewertung einer Dissertaion erfolgt nach einem gründlichen “rigorosum” (lat.:streng). Ein Rigorosum steht für eine  s t r e n g e  Abschlussprüfung zur Erlangung z.B. eines Doktorgrades.  Zu Guttenberg erhielt von der zuständigen Fakultät seiner Uni  nach einer solchen Prüfung die höchste Benotung einer Hochschule: summa cum laude, (mit höchstem Lob“, “mit Auszeichnung”, “hervorragend” – d.i. eine 1 + oder “exzellente Leistung”.

Die weiteren “Noten” sind:: “cum laude” – „mit Lob“ oder „gut“  – eine “2″. Es  folgt “satis bene”‚  das bedeutet „genügend“ oder “durchschnittlich”. Die Bewerung einer Dr-Arbeit mit  “rite” – steht für: „ausreichend“ -  für eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch gerade dem wissenschaftlichen Anforderungen genügt. Eine Benotung, die übrigens viele MdBs aller Parteien vorweisen können, heißt es.

Die Dr-Prüfung nicht bestanden hat der candidus, wenn festgestellt wird: “non probatum”,non sufficit“, „non rite“, „insufficienter“,  also: „ungenügend“ oder „nicht bestanden“ – also ein “Durchfall”  wegen einer “insgesamt nicht mehr brauchbaren Leistung”.(Quelle Wikipedia)

Die schäumenden Kritiker der Guttenberg-Dissertation müssen nun damit rechnen, dass auch ihre akademischen Grade – sollten sie “regulär” erarbeitet worden sein – einer genauen, vielleicht peinlichen Untersuchung unterzogen werden. Die Amerikaner nennen das “scrutinizing”.

Übrigens: Für DDR-Doktoranden  an Universitäten des “Arbeiter- und Bauenstaates” war neben einer “positiven Bewertung” der Dissertation ein Nachweis über  “vertiefte Kenntnisse im Marxismus/Leninismus”  zwingend erforderlich. Das Promotionsrecht lag beim DDR-Minister für Hoch- und Fachschulwesen. Hinzu kam natürlich der obligatorische russische Sprachunterricht -  Russisch war Pflichtfach.

Ernst ELITZ schrieb dazu in BILD (05.03.): “Was ist ein Doktor-Titel wert? Die DDR hat uns Doktoren vererbt, die Marx und Engels, Lenin und Stalin richtig zitierten. Sie wurden Dr. für Parteigewäsch und tragen den Titel bis heute.”

Ein Gedanke zu “Uni Bayreuth: War “summa cum laude” Irrtum ?

  1. Summa cum laude ist nur noch zu toppen durch c(s)umma cum claude!
    Wer weiss, wie viele Honorationen im stillen Kämmerlein nun um ihre höchste Auszeichnung bangen müssen.

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