Uni Bayreuth prüft Dr.-Arbeit Guttenbergs

GiNN-BerlinKontor.—Allein die Universität Bayreuth entscheidet über einen Entzug des Doktor-Titels von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu GUTTENBERG (CSU).  Universitätspräsident  Rüdiger Bormann erklärte am 23.02. vor der Presse: „Ob zu Guttenberg den Titel führt, obliegt ihm selbst. Die Entscheidung über die promotionsrechtlichen Konsequenzen liegt bei der Universität.“  Das heißt:  nur  die Universität Bayreuth – die Rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät – kann einen akademischen Grad verleihen oder entziehen. Eine Kommission der zuständigen Fakultät untersucht nun den “Fall Guttenberg”. Der Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Markus MÖSTL, sagte, das Eingeständnis eines Fehlverhaltens durch Guttenberg (“habe handwerkliche Fehler gemacht”) erleichtere die Prüfung. Ein Termin für einen Abschluss der Kommissionsprüfung wurde von der Uni Bayreuth nicht genannt. Man wolle sich aber  “nicht unter Zeitdruck setzen lassen”.

Uni-Präsident Rüdiger Bormann  (“Der ganze Fall ist einmalig”) betonte, der Doktorand zu Guttenberg habe nach Vorlage seiner Dissertation auch die mündliche Prüfung mit “summa cum laude”  (1 +) bestanden. Seine schriftliche Erklärung, dass er seinen Dr. jur. nicht mehr führen werde, habe die Arbeit der Kommission “erleichtert”. Grundlage bleibe jedoch die Promotionsordnung der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen der Universität Bayreuth – eine durchaus renomierte Hochschule in Deutschland, an der unter anderem auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts,  Andreas Voßkuhle, Jura studierte.

Die Promotionsordnung schreibt unter anderem vor, dass “die genutzte Literatur und sonstige Hilfsquellen vollständig anzugeben sind – und wörtlich – oder nahezu wörtlich dem Schrifttum entnommene Stellen kenntlich gemacht werden müssen.”

Die Universität Bayreuth hat feste “Regeln zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten”, in denen es unter anderem heißt: “Die Universität als Stätte von Forschung und Lehre muß für die Einhaltung dieses Gebots der Wahrhaftigkeit in besonderer Weise Verantwortung tragen. Sie nimmt ihre Verantwortung für ihre Absolventen auch dadurch wahr, daß sie den Studierenden im Studium die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens und guter wissenschaftlicher Praxis vermittelt. Dies geschieht üblicherweise bereits in den Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten im Grundstudium.”

Weiter heißt es, die Universität treffe auch “Vorkehrungen für den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten”. Dies läge z.B. vor, wenn  “in einem wissenschaftserheblichen Zusammenhang  bewußt oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, geistiges Eigentum anderer verletzt oder die Forschungstätigkeit Dritter in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird.”

Als  “schwerwiegendes Fehlverhalten”  kommt auch in Betracht: die  “Verletzung geistigen Eigentums in bezug auf ein von einem anderen geschaffenes urheberrechtlich geschütztes Werk oder von anderen stammende wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypothesen, Lehren oder Forschungsansätzen.” (Quelle: Universität Bayreuth)

Universtätspräsident Bormann sagte vor der Presse in Bayreuth: “Ich befürchte, wenn ein Student wirklich betrügen möchte, dann kann es es machen. Dahinter zu kommen ist sehr, sehr schwer. Dies muss ich in dieser Klarheit und Offenheit sagen.”

Die SPD forderte in Berlin den sofortigen Rücktritt zu Guttenbergs vom Amt des Verteidigungsministers. SPD-Fraktionsgeschäftsführer im Deutschen Bundestag, Thomas OPPERMANN sagte: “Minister Guttenberg hat getäuscht und gelogen.”

Ähnlich äußerte sich der Fraktionschef und ehemalige Außenminister Frank-Walter STEINMEIER. Oppermann: “Die Kanzlerin muss sich jetzt fragen, ob ein Lügner im Kabinett bleiben darf. Mit den Werten unserer Verfassung und dem Prinzip der Wahrhaftigkeit ist das nicht vereinbar. Ein Lügner im Kabinett würde die politische Demokratie in Deutschland verändern.”(SPD-Pressedienst)

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