Zum Tod von Peter Scholl-Latour

GiNN-BerlinKontor.—Zum Tod von Prof. Peter SCHOLL-LATOUR (90)  erklärte  Monika GRÜTTERS, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, “mit dem Tod von Peter Scholl-Latour verliert Deutschland einen der letzten großen journalistischen Welterklärer. Durch seine gediegene Bildung, insbesondere der profunden Kenntnis des Islam und der arabischen Welt, seiner Jahrzehnte langen Zeitzeugenschaft und Lebenserfahrung sowie der Bekanntschaft mit vielen Persönlichkeiten der Weltgeschichte war er ein herausragender journalistischer Beobachter mit Weltgeltung.

 

Als meinungsstarker Fernsehjournalist an allen Brennpunkten der Welt, haben ganze Generationen die Welt mit seinen Augen gesehen.

 

Auch als Publizist und Autor belebte er mit spannenden Reisereportagen das Genre des aufklärenden Reiseschriftstellers auf überzeugende Weise neu. Mit seinem Jahrzehnte langen journalistischen Schaffen trug er zum Verständnis anderer Kulturen und damit zur Völkerverständigung bei, so die Kulturstaatsministerin..

 

Nicht zuletzt wurde er deshalb mit den bedeutendsten deutschen Auszeichnungen für Journalisten geehrt, darunter der Grimme-Preis und der Henri-Nannen-Preis..

 

Seine Lust und Neugier an der Welt, am Einordnen und Querdenken, werden uns sehr fehlen.”

Für die CSU erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende Dr. Peter GAUWEILER, MdB „Mit großer Trauer und Betroffenheit nehmen wir Abschied von Professor Dr. Peter Scholl-Latour, dem großen Publizisten und klarsichtigen Volksaufklärer. Er war Deutschlands erfahrenster Chronist und Kommentator des Weltgeschehens. Mit der ihm eigenen visionären Kraft zeichnete er ein Bild von der Welt, das ganze Generationen prägte und zum Nachdenken über außenpolitische Zusammenhänge und historische Analogien anregte.

Der studierte Orientalist zeichnete schon als junger Journalist ein mutiges Bild des Konfliktes in Indochina und den Wirren um die Entkolonialisierung Afrikas – als Gründer des ARD-Studios und Chefkorrespondent des ZDF in Paris machte er den Wert der deutsch-französischen Verbindung und in besonderer Weise der Politik Charles de Gaulles klar. Die Islamdebatte der letzten Jahrzehnte in Deutschland und die Diskussionen um die Zusammenhänge von Religion und Politik sind ohne seine Beiträge nicht darstellbar.

Seine unideologische Darstellung der Zusammenhänge erlaubte es seinen Lesern und Hörern, Tatsachen zu erfahren, die der von ihm verachtete “Mainstream” immer wieder zu unterschlagen versucht hat. Die aktuellen Konflikte im Irak, in Pakistan und im Herzen Afrikas hat er – teilweise seit Jahrzehnten – vorausgesagt. Von größter aktueller Bedeutung waren und sind seine Warnungen vor einem neuen Kalten Krieg zwischen dem alten Westen auf der einen Seite, Moskau, Peking und der islamischen Welt auf der anderen. Die feste Verankerung im christlichen Glauben war ihm bei allem, was er sagte und schrieb, ein unaufdringlicher, aber gleichwohl erkennbarer Kompass…. Wir verlieren mit Peter Scholl-Latour einen hochgeschätzten und herausragenden Ratgeber, dem wir zu großem Dank verpflichtet sind.” (Quelle: csu.de).

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