ThyssenKrupp:5,8 Mrd € minus

GiNN-BerlinKontor.—Der Aufsichtsrat der THYSSENKRUPP AG AG hat den Jahresabschluss für 2011/2012 vorgelegt. Danach lagen die Netto-Finanzschulden des Konzerns lzum 30. September 2012 mit € 5,8 Milliarden und somit über dem Vorjahreswert von € 3,6 Mrd. Dazu heißt es u.a.: “Die Geschäftsentwicklung von Steel Europe war durch die anhaltende Marktschwäche in der zweiten Jahreshälfte belastet. Zu einem Rückgang der Bestell- und Versandmengen hat auch die Veräußerung des Metal-Forming-Geschäfts beigetragen. Der Auftragseingang ging insgesamt um 15 % auf € 10,5 Mrd zurück, der Umsatz um 14 % auf € 10,9 Mrd. Das bereinigte EBIT erreichte € 247 Mio nach € 1.133 Mio im Vorjahr. Neben den geringeren Absatzmengen machten sich hier ein hoher Preisdruck und ein gestiegener Aufwand für Einsatzstoffe bemerkbar.”

Vorstandsmitglieder müssen gehen: Die Bestellung der Vorstandsmitglieder Olaf Berlien,. Jürgen Claassen und Edwin Eichler wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2012 aufgehoben. Mit den Werken in Brasilien und USA hatte sich der Konzern wohl “überhoben”. Heinrich HIESINGER , Vorsitzender des Vorstands der ThyssenKrupp AG: „Aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums des Verkaufsprozesses der Werke in Brasilien und den USA wird die Business Area für das Geschäftsjahr 2011/2012 als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen. Das Projekt Steel Americas und die verschiedenen Compliance-Verstöße haben nicht nur einen immensen finanziellen Schaden verursacht. Wir haben dadurch auch an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren. Der Aufsichtsrat hat mit den Veränderungen im Vorstand ein klares Zeichen für einen Neuanfang gesetzt. Die Entscheidungen erfolgten in enger Abstimmung mit mir. Wir etablieren konsequent eine neue Führungskultur, die auf Ehrlichkeit, Transparenz und Leistungsorientierung basiert. Dafür stehen wir als Vorstand ein.“
Der Verkaufsprozess für die Werke der Business Area Steel Americas in Brasilien und den USA – so Hiesinger – verlaufe “planmäßig”. In der im November 2012 gestarteten zweiten Phase werde einer Auswahl von Interessenten die Möglichkeit gegeben, “die Werke im Rahmen einer so genannten Due Diligence zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben.”

ThyssenKrupp investiert jedoch derzeit in China und Indien, wo es zwei neue Werke baut. Das Neuanlagengeschäft in Südeuropa dagegen sei “schwach geblieben” und belastete Ergebnis und Margen.  Im Geschäftsjahr 2011/2012 erreichte die Business Area ein bereinigtes EBIT von € 587 Mio € nach € 641 Mio € im Vorjahr.

Weiter heißt es in dem Geschäftsbericht: “Der Automobilmarkt in Europa war zwar im Vergleich zum US-Automobilgeschäft insgesamt rückläufig, die Business Area profitierte jedoch von der guten Geschäftsentwicklung wichtiger Kunden und der regen Nachfrage im Mittelklasse- und Premiumsegment. Das bereinigte EBIT lag mit € 453 Mio 10 % unter dem Vorjahreswert. Anlaufkosten für neue Produkte und Werke und die rückläufige Nachfrage im Windenergie- und Infrastrukturbereich in China belasteten das Geschäft.

Marine Systems konzentriert sich nach erfolgreicher Neuausrichtung nun ausschließlich auf den Marineschiffbau. Dank der höheren Nachfrage nach Fregatten und U-Booten in außereuropäischen Ländern stieg der Auftragseingang um 21 % auf € 3,6 Mrd . Der Auftragsbestand erhöhte sich im Berichtsjahr sogar auf das Rekordniveau von € 9,0 Mrd Der Umsatz blieb mit € 1,2 Mrd unter dem Vorjahreswert von € 1,5 Mrd Das bereinigte EBIT erreichte mit € 169 Mio (Vorjahr: € 213 Mio) ein weiterhin gutes Niveau.”

Dennoch: “ThyssenKrupp plant, die Effizienz des Konzerns erheblich zu steigern und die Kosten weiter zu senken. Im Geschäftsjahr 2011/2012 erreichten die Performance-Maßnahmen des Konzernprogramms „impact“ bereits einen positiven EBIT-Effekt von mehr als € 300 Mio. Darauf aufbauend soll in den kommenden drei Jahren durch das Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm ein kumulierter positiver EBIT-Effekt von weiteren € 2 Mrd  erzielt werden. Ausschlaggebend dafür sind eine Performance- und Effizienz-Steigerung der Business Areas, verschiedene Querschnittsinitiativen über alle Business Areas hinweg sowie eine Straffung der Konzernführungsorganisation.”

Bei ThyssenKrupp arbeiten über 150.000 Mitarbeiter in rund 80 Ländern. Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011/2012 nach eigenen Angaben einen Umsatz von € 40 Milliarden. (Quelle thyssenkrupp.de).

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