GiNN-BerlinKontor.—Ad rem.—Laut World Wealth Report der Bank Merrill Lynch und Capgemini gibt es in der Bundesrepublik Deutschland mehr als 800 000 Millionäre. Wegen des hirnrissigen Gieskannenprinzips, ein staatliches Kndergeld auch diejenigen auszuzahlen, die es nicht nötig haben, sollen viele Millionärsfamilien nach eigenen Angaben mehrmals vergeblich versucht haben, das Kindergeld zurückzuerstatten. Es wurde jedesmal rüde abgelehnt. Nicht alle spendeten dieses vom Staat zusätzlich geschenkte Geld für wohltätige Zwecke, sondern liessen/lassen es zwecks Vermögensvermehrung auf ihren Bank-Konten “arbeiten”. Ein Skandal! In Amerika läuft nun ein ähnliches Programm an. Dort heißt es seit Anfang Mai: “Der Scheck kommt mit der Post”.
US-Präsident George W. BUSH startete eine grosse Geldschenkungsaktion für über 130 Millionen Amerikaner, die es bisher noch nie im Land der unbegrenzen Mögklichkeiten gab. Das Finanzministerium (Treasury Department) verschenkt in diesen Tagen auf Weisung des “outgoing President GWB” Millionen von US-Dollars an “Familien, Arbeiter und Unternehmen”, so das Weiße Haus. “The check is in the mail”. Der Briefträger bringt diesen Amerikanern – ob arm oder reich – einen White House-Scheck in Höhe von US-$ 600 für Einzelpersonen, US-$ 1200 für Ehepaare und US-$ 300 für jedes Kind.
Bush boxte im US-Kongress ein – sage- und schreibe – 150 Milliarden (!) Dollar-Paket durch, um die Kauflust (purchasing power) der Amerikaner zu stimulieren. Der Präsident will so die rabiaten Preissteigerungen an den Tankstellen (gas pumps) und in den Supermärkten (grocery stores) austarieren und die lahmende US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Den Amerikanern versprsch Bush zudem weitere und größere Erdölbohrungen im Norden Alaskas und den Bau neuer Atomkraftwerke “to increase our domestic energy supply”.
In seiner wöchentlichen Radioansprache “An das amerikanische Volk” am 3. Mai sagte der US-Präsident den hohen Hypotheken den Kampf an. Leider sei der US-Kongress seinem Vorschlag nicht gefolgt, den Haus- und Wohnungsbesitzern durch eine radikalen Finanzierungsreform die Behausungen sofort zu sichern. Dennoch glaube er, dass die Finanz- und Hypothekenkrise in USA bald überwunden sei. Am Ende werde Amerika stärker dastehen, als je zuvor, Bush: “I am confident that we will weather this rough period and emerge stronger than ever”.
Bleibt für uns Deutsche nur die Hoffnung, das die Regierungsparteien im kommenden Wahlkampf ähnliche “Überredungsaktionen” in Form von Steuer-Rückzahlungen starten. Dann könnte es heissen: “Sie haben eine Post-Überweisung von Peer Steinbrück.” Dies würde ihn sicherlich ins Kanzleramt katapultieren.
Detlef R. Peters
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