Tarifergebnis für nordwestdeutsche Stahlindustrie

GiNN-BerlinKontor.—Die Tarifverhandlungen für die rund 85.000 Beschäftigen der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen wurden am 30.09. erfolgreich abgeschlossen.  Das Ergebnis: 3,6 % höhere Einkommen ab Oktober sowie die Gleichstellung von Leiharbeitern und Einmalzahlungen für September. IG Metall und Arbeitgeber in der Stahltarifrunde einigten sich wie folgt: Für September 2010 gibt es einmalig € 150 . Ab 1. Oktober 2010 steigen die Löhne und Gehälter um 3,6 %. Die Auszubildenden bekommen ab 1. September 2010 in allen Ausbildungsjahren € 40  mehr. Die Laufzeit ist bis zum 31. Oktober 2011 vorgesehen. Leiharbeiter erhalten in allen Betrieben der Stahlindustrie das gleiche Geld wie die Stammbeschäftigten. Wenn die Verleihfirma die Arbeit nicht gleich bezahlt, haftet das Stahlunternehmen gegenüber dem Leiharbeiter. Dieser Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2012. Der Tarifvertrag “Demografischer Wandel” wird verlängert. Eine gemeinsame Kommission aus IG Metall und Arbeitgebern soll eine gemeinsame Bestandsaufnahme machen.

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold HUBER sagte zu dem Tarifergebnis in der nordwestdeutschen Stahlindustrie, es sei  “fair und gerecht”. In der tariflichen Regelung zum Equal-Pay für die in der Stahlbranche eingesetzten Leiharbeitnehmer sagte der Gewerkschaftsvorsitzende: “Die Vereinbarung für Leiharbeitnehmer ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Verbreitung des Equal-Pay-Grundsatzes.”

Helmut KOCH, Arbeitgeberverband Stahl, erklärte, der Abschluss belaste seine Mitgliedsunternehmen erheblich. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) verurteilte “aufs schärfste” die Einigung. Dies sei ein “Eingriff in die bestehenden Tarifverträge in der Zeitarbeit”. Der stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende Holger PIENING betonte:  “Wenn die IG Metall über Tarife in der Zeitarbeit verhandeln will, sind  WIR der richtige Ansprechpartner.”

Gesamtmetall-Präsident Martin KANNEGIESSER erinnerte im  “Wirtschaft & Markt-Magazin”: “In unserer Industrie sind die Löhne in den vergangenen zwanzig Jahren um fast 80 % gestiegen. In die tiefe Krise hinein haben wir eine Tariferhöhung von 4,2 % gehabt, und danach haben wir gemeinsam mit den Gewerkschaften auf Krisenmanagement umgeschaltet. Das hat sich auch in unserem Tarifabschluss vom Februar 2010 gezeigt, wo wir voll auf Beschäftigungssicherung gesetzt haben – beide Seiten auch im Bewusstsein, dass Beschäftigungssicherung trotz massiver Unterauslastung die Unternehmen viel Geld kostet. Dennoch gab es Einmalzahlungen, die im laufenden Jahr die Teuerungsrate ausgleichen – und wir haben sogar für 2011 schon eine Tariferhöhung von 2,7 % vereinbart.” In der Metall- und Elektro-Industrie stehen die nächsten Tarifverhandlungen eigentlich erst wieder 2012 an.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>