Tag der Heimat:”Nur die Wahrheit macht frei”

GiNN-BerlinKontor.—Die Katastrophe der Vertreibung von fast 15 Millionen Deutschen  “mit allen nur denkbaren Grausamkeiten und Begleiterscheinungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts” sei  schmerzlicher und unauslöschbarer Teil der deutschen Nation, sagte Erika STEINBACH (CDU) , Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) auf dem 60. “Tag der Heimat” in Berlin, der dieses Jahr unter dem Motto stand  “Durch Wahrheit zum Miteinander”.  Der Charakter und die Selbstachtung einer Nation – so Steinbach – zeigten sich darin,  “wie sie mit ihren Opfern der Kriege und mit ihren Toten umgeht“, habe uns der Goethepreisträger Raymond ARON erinnert.  Die Opfer und ihre Nachfahren hätten ein Anrecht darauf, dass  “ihr Schicksal, dem sie stellvertretend für alle Deutschen hilflos ausgeliefert waren, im nationalen Gedächtnis bewahrt wird”, betonte die BdV-Präsidentin. Festredner ist der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst SEEHOFER.

Erika Steinbach unterstrich in ihrer Rede,  die menschliche und kulturelle Dramatik der Massenvertreibungen lasse sich  “weder relativieren noch rechtfertigen – auch nicht unter Hinweis auf ‘Ursache und Wirkung’, wie es in der deutschen Politik und in manchen unserer Nachbarländer gang und gäbe” sei.  Steinbach: “Jeder im Land weiß, wer den Zweiten Weltkrieg begonnen hat. Jeder im Land kennt die Barbareien des nationalsozialistischen Deutschland und das grenzenlose Leid, das dadurch über Europa gekommen ist. Mein tiefes Mitgefühl gilt diesen Opfern. Niemand aber wird mich, die ich im Deutschen Bundestag für die Universalität von Menschenrechten fechte, mit dem Argument von ‚Ursache und Wirkung‘ davon überzeugen, dass eine Barbarei die andere jemals entschuldigen oder gar rechtfertigen kann und darf. Wer immer dem folgen wollte, wäre als Menschenrechtspolitiker fehl am Platze. Menschenrechte nach zweierlei Maß zu bemessen, ist paradox in sich. Die Würde eines jeden Menschen ist zu bewahren und darf nicht angetastet werden. Auch für deutsche Vertreibungsopfer gelten natürlich Menschenrechte unabdingbar, uneinschränkbar, unrelativierbar.”

Steinbach erinnerte an den Sozialdemokraten Peter GLOTZ, der erklärt hatte: „Es wird kein politisches Europa geben, solange man einige europäische Völker wie sanfte Irre behandelt, mit denen offen zu diskutieren der Therapie widerspricht.“ So wie das Klima in Deutschland zur Zeit ist, müsse wohl auch Peter Glotz damit rechnen, aus der SPD ausgeschlossen zu werden, wie man es jetzt mit Thilo Sarrazin plant, unterstrich Steinbach unter Befall.

Gerade die Wahrheit sei es, die  “viele in Deutschland wie der Teufel das Weihwasser fürchten”, sagte Steinbach.  Die jüngsten  “Empörungswellen” zeigten dies auf. Nichts könne so schmerzlich sein wie die Wahrheit. In Johannes 8, 32-33 sei zu lesen: „Nur die Wahrheit macht frei.“  Steinbach bezog sich auf das Bibel-Zitat: “… sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.”

Wenn es um Vertriebene aus Afrika und anderen Kontinenten gehe – so die BdV-Präsidentin – , würden  “vor Mitleid Tränen fließen – und wenn es um die deutschen Vertriebenen geht, braucht man nicht einmal ein Tempo-Taschentuch.“

Die führenden BdV-Mitglieder  seien  “durch und durch Demokraten, und zwar alle”,sagte Steinbach. Zu den GRÜNEN sagte sie, wenn die Fraktionsvorsitzende im Bundestag,Renate KÜNAST, und der Fraktionsgeschäftsführer Volker BECK nun “groß die Klappe aufreißen”, könne sie ihnen nur empfehlen, “die antidemokratischen und gewaltgeprägten Lebensläufe mancher Spitzenpolitiker ihrer Partei aufzuarbeiten und Bescheidenheit und Demut zu üben.”

Bayerns Ministerpräsident Horst SEEHOFER (CSU) sagte in seinem Grußwort vor dem BdV: “Sie sind aufrechte Demokratinnen und Demokraten und keine Revanchisten. Sie stehen auf dem Boden unserer Wirtschafts- und Werteordnung, Sie stehen auf dem Boden des Grundgesetzes.“ Seehofer versicherte dem Bund der Vertriebenen seine volle Solidarität als bayerischer Regierungschef. “Solange ich Ministerpräsident bin, werden wir als Bayern an der Seite der Heimatvertriebenen stehen.“

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