Tag der deutschen Einheit

GiNN-BerlinKontor.-—Am 3. Oktober, dem “Tag der deutschen Einheit”, fand in Stuttgart ein Festakt statt. Bundespräsident Joachim GAUCK erinnerte an die Ereignisse vor 23 Jahren, als er am 3. Oktober 1990 als DDR-Bürger erstmals auf den Stufen vor dem Reichstagsgebäude im Westen Berlins stand: “Ich erinnere mich noch heute an den Klang der Freiheitsglocke, als um Mitternacht die Fahne der Einheit hochgezogen wurde. Es war der Abschluss einer bewegenden Zeit, vom Aufbruch im Herbst 1989 bis zum Tag der Vereinigung – für mich die beglückendste Zeit meines Lebens. Der Freiheitswille der Unterdrückten hatte die Unterdrücker entmachtet – in Danzig und Prag, in Budapest und Leipzig. Was niedergehalten wurde, stand auf. Was auseinandergerissen war, wuchs zusammen. Deutschland wurde wieder eins. Europa überwand die Spaltung in Ost und West.”

Der Bundespräsident führte weiter aus, die Deutschen könnten heute “dankbar für das Vertrauen sein, das andere in uns gesetzt haben, und stolz auf das, was wir seither erreicht haben: Ostdeutsche, Westdeutsche, Neudeutsche – wir alle hier im Lande, zusammen mit Freunden und Partnern in Europa und der Welt. Das vereinigte Deutschland ist heute wirtschaftlich stark, weltweit geachtet und gefordert. Es ist offen, vielfältig und zuversichtlich. Unsere Demokratie ist lebendig und stabil. Deutschland hat ein Gesellschaftsmodell entwickelt, das ein hohes Maß von innerem Einverständnis der Bürger mit ihrem Land hervorgebracht hat. All das ist Grund zur Freude – einer Freude, die vor allem Ansporn sein soll!”

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 22.September sagte Gauck: “Unser Land steht wieder vor einem neuen Anfang – so wie alle vier Jahre. Wir hatten eine Wahl. 44 289 652 Deutsche haben darüber abgestimmt, welche Bürgerinnen und Bürger künftig mitbestimmen werden über die Dinge des öffentlichen Lebens. Meine Damen und Herren Abgeordnete: Ich wünsche Ihnen Leidenschaft, Ehrgeiz und Achtsamkeit für all das, was auf Sie – was auf uns alle – zukommt. Vieles fordert uns heute heraus, die Freiheit in der Freiheit zu entwickeln.”

Zu Europa sagte der Bundespräsident:”Ein starkes Band aus Mentalität, Kultur und Geschichte hält Europa zusammen. Entscheidend aber ist unser unbedingter Wille zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft. Europa kennt nicht nur eine Gestalt, nicht nur eine politische Organisationsform seiner Gemeinschaft. Wir haben zu streiten und zu diskutieren über die beste Form der Zusammenarbeit, nicht aber über den Zusammenhalt Europas! Und unsere Einigungen haben wir so zu kommunizieren, dass die europäischen Völker die Lösungen akzeptieren und mittragen können. Es bleibt die Aufgabe der Politik – und als Bundespräsident nehme ich mich da nicht aus – das Europa Verbindende zu stärken.”

Gauck unterstrich:  ”Unser Land ist keine Insel. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, wir könnten verschont bleiben von den politischen und ökonomischen, den ökologischen und militärischen Konflikten, wenn wir uns an deren Lösung nicht beteiligen.Ich mag mir nicht vorstellen, dass Deutschland sich groß macht, um andere zu bevormunden. Ich mag mir aber genau so wenig vorstellen, dass Deutschland sich klein macht, um Risiken und Solidarität zu umgehen.”

Bundeskanzlerin Angela MERKEL wies zum “Tag der Deutschen Einheit” darauf hin, dass es auch 23 Jahre nach der Wiedervereinigung  noch Defizite bei der Angleichung der Lebensverhältnisse  im Osten  Deutschlands gebe. Als Beispiel, nannte sie die Arbeitslosigkeit, die im Osten immer noch höher sei als im Westen. Zudem seien im Westen die Gehälter höher als im Osten. Merkel dankte allen, die sich für die Wiedervereinigung eingesetzt haben – vor allem die Bürgerrechtler in der früheren DDR.

Winfried KRETSCHMANN (Grüne), Baden-Württembergs Ministerpräsident und derzeit Bundesratspräsident,  würdigte die Wiedervereinigung in Deutschland als “Sternstunde der Geschichte”: “Man konnte ja mit vielem rechnen: Aber dass eine Diktatur gestürzt wird von Menschen, die aus Kirchen kommen mit brennenden Kerzen – zunächst in überschaubarer Zahl, dann von Woche zu Woche anwachsend – das hat schon ans ‘Wunderbare’ gegrenzt!”.

Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands sprach in einer Erklärung zum “Tag der deutschen Einheit” von einem “Glückstag der deutschen Geschichte” vor 23 Jahren, als “nach Jahrzehnten endlich wieder zusammenkam, was immer zusammengehörte: Familien, Freunde, Heimat. Wir erinnern uns deshalb immer wieder mit Dankbarkeit an den Mut und die Entschlossenheit der Bürgerinnen und Bürger in der damaligen DDR, die mit ihrem friedlichen Protest die SED-Diktatur in die Knie zwangen.”

Der CDU-Generalsekretär Hermann GRÖHE würdigte die “beispiellose Aufbauleistung, die Ost- und Westdeutsche gemeinsam vollbrachten”. Die neuen Länder seien auf dem Weg, “starke Regionen inmitten eines geeinten und friedlichen Europas zu werden: mit steigender Beschäftigung, erfolgreichen Unternehmensansiedlungen und leistungsfähigen Forschungsstrukturen.” Gröhe: “Aber es gibt auch noch viel zu tun. (Quellen: bundespraesident.de/cdu.de)

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