Steinbrück lobt Ostdeutsche

GiNN-BerlinKontor.-–SPD-Kanzlerkandidat Peer STEINBRÜCK hat in DIE ZEIT kommunistische “Errungenschaften” in der ehemaligen DDR gelobt. Es sei zum Beispiel “ein positives Erbe der DDR”, dass “im Osten so viele Frauen arbeiten”. In  der DDR habe es “ebenso eine bessere Kinderbetreuung“ gegeben. Der rot-grüne Kanzlerkandidat kritisierte zudem “die Westdeutschen”, die nach dem Fall der Mauer “zu überheblich mit ostdeutschen Biografien umgegangen seien.” . Für viele Ost-Belange habe zu wenig Verständnis geherrscht.

Steinbrück, der von Bundeskanzler Helmut SCHMIDT 1980 an die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Ost-Berlin versetzt wurde, sagte zu  dieser Zeit, in der er diplomatischen Status genoss: ” Ich bin vermutlich der einzige westdeutsche Politiker, der schon weit vor der Wende in Ost-Berlin gewohnt hat.” Steinbrück gab zu Protokoll: “Als Mitarbeiter der Ständigen Vertretung war ich zwar nicht DDR-Bürger, aber Bürger in der DDR. Denn für Diplomaten aus der Bundesrepublik galt Residenzpflicht .”

Peer Steinbrück zeigte Verständnis für die “Leute” in der DDR, die Mitglied der Sozialistischen Einheitpartei (SED) geworden sind, denn “dies geschah  ”oft mit einer gewissen Selbstverständlichkeit – und zwar derselben, mit der man in Bayern in die CSU eintrat oder im Ruhrgebiet in die SPD“, weiß der Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten. Die DDR-Bürger habe er damals wahrgenommen “als gesellschaftlich sehr viel bewusster lebend, im Vergleich mit Bürgern der Bundesrepublik. Zugleich merkte man, wie viele sich einfach eingerichtet hatten, was ich verstehen konnte. Die Menschen lebten in ihren Nischen, sie setzten sich mit den Verhältnissen aber auseinander. Das hat mich tief beeindruckt.”

Markus MERKEL (SPD) , nach der Wende für fünf Monate Außenminister der DDR im Kabinett von Lothar de Maizière und Mitbegründer der SDP in der DDR. nannte die Äußerungen Steinbrücks “fahrlässig und historisch falsch”. Wer so rede, verkenne “den Druck, den es auf Leute gab, unbedingt der SED beizutreten.” Viele hätten dem widerstanden und damit auf berufliche Karrieren verzichtet, so Markus Merkel., der für die SPD 1990 in den Bundestag gewählt wurde. 2009 verlor er sein Mandat an DIE LINKE.

CDU-Generalsekretär Hermann GRÖHE kritisierte scharf Steinbrücks Vergleich der SED mit CSU und SPD. Dies sei “ungeheuerlich”. Der SPD-Kanzlerkandidat “verharmlose die DDR-Diktatur aus Wahlkampfzwecken.”

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Matthias HÖHN, erklärte in Berlin, Peer Steinbrück “wanze sich an den Osten an”. Auch Hessens CDU-Fraktionschef Christean WAGNER bezeichnete die Äußerungen Steinbrücks als “Anbiederung an die Linkspartei und Vorbereitung einer politischen Zusammenarbeit, falls es für Rot-Grün nicht reicht”.

Auch Hubertus KNABE, Direktor der Stasi-Opfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, sieht in den Äußerungen Steinbrücks einen “Versuch, bei ostdeutschen Wählern auf Stimmenfang“ zu gehen. Den Beitritt zur SED mit dem zur CSU oder SPD zu vergleichen, sei “echte Geschichtsklitterung”. (Quellen: die-zeit/cdu.de/die-linke)

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