Startschuss für mehr Windenergie

GiNN-BerlinKontor.—Die Bundesregierung hat am 19.12. weitere Maßnahmen zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus beschlossen. Kernstück ist der Bundesbedarfsplan, der alle notwendigen Modernisierungsmaßnahmen der nächsten zehn Jahre enthält. Wie die Bundesregierung in Berlin mitteilte, ändert sich In Deutschland die Struktur der Stromerzeugung in den nächsten Jahren erheblich. Der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien, die schrittweise Abschaltung der verbleibenden Kernkraftwerke und der Bau konventioneller Kraftwerke an neuen Standorten machten es nötig, Strom über weite Strecken zu transportieren. Insbesondere der im Norden Deutschlands erzeugte Strom aus Windenergieanlagen und neuen konventionellen Kraftwerken muss zu den Verbrauchsschwerpunkten im Süden und Westen Deutschlands geleitet werden.

Vor diesem Hintergrund schreibt der nun  verabschiedete Bundesbedarfsplan 36 Vorhaben fest, die energiewirtschaftlich notwendig und besonders vordringlich sind. Der Plan baut auf dem zehnjährigen Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber auf. Dieser sieht auf 2.800 Kilometern Länge neue Trassen vor. 2.900 Kilometer der bestehenden Leitungen sind weiter zu verbessern und zu verstärken.
Die Planungs- und Genehmigungsverfahren für die Vorhaben des Bundesbedarfsplans sollen schneller als üblich durchgeführt werden. Deswegen wird das Bundesverwaltungsgericht die Instanz für Klagen gegen die Vorhaben sein. Der Kostenrahmen liegt geschätzt bei € 10 Milliarden – ohne die eventuellen Mehrkosten für Erdkabel.

Der Bundesbedarfsplan legt die Anfangs- und Endpunkte der Stromtrassen fest. Im weiteren Verfahren werden die Trassenkorridore und anschließend der genaue Verlauf der Leitungen ermittelt.

Besondere Beachtung finden außerdem Pilotprojekte für neuartige Übertragungsleitungen. Damit sollen Erfahrungen mit neuen Technologien und deren Wirkungen auf die Umwelt gesammelt werden, bevor über ihren großflächigen Einsatz entschieden wird. Geplant ist beispielsweise der Einsatz von Hochtemperaturleiterseilen und Vorhaben, die eine verlustarme Übertragung hoher Leistungen über große Entfernungen versprechen.

Zwei dieser Pilotprojekte können auf bestimmten Teilabschnitten als Erdkabel errichtet werden. Um die Mehrkosten und den erhöhten Flächenbedarf zu begrenzen, die beim Einsatz von Erdkabeln entstehen, ist die Verlegung nur auf technisch und wirtschaftlich effizienten Teilabschnitten sinnvoll. Zudem soll eine Lösung zu Fragen des angemessenen Ausgleichs für Grundeigentümer gefunden werden, um die notwendige Akzeptanz für den Leitungsbau zu erhöhen.

Bundesumweltminister Peter ALTMAIER (CDU) sagte zur Energiewende, sie sei ein “Generationenprojekt” und das größte Infrastrukturprojekt seit dem Wiederaufbau unseres Landes nach dem Krieg. Wir sind bereits gut vorangekommen und die Weichen sind weitgehend richtig gestellt. Die Energiewende wird dem Land gut tun. Dieser Aufbruch in eine neue, regenerative  Energieversorgung wird die Wirtschaft innovativer und wettbewerbsfähiger machen.”

Bundeswirtschaftsminister Philipp RÖSLER (FDP)) erklärte in Berlin: “Die Energiewende ist auf Kurs. Der Energieverbrauch ist rückläufig, erneuerbare Energien tragen immer stärker zur Versorgung bei, die Treibhausgasemissionen sinken und die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. Gleichwohl liegen noch Herausforderungen vor uns. Zentral ist, dass die Versorgung mit Energie auch in Zukunft sicher und vor allem bezahlbar bleibt.” (Quellen: cvd-bundesregierung.de/BMU/BMWi)

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