Staatsschuldenkrise ebbt ab

GiNN-BerlinKontor.—Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario DRAGHI sagte in Davos; das Jahr 2012 sei das “Jahr eines EURO-Relaunchs”  gewesen. Die EU-Wirtschaft sei dabei, sich auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren. Die Schulden und die Wettbewerbsfähigkeit hätten sich im Lauf des vergangenen Jahres verbessert, so der EZB-Chef. Auch die DEUTSCHE POSTBANK AG geht davon aus, dass die europäische Staatsschuldenkrise ihren Höhepunkt überschritten hat.

“Wenn nichts Unerwartetes geschieht, haben wir das Schlimmste hinter uns”, so Marco BAFRGEL, Chefvolkswirt des Unternehmens. Die “Rückkehr des Vertrauens” in die EURO-Zone zeige sich vor allem daran, dass der EURO in den vergangenen Wochen gegenüber den anderen großen Währungen” kräftig gestiegen ist.”

So verzeichne der US-Dollar mit mehr als 1,33 US-$ je EURO den höchsten Wert seit Februar 2012. Zum Vergleich: Im vergangenen Juli lag der Wechselkurs bei knapp über 1,20. Auch gegenüber dem japanischen Yen und dem britischen Pfund setzte der EURO seine Aufwärtstendenz weiter fort.

Die Postbank: “Den letzten Beweis dafür, dass es sich im Grundsatz um einen stärker werdenden EURO und nicht um eine kollektive Schwäche der übrigen Währungen handelt, liefert der Euro-Franken-Wechselkurs. Im Zuge der Finanz- und später der Verschuldungskrise wertete der EURO von über 1,60 Ende 2008 bis auf fast 1,00 Franken je EURO ab. Um den Schaden für die heimische Wirtschaft in Form stetig teurer werdender Exporte einzudämmen, sah sich die Schweizer Nationalbank im September 2011 dazu gezwungen, die Aufwertung des Franken bei 1,20 zu begrenzen.

Lange Zeit verharrte der EURO auf dieser Marke, was auf eine anhaltende Flucht in den Franken hindeutete. Seit dem Jahreswechsel 2012/2013 hat der EURO jedoch bereits um knapp 3 % aufgewertet. Es scheint also, als ob die Anleger ganz allmählich die sicheren Häfen verlassen und zu neuen Ufern aufbrechen.”

Wesentlicher Auslöser für die sich aufhellende Stimmung an den Märkten sei  die Ankündigung eines neuen Ankaufprogramms für Staatsanleihen im Sommer 2012 durch die Europäische Zentralbank (EZB) gewesen, so die Postbank. In Verbindung mit dem Rettungsfonds ESM, der Anfang Oktober in Kraft trat, stünden damit wirkungsvolle Instrumente zur Eindämmung der Staatsschuldenkrise im EURO-Raum zur Verfügung.

Auch die Entscheidung, eine EU-weite Bankenunion zu schaffen, dürfte die Risiken aus Marktsicht reduziert haben. Denn mit der Einführung einer einheitlichen Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB sei überdies die Möglichkeit einer direkten Rekapitalisierung von Banken aus dem ESM geschaffen  worden. “Damit dürfte sich die Wahrscheinlichkeit, dass Probleme im Bankensektor  - wie beispielsweise in Irland, –  zwangsläufig in einer Explosion der Staatsschulden enden, deutlich verringern.”

Für eine endgültige Entwarnung – so die Postbank – sei es jedoch noch zu früh. Die Defizite der öffentlichen Haushalte seien in fast allen Staaten der EURO-Zone nach wie vor viel zu hoch.

“Gleichzeitig befinden sich auch die ausstehenden Staatsschulden in einigen Ländern auf einem Niveau, das auf lange Sicht kaum tragbar sein dürfte. In den kommenden Jahren sind daher weitere harte Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen nötig. Das größte Risiko dürfte hierbei die wirtschaftliche Entwicklung darstellen. Sollten sich die rezessiven Ten-denzen in den betroffenen Staaten noch für längere Zeit fortsetzen, wird es kaum möglich sein, die vereinbarten Defizitziele in den kommenden Jahren zu erreichen. Der Gang weiterer Staaten zum ESM oder die Aufstockung bestehender Hilfsprogramme wäre in diesem Fall sehr wahrscheinlich.”

Die Postbank Gruppe ist nach eigenen Angaben mit rund 14 Millionen Kunden, 19.000 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von € 199 Milliarden einer der großen Finanzdienstleister Deutschlands. (Quelle postbank-ag.de)

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