SPD will keine erneute Ypsilanti-Kandidatur

GiNN-BerlinKontor.—Die hessische SPD-Landesvorsitzende Andrea YPSILANTI wird bei der Neuwahl Mitte Januar 2009 in Hessen nicht noch einmal als Spitzenkandidatin ihrer Partei antreten. Auf Druck der Bundes-SPD musste sie die Kandidatur abgeben – bleibt aber SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende. Im SPD-Parteirat schlug sie vor, den SPD-Landtagsabgeordneten Thorsten SCHÄFER-GÜMBEL (39) ins Feuer des nächsten Wahlkampfes zu schicken. Auch Schäfer-Gümbel – BamS: “Die Marionette” – gehört zum linken Flügel der Hessen-SPD.

Der im bayerischen Oberstdorf geborene “Deus-ex-machina”-Genosse war Vize-Präsident der Europäischen Sozialistischen Jugend und ist ein klassischer “Wendehals”. Im Allgäu war er noch katholisch, im roten Hessen wurde er evangelisch. Sowas nennt man in Hessen “ypsilantisieren”.

Senkrechtstarter Schäfer-Gümbel, der seit 2004 den SPD-Unterbezirk Gießen anführt, “qualifizierte” sich wohl auch für die Spitzenkandidatur durch strammes Abwatschen der vier “abtrünnigen” SPD-Abgeordneten, die eine rot-grüne Regierung mit Duldung der Partei DIE LINKE nicht mitmachen wollten. Der Ypsilanti-Nachfolger nannte “dieses “Verhalten der vier” einen “Angriff auf die gesamte SPD” und sprach von “absichtlicher Täuschung, gegen die kein Kraut gewachsen ist.” Nun sei “Frust und Wut mit Händen greifbar” und “Ich schäme mich dafür, dass die Hoffnung von vielen Menschen enttäuscht wurde”, so der empörte “Thorsten Who”?!

Für Bundestags-Vizepräsident Wolfgang THIERSE (SPD) befinden sich seine Genossen in Hessen in einer „katastrophalen Verfassung“. Eine erneute Kandidatur von Andrea Ypsilanti wäre “eine Zumutung – auch für Ypsilanti selbst”, sagte Thierse in DIE WELT (08.11.) voraus.

Die Hessen-CDU wird erneut mit Ministerpräsident Roland KOCH ins Rennen gehen, die FDP mit Jörg-Uwe HAHN und DIE GRÜNEN mit Tarek Mohammed Al-WAZIR. Alle Parteien hatten sich für Neuwahlen entschieden.

SPD-Chef Franz MÜNTEFERING gab den hessischen Genossen nun endgültig grünes Licht für eine Koalition mit der Linkspartei. Dem SPIEGEL sagte der Kurt Beck-Nachfolger, eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei sei nicht ausgeschlossen. Auch SPD-Fraktionschef Peter STRUCK ermunterte die hessischen Sozialdemokraten, im Gegensatz zur letzten Landtagswahl eine Koalition mit der Linkspartei nicht von vorn herein wegzudenken.

Man fragt sich, warum Beck in die Wüste geschickt wurde? Münterfering, Struck und SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier haben doch auch – wie weiland Beck und Nahles – längst ihre Kumpanenarme weit ausgestreckt – in Richtung DIE LINKE.

Die totale Konfusion der SPD über die Frage “Wie halten wir Sozialdemokraten es mit der Linkspartei” bleibt zumindest virulent. Denn “Auswirkungen der Hessen-Wahl auf die Bundestagswahl” befürchtet der neue, alte SPD-Chef angeblich nicht. Die Debatte über den Umgang mit der Linkspartei werde keine Rolle mehr spielen, weiß Müntefering. Basta! Das Thema “SPD-Die Linke” werde in seiner Bedeutung für die Bundestagswahl sowieso überschätzt: “Das Thema ist durch”. so der SPD-Chef im Spiegel.

Hessens SPD rief Müntefering zur Selbstkritik und Ehrlichkeit auf. “Jeder macht mal einen Fehler. Da ist es vernünftig zu sagen: Jawohl, es war falsch, erst zu versprechen, wir arbeiten nicht mit denen zusammen, und es dann doch zu tun.” Gleichzeitig geht Müntefering aber davon aus, dass die Hessen-SPD dieses Mal den Wählern sagen wird: “Leute – für das, was jetzt vor uns steht, schließen wir eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien nicht aus, mit der Partei DIE LINKE auch nicht. Es wäre auch komisch, wenn man etwas anderes behaupten würde. Aber es ist auch nicht unser Ziel: Wenn wir den Regierungswechsel anders hinkriegen können, sind wir froh” (O-Ton Münte).

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