SPD: Auch Müntefering nur “Übergangslösung”?

GiNN-BerlinKontor.—Ad Rem–Auch Franz MÜNTEFERING (68), der in einer Nacht und Nebel-Aktion als erster Feuermann der gebeutelten SPD rekrutiert wurde, soll nur eine “Übergangslösung” sein. Offensichtlich will die SPD lediglich mit “Münte” in den Bundestagswahlkampf gehen. Danach erleben wir vermutlich wieder einen “beleidigten Abgang”. Der vorletzte Ex-SPD-Chef, der nach einem Nervenzusammenbruch hinschmiss, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias PLATZECK, sagte der Märkischen Oderzeitung, aus seiner Sicht sei auch Müntefering nur eine Übergangslösung. Es gehe nicht um eine Lösung für die nächsten zwölf Jahre, sondern die nächsten zwölf Monate, so Platzeck.

Die Selbstzerstörung in der SPD geht also munter weiter. Verstärkt melden sich “die Linken” in der SPD zu Wort, die längst auf dem Sprungbrett zur Linkspartei herumrudern. Der SPD-Linke Ottmar SCHREINER hat sich gemeinsam mit dem PDS-Koalitionär Klaus WOWEREIT an die Spitze der Rebellen gesetzt. Sie wollen vermutlich, dass die SPD die “Agenda” der Linkspartei kopiert und mit der Partei DIE LINKE eine andere Republik bastelt.

Schreiner, der “stolz wie Oskar” im SPD-Parteivorstand als einziger gegen Franz Müntefering stimmte, griff den alten, neuen Parteichef scharf an: “Mir war der Führungsstil von Franz Müntefering früher in seiner Funktion als Parteivorsitzender und auch als Fraktionsvorsitzender deutlich zu autoritär”, sagte Schreiner bei n-tv. Münte habe während seiner knapp einjährigen Amtszeit zu wenige Spielräume für kritische Diskussionen gelassen.

Wie Kurt Beck macht auch Ottmar Schreiner nicht den “linken Bullshit” – so ein SPD-Funktionär – für das Chaos in der SPD verantwortlich, sondern die “mediale Betrachtung”. Soll heißen: nicht die “Bullshitter” sind schuld, sondern die Presse. Auch habe es Querschüsse aus den eigenen Reihen gegeben, räumt Schreiner in einem nt-v-Interview ein, in dem auch er festgestellt, dass die SPD “außerordentlich unbefriedigende Umfragen” hat, was nach Lesart der SPD natürlich auf die kritische Berichterstattung und Kommentierung ín den Medien zurückzuführen ist.

Berlins RegierenderBürgermeister Klaus WOWEREIT (SPD), Protagonist einer SPD-LINKE-Bundesehe, forderte seine Genossen zur “vollen Solidarität mit der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea YPSILANTI auf, die mit der Linkspartei zur Bildung einer rot-grüne Minderheitsregierung unter “Duldung”  in Wiesbaden Sondierungsgespräche aufnahm.

Wowereit, der eine Koalition mit der PDS/SED in Berlin startete, warnte die neue SPD-Führung vor einem Kurswechsel. “Wenn jetzt einige glauben sollten, dass die SPD eine neue programmatische Ausrichtung mitgehen würde, wäre das fatal”, so Wowereit in der Berliner Zeitung.  Dem gerade gewählten Führungsduo drohte er: “Steinmeier und Müntefering sollen da sehr vorsichtig sein.” Wowereit geht – offenbar auch wegen Rücksicht auf seinen linken Koalitionspartner – auf rabiaten Kolosionskurs mit seiner neuen Parteiführung.  Die Neue Presse (Hannover) schrieb: “Die Frage bleibt, wie die SPD-Linken ins Boot geholt werden oder ob man sie gleich dem stürmischen Lafontaine überlässt.”

Der Spaltpilz in der SPD wuchert also munter weiter – und das ist von den Linken in der Partei offensichtlich so gewollt.  Weimar läßt grüssen.  Schon schwärmen die Linken in der SPD von den Genossen, die sich vor 88 Jahren von der SPD abgespalteten und die  “sozialistische Partei” USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) gründeten und die bei den Reichstagswahlen 1920  “auf Anhieb”  18 % der Stimmen erhielten.

Erinnern wir uns: 1995 in Mannheim hatte ein gewisser Oskar Lafontaine Rudolf Scharping vom Vorsitz geputscht.  Nicht in einer Urwahl, sondern mit den Delegiertenstimmen. Lafontaine schmiß dann im Streit mit dem Kanzler Gerhard Schröder 1999 alle Jobs hin und Schröder übernahm widerwillig das Amt des SPD-Vorsitzenden, bis er 2004 feststellen musste, dass die Doppelbelastung – Kanzleramt und Parteizentrale – angesichts koalitionspolitischer Querelen zu groß war.  Er flüchtete ebenfalls aus Amt und Verantwortung.

Zwischen 2004 und 2008 ging es an der SPD-Spitze munter weiter.  ür ein Jahr übernahm Franz Müntefering das Amt und verzichtete dann im Zuge der Auseinandersetzungen mit der Parteilinken, personifiziert durch Andrea Nahles.  Ihm folgte von 2005 bis 2006 der brandenburgische Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, zunächst gefeiert als der erste „Ossi“ an der Spitze der SPD, dann plötzlich erkrankt und überfordert.  Sein Nachfolger wurde 2006 Kurt Beck.  Auch er spielte nur eine Übergangsrolle und flüchtete überstürzt am 7.9.2008 völlig entnervt und  “von den Medien verfolgt”  zurück ins Heimatland Rheinland-Pfalz, dem Land der schlafenden Vulkane.

-Ps

Ein Gedanke zu “SPD: Auch Müntefering nur “Übergangslösung”?

  1. Pingback: Duo Infernale Müntefering Steinmeier, SPD muss tot wie AnkePetra

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>