“Sozialdemokratische Integrationspolitik”

GiNN-BerlinKontor.—-Klaus WOWEREIT, Regierender Bürgermeister im rot-roten Berlin und stellvertretender SPD-Vorsitzender, “sorgt sich” – ganz wie Noch-Parteigenosse Thilo SARRAZIN -   “massiv”  um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. “Wir brauchen eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung – nur so können Missstände und Fehlentwicklungen ohne Diskriminierung kritisiert und wirksam behoben werden” sagt Wowereit und warnt: “Wenn uns das nicht gelingt, werden wir bald ganz andere Probleme in unserem Land bekommen.”  Sarrazin lässt grüssen. Gleichzeitig kritiisiert Wowereit das  “leider geglückte Ansinnen,  Ängste und Verunsicherungen von Frauen und Männern über ihre eigene Zukunft auf bestimmte Bevölkerungsgruppen zu projizieren”.

Dagegen will der SPD-Vorständler nun angehen und endlich Integrationskurse ohne “ewige Wartelisten” durchsetzen,” die  “Arbeitsmigration” will er  “mit einem Punktesystem regeln”,  künftig von den Unternehmen lernen, die bereits erfolgreich auf  diversity management setzen, zudem Unternehmensgründungen von  “Menschen mit Migrationsgeschichte fördern”, aber auch “Anreize für frühkindliche Bildung schaffen” sowie “die Veraltung interkulturell öffnen”.

Das pädagogische Personal – so Wowereit – soll nun endlich verbessert werden und sich die Aus-und Weiterbildung  “an den Gegebenheiten einer Einwanderungsgesellschaft orientieren”.  Er will mehr Erzieherinnen , aber “vor allem mehr Erzieher” und gleichzeitig  dafür sorgen, dass jedes Kind in diesem Land ein warmes Mittagessen bekommt.  Dies alles will die Wowereit-SPD jetzt – wohl nach gründlicherer Lektüre integrationskristischer Schriften – in Angriff nehmen, denn  “das alles ist”  – so Wowereit – “sozialdemokratische Integrationspolitik”.  Es scheint: auch Dank Sarrazin arbeitet die SPD jetzt an einer .”Aufklärungs- und Informationskampagne in Sachen Islam”, verrät der Regierende Bürgermeister von Berlin.

Zur Erinneruung: Sarrazin beschreibt in seinem am 30. August 2010 erschienenen Buch “Deutschland schafft sich ab” (Auflage bisher 750 000)  die Folgen, die sich seiner Ansicht nach für Deutschland aus der Kombination von Geburtenrückgang, wachsender Unterschicht und Zuwanderung aus überwiegend muslimischen Ländern ergeben würden.

Der Vorstand der SPD leitete am 30. August 2010  erneut ein Parteiordnungsverfahren gegen Sarrazin ein – mit dem Ziel eines Parteiausschlusses, da Sarrazins Thesen „diametral den sozialdemokratischen Überzeugungen entgegen stehen – und teils „Nähe zu nationalsozialistischen Theorien“ aufweisen. SPD-Chef Sigmar GABRIEL musste dann aber in BILD (01.09.) zugeben, dass die SPD-Zentrale in Berlin mit  Zuschriften und Anrufen bombardiert wurde, “ob das (Parteiauschussverfahren) denn nötig ist”.  Man müsse den SPD-Mitgliedern und Wählern nun erklären, dass es nicht um Sarrazins Kritik an der deutschen Integrationspolitik gehe, sondern um  “Sarrazins fatales menschenverachtendes Menschenbild”.  Das sei den Wählern und der SPD-Basis  “nicht leicht zu vermitteln”, so der SPD-Chef.   Nach dieser massiven Kritik vieler SPD-Mitglieder musste auch die SPD-Generalsekretärin Andrea NAHLES  in einem Schreiben an die Parteibasis einräumen, dass die vom Genossen Thilo Sarrazin angesprochenen Probleme – insbesondere in der Integrationspolitik -  tatsächlich bestünden. “Viele Bürgerinnen und Bürger schreiben uns derzeit, weil die Debatte um Thilo Sarrazins Äußerungen die öffentlichen Gemüter bewegt”, schrieb Nahles und beteuerte: “Wir machen uns unsere Entscheidungen in dieser Sache nicht leicht”- dazu seien  “die Theme, die Thilo Sarrazin anspricht, zu wichtig”.

Klaus Wowereit  jedoch bleibt wild entschlossen,  weiterhin den “populistischen – zum Teil auch medial angeheizten – Kampagnen, die wir in den letzten Wochen in einer ganz besonderen Ausprägung erleben mussten, entschlossen entgegenwirken.” Und das ist gut so.

Ein Gedanke zu ““Sozialdemokratische Integrationspolitik”

  1. Pingback: BerlinKontor.de » “Sozialdemokratische Integrationspolitik”

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>