Söder: Stoiber traf mutige Entscheidung

GiNN-BerlinKontor.—Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund STOIBER habe eine “sehr mutige und souveräne Entscheidung im Sinne der Partei” getroffen, sagte CSU-Generalsekretär Markus SÖDER in der ARD-Sendung SABINE CHRISTIANSEN am 21.01. Stoiber habe “die Entscheidung selbstständig getroffen und zwar auch ganz bewusst, weil er gesagt hat, er will die Partei einigen.”


Söder stellte in Frage, unter einem neuen CSU-Vorsitzenden im Amt zu bleiben. “Ich habe mich immer für den Edmund Stoiber eingesetzt, mein ganzes Leben lang. Und was dann sozusagen aus mir wird, das sage ich ihnen auch ganz offen: Das wird sich zeigen, wie die neue Führung der CSU ist. Schau´n mer mal, was dann kommt”, so der Generalsekretär der CSU.

Söder bedauerte die Entscheidung Edmund Stoibers, der “eine gigantische Lebensleistung für Bayern und Deutschland” vollbracht habe. “Ich glaube, dass er seit Monaten wusste und weiß, dass wir in einer nicht ganz einfachen Situation sind”, sagte Söder.

Söder nahm Bundeslandwirtschaftsminister Horst SEEHOFER ausdrücklich gegen die Berichterstattung über sein Privatleben in Schutz: “Das ist eine Sache, die gehört nicht in die Zeitung. Ich bin auch der Auffassung, dass privat privat ist und das hat nichts zu tun mit politischer Qualifikation”. Gleichzeitig sagte der CSU-Generalsekretär, die Berichterstattung sei nicht aus CSU-Kreisen lanciert und habe auch nichts mit Seehofers Ambitionen auf das Amt des Parteivorsitzenden zu tun. “Das darf jedenfalls kein Grund sein, dass jemand nicht Vorsitzender werden kann.” Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass Seehofer ein außereheliches Verhältnis in Berlin habe, was zu einer Diskussion um die Urheber dieser Berichte in der CSU geführt hatte.

Grünen-Chefin Claudia ROTH warf der CSU vor, mit den Vorgängen der letzten Wochen “die Politikverdrossenheit insgesamt in diesem Lande” zu vergrößern. Bei SABINE CHRISTIANSEN sagte Roth, die Entmachtung Edmund Stoibers sei Ausdruck eines Systems. “Einer Partei, die seit 45 Jahren fast absolutistisch regiert, die die Alleinherrschaft hat, die ein geschlossenes System entwickelt hat.” Seit Monaten sei es in Bayern nicht mehr um Sachpolitik gegangen, die CSU habe “abgewirtschaftet in jeder Beziehung. Das ist auch eine Form von Verkommenheit im Umgang miteinander.”

Der Manager des FC Bayern, Uli HOENESS, sagte in der gleichen Sendung: “Wenn jemand gesagt hätte – wir, die Basis, die CSU-Landtagsfraktion (die scheint ein besondere Problem zu sein, weil da viele um ihre Posten Angst haben) – ‘ wir wollen, dass Du nächstes Jahr nicht mehr antritts’. Das ist ganz klar, das hat mehr Einfluß, und das hätte man ihm klar machen müsen. Dann hätte man ihm sagen können: So – jetzt arbeiten wir konkret auf das Jahr 2008 hin. Wir bauen einen Nachfolger auf. Wir bauen die Zukunft der Partei auf, dann wäre das anders abgelaufen. Aber einen Mann wie Stoiber, mit diesen Verdiensten innerhalb von 14 Tagen abzuschiessen, das stinkt zum Himmel”, so Uli Hoeneß bei SABINE CHRISTIANSEN.

“Kein Mensch bei uns in Bayern will die SPD, es will  kein Mensch die Grünen oder die FDP,” so Hoeneß und:  “Jetzt müssen viele in München wieder den aufrechten Gang üben. Das tut schwer, weil sie immer, wenn sie in die Staatskanzlei gebeugt rein gegangen sind auch noch viel gebeugter raus gegangen sind”, so die Stimme des FC Bayern.

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