Schweiz senkt Zins: -0,75%

GiNN-BerlinKontor.—Die Schweizerische Nationalbank  (SNB) hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf. Zugleich senkt sie den Zins für Guthaben auf den Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf 0,75%. Das Zielband für den DreimonatsLibor verschiebt sie weiter in den negativen Bereich auf –1,25% bis 0,25% von bisher 0,75% bis 0,25%.

Die SNB begründet dies so: “Der Mindestkurs wurde in einer Zeit der massiven Überbewertung des Frankens und grösster Verunsicherung an den Finanzmärkten eingeführt. Diese ausserordentliche und temporäre Massnahme hat die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt. Der Franken bleibt zwar hoch bewertet, aber die Überbewertung hat sich seit Einführung des Mindestkurses insgesamt reduziert.

Die Wirtschaft konnte diese Phase nutzen, um sich auf die neue Situation einzustellen. Die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume haben sich in letzter Zeit markant verstärkt und dürften sich noch weiter akzentuieren.

Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar deutlich abgewertet, wodurch sich auch der Franken zum USDollar abgeschwächt hat. Vor diesem Hintergrund ist die Nationalbank zum Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und die Aufrechterhaltung des Euro-Franken-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt sind.

Damit die Aufhebung des Mindestkurses nicht zu einer unangemessenen Straffung der monetären Rahmenbedingungen führt, senkt die Nationalbank die Zinsen deutlich. Bei der Gestaltung ihrer Geldpolitik trägt die Nationalbank auch künftig der Wechselkurssituation Rechnung. Sie bleibt deshalb bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, um die monetären Rahmenbedingungen zu beeinflussen.” (Quelle: snb.ch)

Der Schweizer Tages Anzeiger notierte, die derzeitige Diskussion um den möglichen Austritt Griechenlands aus der EURO-Zone habe für neuen Druck auf die Gemeinschaftswährung gesorgt. “Mit in die Tiefe wird der Franken gezogen, der fest an die europäische Einheitswährung gebunden ist. Seit September 2011 gilt eine EURO-Untergrenze von 1.20 Franken. Die Schweizerische Nationalbank hatte damals angekündigt, mindestens diesen Kurs für jeden EURO zu bieten.” (Quelle: TA)

Zur Verteidigung der Untergrenze musste die SNB bereits große Summen in die Hand nehmen: Die Devisenreserven wuchsen bis Ende November 2014 auf umgerechnet mehr als 462 Milliarden Franken an.”

 

Im Dezember 2014 hatte die SNB noch in ihrer ”Geldpolitischen Lagebeurteilung” erklärt: “Die Schweizerische Nationalbank hält unverändert am Mindestkurs von 1.20 Franken pro EURO fest und belässt das Zielband für den Dreimonats-Libor bei 0%-0,25%. Die Deflationsrisiken haben nochmals zugenommen und der Franken bleibt nach wie vor hoch bewertet. Die Nationalbank wird deshalb den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Zu diesem Zweck ist sie bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Bei einem Dreimonats-Libor von null ist der Mindestkurs das zentrale Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen zu verhindern. Bei Bedarf wird die Nationalbank unverzüglich weitere Massnahmen ergreifen.”

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