Satire – was soll/darf sie?

GiNN-BerlinKontor.—Nachfolgend dokumentierten wir einen Text zu Satire in den US Medien, der am 7. Januar 2015 auf der Website ShareAmerica des US-Büros für internationale Informationsprogramme erschien.

1976 wurde der damalige US-Präsident Gerald Ford schonungslos und wiederholt im US Fernsehen als tollpatschiger Witzbold dargestellt, der über seine eigenen Füße stolpert. Später schrieb er, dass, er es zwar nicht gerade genoss, als „trampeliger Ex Sportler“ dargestellt zu werden, er doch zugeben musste, dass diese Darstellungen wirkungsvoll waren und, ja, lustig.

Ford hätte nicht viel dagegen unternehmen können, dass man sich über ihn lustig machte. Satirische Fernsehsendungen und die hunderte von Karikaturen, die täglich in den Vereinigten Staaten in Zeitungen veröffentlicht werden, werden vom 1. Verfassungszusatz geschützt: „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das … die Rede- oder Pressefreiheit einschränkt.“

Satire und Parodie sollen angreifen, verhöhnen und bloßstellen, sogar so weit, dass die Grenze zwischen Wahrheit und Ungeheuerlichkeit verschwimmt. Beliebte Zielscheiben sind Politik und Religion. Die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo gehört einer langen Tradition an, in der humorvolle Kritik zur Verspottung politischer und religiöser Vertreter und Bewegungen angewendet wird.

In seiner Reaktion auf den Terroranschlag auf Charlie Hebdo sagte US-Außenminister John Kerry, dass freie Meinungsäußerung das sei, was Extremisten „am meisten fürchten“. Während Extremisten Waffen einsetzen, bekennen sich die Vereinigten Staaten und Frankreich bekennen sich gemeinsam zu denjenigen, die mit einer Waffe kämpfen, die sich in der Geschichte als wesentlich mächtiger erwiesen hat: der Füller.

„Freie Meinungsäußerung und eine freie Presse sind grundlegende Werte, es sind universelle Werte, die angegriffen, aber nie ausgelöscht werden können, weil mutige und anständige Menschen auf der ganzen Welt nie den Einschüchterungs- und Terrorisierungsversuchen derer nachgeben werden, die diese Werte zerstören wollen.“

Stephen Hess, Senior Fellow Emeritus an der Brookings Institution in Washington, beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Ziel politischer Karikaturen. Er verteidigt politische Karikaturen als eine alte und besondere Tradition, die erhalten blieben müsse.

„Für mich geht es um das Recht des Zeichners, die Machthaber oder diejenigen, die nach Macht streben, daran zu erinnern, dass er bereit ist, sie auszulachen. Eine Regierung zu führen ist ein ernstes Geschäft und darüber zu lachen ist in einer Gesellschaft, die ihre Regierung demokratisch wählt, keine belanglose Waffe des Volkes“, so Hess. (AD)

Übermittelt von der
US-Botschaft Berlin, Abteilung für öffentliche Angelegenheiten

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Kurt Tucholsky (1890 – 1935 Freitod)), Schriftsteller und Mitherausgeber der Zeitschrift “Weltbühne” auf die Frage: “Was darf die Satire? “ALLES!”

Und weiter Tucholsky: “Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große bunte Landknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist.” (Quelle: aphorismen.de)

 

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