Sarrazin weiter im Fadenkreuz der Kritik

GiNN-BerlinKontor.—-Buchautor Thilo SARRAZIN, der in BILD und DER SPIEGEL Auszüge seiner provokanten Aufzeichungen zu “Deutschland schafft sich selbst ab” vorab veröffentlichte, bleibt im Kreuzfeuer der Kritik.  Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) nannte die Wortwahl Sarrazis “völlig unakzeptabel” und “ausgrenzend”. Die Art und Weise “wie hier geredet wird – die Herabsetzung und Verächtlichmachung ganzer Gruppen” sei abzulehnen. Dies spalte die Gesellschaft”, sagte Merkel im Sommer-Interview mit der ARD im “Bericht aus Berlin”.  Das Thema Integration sei nicht von Sarrazin erfunden worden,  sondern werde “von allen sehr, sehr ernst genommen”. Die Integration sei natürlich “keine Einbahnstraße – wer hier bei uns lebt , muss bereit sein, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und die Sprache zu lernen”. Weiter sagte die Kanzlerin, sie sei sich sicher, dass die unabhängige Bundesbank, wo Sarrazin im Vorstand sitzt,  “darüber sprechen wird”.  Bei der Bundesbank gehe es nicht nur um Geld und Finanzprobleme, sondern die Bank sei “für uns alle – für das Land – ein Aushängeschild – nach innen und nach außen”.

In der Welt am Sonntag (29.08.)  kritisierte Thilo SAARZIN  erneut muslimische Einwanderer  und verstieg sich zu der Bemerkung: “Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen.” Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE (FDP)  warf  SARRAZIN in der BILD am SONNTAG (29.08.) vor,  “Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub zu leisten”. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG (CSU) zog die Eignung des ehemaligen Berliner Finanzsenators für sein Amt im Vorstand der Deutschen Bundesbank in Zweifel. „Jede Provokation hat ihre Grenzen. Diese Grenze hat der Bundesbankvorstand Sarrazin mit dieser ebenso missverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten”, so der CSU-Minister.”  Zuvor hatte SPD-Chef Sigmar GABRIEL das Buch Sarrazins als “dämlich” und “gewalttätig” bezeichnet.

Auch Hessens Noch-Ministerpräsident Roland KOCH (CDU)  nannte die Gern-Äußerungen Sarrazins  “unerträglich”. Damit stelle sich Sarrazin  “völlig ins Abseits”. Zwar spreche Sarrazin Probleme an, denen die Gesellschaft nicht ausweichen dürfe. Ihm selbst aber gehe es  “offenbar nur noch um Verbalradikalismus und Tabubrüche”, so Koch.

Der ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel FRIEDMAN erklärte in der BamS:  „Es kann keine Toleranz mehr für diese Intoleranz geben. Wir brauchen Brückenbauer und keine Hassprediger, schon gar nicht im Vorstand der Deutschen Bundesbank.”

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan KOLAT, rief  zu „massenhaften Strafanzeigen wegen Volksverhetzung„ gegen Sarrazin auf.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter GAUWEILER dagegen meinte, Thilo Sarrazin sei „nicht irgendein hergelaufener Polemiker”, sondern habe in wichtigen Staatsämtern “Herausragendes geleistet”. Auch wenn man ihm nicht in allen Punkten folgen müsse, hätten sich zum Thema  “Überforderung Deutschlands durch Einwanderung” Helmut Schmidt, Oskar Lafontaine und auch Rudolf Augstein  “schon härter geäußert.”

Joachim POSZ, der zurzeit die SPD-Bundestagsfraktion führt, forderte Sarrazin zum Austritt aus der SPD auf. “Wir brauchen eine sachliche und produktive Diskussion zum Zusammenleben mit Migranten. Sarrazin wählt eine Form, die Diskriminierung mit einschließt und einen positiven Dialog von vorn herein nicht zulässt“, sagte Poß den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.

Petra PAU,  Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im Innenausschuss des Bundestags, erklärte in Berlin:  “Sarrazin wird mit den Worten zitiert: ‘Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden’. Wenn Sarrazin das so gesagt habe sei  er  “entweder kopfkrank oder ein Rassist”, so die Bundestagsvizepräsidentin. Die Random House Deutsche Verlags-Anstalt lasse  “mit Sarrazins Ungeist bei der Bertelsmann-AG die Kassen klingeln. Ein Geschäft mit Hass”.

CSU-Generalsekretär Alexander DOBRINDT sagte zu Sarrazins Äußerungen im typisch bajuwarischen Jargon: “Der Typ hat einen Knall”. Dem Münchner Merkur sagte der CSU-Sprecher, man müsse jedoch  “über Integration in Deutschland diskutieren.” Vor allem müsse man über “den mangelnden Integrationswillen von türkischstämmigen und muslimischen Migranten, wie ihn der Integrationsbericht der Bundesregierung offenlegt”, sprechen, sagte Dobrindt.

Der jüdische Autor Henryk M. BRODER,  der mehrere Bücher über die jüdische Kultur, das deutsch-jüdische Verhältnis, aber auch über den Islam veröffentlichte,  kritisierte mehrfach den “nachsichtigen Umgang” mit islamischen Immigranten in Deutschland.  Viele Migranten  “verachteten die Gesellschaft, in die sie gekommen sind”, so Broder. Zum Sarrazin-Buch sagte Broder, er bezweifele, dass diejenigen, die das Buch voreilig kritisieren es überhaupt gelesen hätten. Er wirft vor allem den Politikern eine “Art Ejaculation Praecox” ( “frühzeitige Ejakulation”) vor. Broder: “Es ist der erste Fall einer Hexenjagd in Deutschlanbd seit Mitte des 17. Jahrhunderts”.

Thilo Sarrazin hatte der WamS gesagt: “Die kulturelle Eigenart der Völker ist keine Legende, sondern bestimmt die Wirklichkeit Europas. Alle Juden teilen ein Gen. Basken haben ein bestimmtes Gen, das sie von den anderen unterscheidet.” Und anderer Stelle: “Keine andere Religion in Europa tritt so fordernd auf wie der Islam”. Von Sarrazin stammt auch die provokante Aussage: “Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“

Ein Gedanke zu “Sarrazin weiter im Fadenkreuz der Kritik

  1. Eine bessere und vor allem kostenlose Werbung für sein neues Buch kann sich Sarrazin gar nicht wünschen. Wenn das so weitergeht, dann kennt es auch der letzte in unserem Land. Zugegebenermassen habe ich es noch nicht gelesen und kann also nicht mitsprechen, allerdings wird man es lesen müssen um sich aus erster Hand eine Meinung zu bilden und das Buch entsprechend beurteilen zu können.

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