Sarrazin stellt kontroverses Buch in Berlin vor

GiNN-Berlin-Kontor.-–SPD-Vorstand und Präsidium haben beschlossen, ein Parteiordnungsverfahren gegen Bundesbankvorstand Thilo SARRAZIN mit dem Ziel des SPD-Ausschlusses einzuleiten, wird aus Berlin gemeldet.   Im März war bereits ein Ausschlussverfahren gescheitert.  Sarrazin sagte dazu: “Ich habe vor, das SPD-Parteibuch mit ins Grab zu nehmen.” Der SPD-Genosse stellte am 30. August gemeinsam mit der türkischstämmigen Soziologin und Autorin Necla Kelek sein Buch “Deutschland schafft sich ab” vor, das kontroverse Reaktionen ausgelöst hatte, obwohl bisher nur Vorabveröffentlichungen von Auszügen bekannt waren. Thilo Sarrazin betonte,  er habe sich nie parteipolitisch geäußert, sondern ein  “politisches Sachbuch” geschrieben und  “keine dienstlichen Obliegenheiten verletzt.” Er sei nie “illoyal” gewesen, “aber unabhängig zu jeder Zeit.“  Wenn dies dem Arbeitgeber nicht gefallen habe – so Sarrazin – sei er “weitergezogen”.

Zum Buch sagte Sarrazin, das große Problem bleibe der Geburtenrückgang: „Als deutsches Volk und als deutscher Staat sind wir an einer Zeitenwende angelangt, deren Ausmaß vielen nicht klar ist. Das demografische Loch nähert sich mit der Präzision eines Uhrwerks und mit de Wucht eines Eisbergs.“ Nicht alle Migrantengruppen hätten seiner Ansicht nach Integrationsprobleme, und hob positiv Vietnamesen und Russlanddeutsche hervor, die bereits nach einer Generation voll integriert seien.

Der größte Teil seines Buches – so der Autor -  “dient der Analyse, ein kleinerer Teil der Wertung und ein noch kleinerer Teil der Rezeptur für künftige Politik”. Man könnte sich  “80 % der politischen Diskussionen sparen, wenn man sich zunächst auf die Analyse konzenrtrieren würde, dann auf die Wertung und erst am Ende auf die politischen Rezepte”, sagte Sarrazin bei seiner Buchvorstellung in Berlin. Meist verlaufe dies aber umgekehrt – das sei leider auch bei den von ihm besprochenen Themen so.

Sarrazin vertrat  bei der Vorstellung seines Buches die Meinung:
“Keine wie  immer geartete Zuwanderungspolitik kann das Kernproblem unserer demographischer Entwicklung ausgleichen – dass jede Generation um ein Drittel kleiner ist, als die vorhergehende. Und dass diese schrumpfenden Zahl der Anteil der Kinder mit bildungsferner Herkunft unaufhörlich steigt. Bildung ist sehr wichtig, aber  wenn man meint, man könne dieses Problem allein lösen, macht man den Bildungsfetisch zu neuen Lebenslüge unserer Gesellschaft.
Migranten sind nicht gleich Migranten. Bei Einwanderern aus Osteuropa, aus Indien, aus China oder Vietnam gibt es kein Integrationsproblem, das länger als eine Generation dauert. Danach haben diese Migranten im Durchschnitt eine höhere Bildungsbeteiligung, eine bessere  Arbeitsmarktintegration als die Deutschen. 10-11 Millionen Migranten in Deutschland – und deren Nachfahren – haben spätestens in der zweiten Generation kein Integrationsproblem. Sie sind eine wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Bereicherung für Deutschland.

Alle wesentlichen kulturellen und ökonomischen Integrationsprobleme konzentrieren sich bei der Gruppe der 4-6 Millionen Migranten aus den muslimischen Ländern. Hier muss der erfolgreichen Integration, der bei uns schon Lebenden absoluten Vorrang  vor weiterer Zuwanderung haben. Auch in der zweiten und dritten Generation sind Bildungsbeteiligung und Arbeitsmarktintegration weit unter dem Niveau nicht nur der Deutschen, sondern auch der übrigen Zuwanderer und deren Nachkommen – ohne dass in der Summe – es gibt da auch Ausnahmen – eine ausreichende Besserung erkennbar wäre.

Ansätze einer schnell wachsenden Paralellgesellschaft sind erkennbar. Nur 3 %  der zweiten Generation der  türkischen Migranten heiraten deutsche Partner – aber 70 % der Russland-Deutschen tun es.  Für diese Probleme ist nach meiner Überzeugung nicht die ethnische Herkunft, sondern die Herkunft aus der islamischen Kultur verantwortlich. Diese prägt einen großen Teil der mulimischen Einwanderer – nicht alle -  in einer Weise, die mit der Lebensweise und den kulturellen Werten einer sekundaren, westlichen Gesellschaft kaum kompartibel ist… Solange sich die kuluturelle Einstellung der Zugewanderten nicht grundlegend ändert, schafft die Einwanderung  aus diesen Ländern zusätzlich wirtschaftliche und soziale Probleme, statt die Belastungen der demographischen Verschiebungen abzumildern.

Das europäische bzw. deutsche Sozialstaatsmodel ist daran nicht unschuldig. Grundsicherung in Deutschland bedeutet für Migranten, die beispielweise aus der östlichen Türkei oder aus dem Libanon kommen auch ohne Arbeit ein Familieneinkommen, das ein realistisch erzielbares Arbeitsabkommen in ihren Herkunftsländern weit in den Schatten stellt.”

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela MERKEL  erklärte dazu:  “Integration ist keine Einbahnstraße”. Einwanderer müssten bereit sein, sich in die Gesellschaft zu integrieren, die Sprache lernen und in der Schule mit dabei sein. “Und da haben wir viel, viel zu tun.” Merkel kritisierte Sarrazin jedoch, weil er durch seine provokaten Thesen  die Auseinandersetzung mit dem Thema erschwere. Seine Äußerungen seien “inakzeptabel”, denn Sarazin mache  “ganze Gruppen in einer Gesellschaft verächtlich”.

Die FAZ kommentierte: “Dieses Buch hat nicht Thilo Sarrazin verfasst. Es wurde von einer Politik geschrieben, die seit Generationen nicht mehr in Generationen denkt, sondern in Monaten. Sarrazin ist lediglich der Ghostwriter der Gespenster, die uns jetzt heimsuchen. Umso erstaunlicher die Vorabrezension der Bundeskanzlerin, die das Buch wahrscheinlich nicht sehr konzentriert gelesen hat. Sarrazins Buch sei „nicht sehr hilfreich“ bei der Integrationsdebatte, ließ sie über ihren Regierungssprecher mitteilen. Sie ist damit, wie auch der inexistente neue Bundespräsident, im Begriff, die Spaltung der Gesellschaft zu befördern. Jeder, der Sarrazins Buch gelesen hat, weiß, dass er gut begründet, warum die Politik bisher nicht hilfreich war.” Das Buch Sarrazins sei ” hilfreich, um wirklich zu verstehen, was auf dem Spiel steht”, so die FAZ.

2 Gedanken zu “Sarrazin stellt kontroverses Buch in Berlin vor

  1. Pingback: Sarrazin hält an Thesen fest – sueddeutsche.de | Chatten Berlin

  2. Und die kostenlose Werbung für das Buch von Sarrazin geht weiter. Wer den ganzen Tag die Schlagzeilen beherrscht, dem sind Mega Verkaufszahlen sicher. Jetzt bleibt mal abzuwarten ob der Gabriel ihn aus der SPD wird und die Merkel aus der Bundesbank. Ich glaube, wenn das Thema in ein paar Tagen durchgekaut ist, verlauft sich das bis zum nächsten Buch von Sarrazin im Sande.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>