Sarrazin: SPD-Chef Gabriel rudert zurück

GiNN-BerlinKontor.-–”Ein Volk steht auf – ein Sturm bricht los”, schrieb Karl Theodor Körner vor 200 Jahren nieder.  Damit hatte die SPD-Propaganda-Abteilung im Willy Brandt Haus nicht gerechnet. Nach der vollmundigen Anti-Sarrazin-Agitation wurde die SPD-Führung mit Anrufen, E-Mails und Briefen bombardiert, die ein Parteiausschlussverfahren gegen den Genossen Sarrazin scharf kritisieren.  SPD-Chef Sigmar GABRIEL musste in BILD (01.09.) zugeben, dass die SPD-Zentrale in Berlin  in Zuschriften und Anrufen gefragt werde, “ob das (Parteiauschussverfahren) denn nötig ist”.  Man müsse den SPD-Mitgliedern und Wählern nun erklären, dass es nicht um Sarrazins Kritik an der deutschen Integrationspolitik gehe, sondern um  “sein fatales menschenverachtendes Menschenbild”. Das alles sei den Wählern und der SPD-Basis  “nicht leicht zu vermitteln”, stöhnt jetzt Gabriel.  Namhafte Rundfunk- und Fernsehstattionen hatten nämlich zuvor  ihre Konsumenten (“Wir sind das Volk!”) gefragt, wie sie zu den provokanten Thesen  Sarrazin stehen. Die eindeutige Antwort: 90 % und mehr gaben Sarrazins in großen Teilen seiner Beschreibungen in dem Buch “Deutschland schafft sich ab” recht. Das Buch ist jetzt schon ein  Rekord-Bestseller.  Auch diese offenbar nur für die Linken überraschenden Pro-Sarrazin-Umfragen führten offensichtlich zum “Umdenken” in den Partei-Zentralen.

SPD-Chef Sigmar GABRIEL  (“Sarrazin verstößt gegen sozialdemokratische Grundwerte und gegen das SPD-Menschenbild”) musste sichtlich überrascht und verwundert zur Kenntnis nehmen, dass er seine Partei und Genossen  mal wieder voreilig in die falsche Richtung gedrängt hatte. Nicht nur in der breiten deutschen Öffentlichkeit , sondern auch in der SPD-Basis wächst der Widerstand gegen ein Parteiausschlussverfahren gegen den Genossen Thilo Sarrazin. Der “rechte” Seeheimer Kreis der SPD im Bundestag warnte davor, den ehemaligen Berliner Finanzsenator und das jetzigen Vorstandsmitglied der Bundesbank ‘rauszuwerfen: “Ich bin gegen ein  Ausschlussverfahren”, sagte der Chef der Gruppe,   Johannes KAHRS (SPD), dem Berliner TAGESSPIEGEL. Man dürfe  aus Sarrazin “keinen  Märtyrer Sarrazin machen”. Der Bundestag müsse vielmehr eine breite Diskussion über den Stand der Integration von Migranten führen – “insbesondere über die Fehler und Versäumnisse im Bildungsbereich” müsse  gesprochen werden, so Kahrs.. Auch der SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz BUSCHKOWSKY, stellte sich gegen einen Parteiausschluss Sarrazins. Eine Volkspartei müsse “unbequeme, ärgerliche und störende Diskussionen aushalten”.

Sarrazin hatte mit Äußerungen zur angeblichen Integrationsunwilligkeit und  “vererbten Dummheit von Muslimen” große Empörung ausgelöst. Juden attestierte Sarrazin dann auch noch in einem Interview  ein “bestimmtes Gen”, das sie von allen anderen Gruppen unterscheide.  Gabriel und seine Generalsekretärin Nahles hatten Sarrazin daraufhin mehrfach öffentlich aufgefordert, die Partei sofort zu verlassen. Sarrazin agiere mit “sprachlich gewalttätigen Aussagen”.   “Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht…..Pfui über dich Buben hinter dem Ofen”, frei nach dem Dichter Karl Theodor Körner.

Die SPD-Generalsekretärin Andrea NAHLES empörte sich: “Sarrazin ist ein unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose – das allein wäre noch nicht bemerkenswert, aber er missbraucht den Namen der SPD.”  Die SPD-GS’in wörtlich:  “Wer einzelne Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich macht und gegeneinander aufbringt, treibt ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen und hat mit den Werten und Überzeugungen der SPD rein gar nichts mehr zu tun.”  Die Reaktion an der Parteibasis:  Viele SPD-Genossen warnten die Parteispiitze vor einem erneuten Partei-Exodus – und angesichts der nächsten Landstagswahlen in fünf Bundesländern auf die Gefahr, noch mehr Wähler und Genossen zu verlieren.

Nun rudert SPD-Gabriel zurück. Kleinlaut sagte der SPD-Chef der BILD (01.09.),  es wäre ihm lieber, wenn sich Sarrazin von seinen “kruden Thesen distanzieren” würde. Man werde Sarrazin vor den möglichen Parteiausschuss laden und ihm  “erneut die Chance geben, sich zu korrigieren und sich für seine Äußerungen zu entschuldigen”.  Er habe als Parteivorsitzender  “ursprünglich Sarrazin zu einer Debatte über sein Buch ins Willy Brandt Haus einladen” wollen. Dann aber habe er sich  “verrannt”. Sarrazin dürfe jedoch “sagen und denken was er will” – nur nicht als SPD-Mitglied, so Gabriel in BILD. Mit seiner Kritik an Parallelgesellschaften und Abschottung mancher Bevölkerungsgruppen und an Hasspredigern” habe Sarrazin ja recht.   Zuvor hatte Gabriel und seine Führungsgenossen Sarrazin mehrfach unterstellt, er sei “rassistisch” und agiere  in der “Nähe zu nationalsozialistischen Theorien”.

Sarrazin hatte gekontert,  er werde in der SPD bleiben und empfahl erneut allen Kritikern, zunächst einmal sein Buch zu lesen. “Es wird dort nichts zu finden sein, was einen Parteiausschluss rechtfertigt”, so Sarrazin. Auch sehe er keinen Anlass, aus dem Bundesbankvorstand zurückzutreten.  Sarrzin fügte blauäugig hinzu: “Ich sehe mich durch die Meinungsfreiheit in Deutschland gedeckt.”

Zur Erinnerung: Vom europäischen Aufklärer VOLTAIRE  sind die Worte überliefert: “Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.”

BILD kommentierte: “Thilo Sarrazin hat seine Finger gleich in mehrere Wunden gelegt – und eine breite Mehrheit der Deutschen stimmt ihm zu. Mit Zahlen, Daten, Fakten belegt er, wie Multikulti gescheitert ist. Dass die üblichen Spezialisten für öffentliche Empörung aufheulen, war zu erwarten.”

6 Gedanken zu “Sarrazin: SPD-Chef Gabriel rudert zurück

  1. Wie man im Spiegel lesen kann, ist das Buch von Sarrazin nicht nur verkaufsmässig ein Hammer, sondern es fördert auch Parteieintritte von islamfeindlichen Parteien. Vielleicht denken jetzt mal die Kritiker nach, wem sie mit ihrem Aufschrei eigentlich helfen. Den Verkaufszahlen des Buches und den islamfeindlichen Parteien. Manchmal, und das betrifft jetzt nicht nur Sarrazin, sondern auch die Kritiker, ist Schweigen besser als Reden.

  2. Eben warf Herr Dreßler im “Hart aber Fair”-Talk Herrn Sarrazin vor,
    dass sein Buch kontraproduktiv sei. Ich möchte anmerken, dass
    ohne dieses Buch, all das hier, gar nicht möglich wäre.

    Für mich sieht es so aus, als hätte dieses Buch tatsächlich den
    ersten Schritt zur Rettung, Reinkarnation, nein besser, zur
    Reformation der Demokratie getan.

    Denn, werter Herr Dreßler, ohne dieses Buch, würden Sie doch
    gar nicht bei “Hart aber Fair” sitzen und zugeben, dass fahrlässig
    gehandelt wurde. Und ohne dieses Buch, wäre den Blinden nicht
    aufgefallen dass die Medien Anhängsel der Politik sind, und die
    Politik… Die Politik mit Demokratie kaum noch etwas am (brennenden) Hut hat.

  3. Sarrazin….

    Da ist eine Superbombe in den übel stinkenden Misthaufen der verlogenen „politischen Korrektheit“ eingeschlagen!
    Dieser Einschlag wird wohl für eine nachhaltige Durchlüftung und damit für eine hoffentlich baldige Verwesung dieses volksverdummenden Propagandakonglomerats sorgen!

    …verdienstvoll und erfreulich!

  4. ich verstehe Herrn Gabriel nicht mehr Herrn sarrasin aus der SPD aus zu schließen als SPD Wähler sage ich der Mann hat Recht wenn ich sehe in meiner alten Heimat Berlin das ganze Viertel kein Deutscher mehr lebt nur noch ausländisch gesprochen wird dort dann kann etwas nicht mehr in Ordnung sein Schade das die SPD so darauf reagiert hätte ich nicht von dieser Partei gedacht
    helga Scherer

  5. Kann doch nicht wahr sein?
    Wo ist der gesunde Menschenverstand der SPD geblieben, wenn je vorhanden? Rein in die Kartoffeln, wenn es nicht paßte, wieder raus:)
    Die SPD will Entlassung Sarrazin prüfen lassen!
    Irgendwie ist der Oberlehrer Gabriel so überflüssig wie Wasser!!!
    Wolf-Dieter

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