Saddam Hussein am 30.12.06 hingerichtet – Merkel nach USA

GiNN-BerlinKontor.—Iraks Ex-Diktator Saddam HUSSEIN (69) ist am 30. Dezember 2006 um 4.00 Uhr MEZ (6.00 Ortszeit) durch den Strang hingerichtet worden. Seine angeblich letzten Worte: “Palästina bleibt arabisch” – was als Aufforderung gewertet wird, den “Kampf gegen Israel fortzusetzen”.  Die Hinrichtung wurde durch Fotos und Videos dokumentiert.   In Libyen wurden die Staatsflaggen auf Halbmast gehißt.  Am Tag des Todes von Saddam Hussein fiel der 3000. US-Soldat im Irak-Krieg. What for?

Der Exekutierte wurde in das Büro des Ministerpräsidenten Nuri AL MAILIKI verbracht. Al Maliki erklärte, die Todesstrafe für Saddam Husseins sei eine “starke Lektion” für alle Staatenführer, die Verbrechen gegen ihr eigenes Volk verübten. Er fügte hinzu: “Wir lehnen es ab, den Hingerichteten als Vertreter irgendeiner Religionsgruppe im Irak zu betrachten, weil dieser Tyrann nur seine böse Seele repräsentierte.”

Saddam Hussein – mit volllem Namen Ṣaddām Ḥusain ʿAbd al-Maǧīd al-Tikrītī – wurde am 28. 04. 1937 in al-Udscha bei Tikrit geboren. In seiner Geburststadt Tikrit wird er am 31.01.20007 beigesetzt.

Saddam Hussein war in einem Schauprozess um ein Massaker 1982 in der Ortschaft Dudschail zum Tode verurteilt worden. Dort wurden auf seinen Befehl hin 148 Schiiten getötet. Ein Berufungsgericht hatte das Todesurteil am 26.12. bestätigt. Saddam Hussein musste sich in einem zweiten Verfahren wegen der “Operation Anfal” verantworten, bei der laut Anklage 1987 und 1988 mehr als 180.000 Kurden liquidiert worden waren. In diesem Prozess kam es jedoch noch zu keinem Urteilsspruch.

Saddam Hussein – irakischer Staatspräsident von 1979 bis 2003 – war bereits 1960 schon einmal “in Abwesenheit” zum Tode verurteilt worden. Damals hatte er ein Attentat auf den Premierminister Quasim angeführt und war anschließend über Syrien nach Ägypten geflüchtet.

Mowaffak AL-RUBAIE, Iraks Sicherheitsberater, sagte nach der Hinrichtung: “Wir waren überrascht, wie ruhig und gefasst Hussein war. Er gab sich seinem Schicksal hin.”

US-Präsident George W. BUSH sagte in einem kurzen Statement in Crawford/Texas: “Saddam Hussein wurde hingerichtet. Er hatte einen fairen Prozeß – ein gerichtliches Verfahren, das er während seiner brutalen Herrschaft seinen Opfern versagte. Er wurde hingerichtet am Ende eines sehr schwierigen Jahres – für das irakische Volk und für unsere Soldaten.” Sein Tod – so Bush – bedeute jedoch nicht das Ende der Gewalttätigkeiten im Irak, aber er sei ” ein wichtiger Meilenstein für den Kampf der Iraker für einen demokratischen Staat, den die Iraker selbst regieren, erhalten und verteidigen können”.

O-Ton Bush: “”Today, Saddam Hussein was executed after receiving a fair trial — the kind of justice he denied the victims of his brutal regime. … Saddam Hussein’s execution comes at the end of a difficult year for the Iraqi people and for our troops. Bringing Saddam Hussein to justice will not end the violence in Iraq, but it is an important milestone on Iraq’s course to becoming a democracy that can govern, sustain, and defend itself, and be an ally in the War on Terror.”

US-Präsident George W. BUSH hat immer wieder kategorisch verneint, dass er den Krieg im Irak gewollt habe. “Das ist eine glatte Lüge!” Kein amerikanischer Präsident wünsche sich Krieg. Eine solche Behauptung sei einfach nicht wahr. Die Terrorangriffe auf Amerika am 11. September 2001 habe jedoch seinen Verteidigungswillen geschärft: “Ich habe mir an diesem Tag geschworen, alle meine Optionen einzusetzen, um das amerikanische Volk zu schützen.” Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten habe sich an diesem Tag geändert. Bis dahin habe man sich sicher gefühlt -”geschützt durch die Meere und unsere Diplomatie”, sagte der US-Präsident. Am Tag der terroristischen Angriffe hätten die Amerikaner aber erkennen müssen, dass “diese Mörder unschuldige Leben zerstören können”

Bush: “Ich werde dies nie vergessen. Und ich werde nie meinen Schwur vergessen, den ich dem amerikanischen Volk geleistet habe: dass wir alles in unserer Macht stehende anwenden werden, “um unser Volk zu schützen.” Dazu gehöre auch, dass die US-Regierung es niemanden gestatten werde, “dem Feind einen sicheren Hafen zu verschaffen”. Aus diesem Grund sei er “in den Irak und nach Afghanistan gegangen”.
In dem Saddam Hussein-Regime habe er eine ernste Bedrohung des Weltfriedens gesehen, sagte Bush in einem Journalistengespräch. Zunächst habe er gehofft, man könne das Problem diplomatisch lösen. Der Weltsicherheitsrat habe auch einmütig die Resolution 1441 verabschiedet, die Saddam Hussein eindeutig gewarnt habe. “Die Welt” habe damals gesagt: “Rüste ab und lege offen, was Du hast – oder Du mußt mit folgenschweren Konsequenzen rechnen”. Diese Botschaft der Welt habe der Diktator nicht verstehen wollen und habe auch noch die Waffeninspekteure an ihrer Kontrolle gehindert. Als Präsident habe er folglich die schwere Entscheidung treffen müssen, Saddam Hussein zu entfernen. “Dies haben wir getan und seitdem ist die Welt sicherer geworden”, so der US-Präsident Bush.
Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) erklärte in Berlin nach der Hinrichtung des irakischen Diktators in Bagdad, ihre Regierung “respektiere” das Urteil, kritisiere jedoch die Hinrichtung, weil Deutschland “grundsätzlich” gegen die Todesstrafe sei.

Merkel wird am 4. Januar 2007 auf Einladung von Präsident George W. BUSH zu einem Arbeitsbesuch nach Washington D.C. reisen. Im Weißen Haus sind Gespräche, eine gemeinsame Pressebegegnung sowie ein anschließendes Abendessen vorgesehen. Im Mittelpunkt des Treffens sollen “aktuelle internationale Fragen, insbesondere die weitere Stabilisierung Afghanistans, die Wiederbelebung des Friedensprozesses im Nahen Osten, die Lage im Irak und das iranische Nuklearprogramm” stehen.

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