Raketenabwehr: USA lehnen Putins Mitnutzungsangebot ab

GiNN-BerlinKontor.—Der Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir PUTIN, Russlands Anti-Raketen-Radarstation in Gabala/Aserbaidschan als Alternative zu dem geplanten US-Raketenschild in Osteuropa “mitzunutzen”, ist vom Leiter der US-amerikanischen Raketenabwehr-Behörde (MDA), Generalleutnant Henry A. OBERING, zurückgewiesen worden. Der Chef der US-Missile Defense Agency sagte in Huntsville vor Journalisten, die Radarstation Gabala in der ehemaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan sei “viel zu nah am Iran”.


Das sei so, “wie wenn ein Auto auf der Autobahn auf Sie zurast -. Sie können es sehen, aber Sie haben keine Zeit mehr zu reagieren.” Daher könne das russische Angebot nur “in Ergänzung” zu dem geplanten US-Raketenschild in Polen und Tschechien genutzt werden, so Obering. Es würden jedoch weiterhin über den russischen Vorschlag Gespräche geführt, sagte der MDA-Chef weiter. Die Kombination eines US-Radarsystems und einer russischen Anlage “wäre sehr nützlich bezüglich unserer Möglichkeiten der Zusammenarbeit”.

Die USA planen, Abfang-Raketen und ein Radar-System in Polen und in Tschechien zu stationieren, um damit eventuelle Angriffe aus dem Iran oder Nordkorea abzuwehren. Die Russische Föderation betrachtet dies als Bedrohung der eigenen Sicherheit. Putin hatte während seines letzten USA-Besuchs dem US-Präsidenten George W. BUSH die Errichtung einer gemeinsamen Raketenabwehr vorgeschlagen und Aserbaidschan ins Gespräch gebracht. Washington D.C. begrüßte zunächst den Vorschlag, vermied aber bisher eine klarere Stellungnahme.

Die russischen, militärischen Radar-Systeme in Gabala waren bereits zu UdSSR-Zeiten (1985) als Teil des sowjetischen Frühwarnsystems installiert worden. Die Anlage soll eine Reichweite von 6000 Kilometern haben und angeblich in der Lage sein, Raketenstarts über den Weltraum in Indien, Pakistan, Iran, Türkei, Irak und sogar in China und Korea zu überwachen und zu registrieren.

Nach der Unabhängigkeit Aserbaidschan von Russland im Jahr 1991 blieben die russischen Raketeneinheiten im Land und ignorierten die Proteste der aserbaidschanische Regierung. Erst 2002 wurde ein formeller Vertrag über die Nutzung der Radaranlage für die Dauer von 10 Jahren abgeschlossen.

Am 10. Juli 2007  veranstaltete das  deutsche Auswärtige Amt und das Außenministerium Aserbaidschans in Baku ein Energieforum zum Thema  “Erdgas und Erdöl im kaspischen Raum, Energie-Effizienz bei der Nutzung traditioneller Energieträger und erneuerbare Energien sein”.

Nach Auffassung der Regierung in Berlin hat  Aserbaidschan   “das Potential, eine wichtige Drehscheibenfunktion für Energielieferungen aus Zentralasien und dem kaspischen Raum nach Europa zu übernehmen”.  Eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Aserbaidschan trage somit zur  “Erhöhung der deutschen und europäischen Energiesicherheit”  bei. Seit seiner Unabhängigkeit setzt Aserbaidschan im Energiesektor auf internationale Investoren.

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