Quecksilber in Umwelt

GiNN-BerlinKontor.–-Das Motto des United States Geological Survey=USGS lautet “Sience for a Changing World” (“Wissenschaft für eine sich verändernde Welt‘). Zu den Projekten des USGS gehören Untersuchungen an der San-Andreas-Verwerfung. Insbesondere Vermessungen im kalifornischen Parkfield, das 1857 das Epizentrum des Fort Tejon-Erdbebens war, sollen dazu beitragen, die Vorhersage von Erdbeben zu verbessern.

Wir veröffentlichen einen Text aus dem US-journal EJ über die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der durch den Menschen verursachten Ablagerung von Quecksilber in der Umwelt vom 30. September 2013. “EJ” steht für Environmental Justice=Umweltgerechtigkeit. Zum Thema “Globaler Klimawandel erhöht Quecksilberkonzentration in der Umwelt” schrieb Charlene PORTER.

Neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge könnte der weltweite Klimawandel eine steigende Konzentration von Quecksilber in der Umwelt zur Folge haben. Dieser weiteren negativen Entwicklung neben dem Temperaturanstieg sind Forscher auf die Spur gekommen.

Quecksilber ist ein Element, das in Erzlagerstätten auf der ganzen Welt nachgewiesen werden kann und hochgiftig für alle Lebensformen ist. Es kommt natürlich vor, wird aber auch durch den Abbau von Gold und die Verbrennung von Kohle freigesetzt und an die Umwelt abgegeben. Diese Emissionen landen letztendlich im Meer und im Erdboden, von wo aus sie in die Nahrungskette übergehen können.

Einem wissenschaftlichen Artikel von Forschern des U. S. Geological Survey (USGS) und der Harvard-Universität zufolge ist zu erwarten, dass sich verschiedene Faktoren des Klimawandels auf die weltweite Quecksilberkonzentration auswirken werden.

„Studien wie diese helfen uns, die Wirkung verschiedener Einflüsse auf die Umwelt zu verstehen“, erklärt Suzette Kimball, Leiterin des USGS. „Wir beginnen gerade erst zu verstehen, welche unterschiedlichen Folgen der Klimawandel hat und wie unterschiedliche Umweltaspekte zusammenhängen.“

Den meisten Vorhersagen über den Klimawandel zufolge wird es mehr Stürme geben, was wiederum zu verstärkter Bodenerosion führen wird; dadurch wird im Boden gespeichertes Quecksilber an Bäche, Flüsse und noch darüber hinaus abgegeben werden, so eine Presseerklärung des USGS zu diesem Artikel.

Häufigere und heftigere Waldbrände sind eine weitere zu erwartende Folge des Klimawandels. Auch dadurch wird im Boden abgelagertes Quecksilber wahrscheinlich freigesetzt und weitergegeben.

Die Forschungsarbeit untersucht „die Schnittfläche des komplexen Verhaltens von Quecksilber in der Umwelt und der unzähligen Aspekte des Klimawandels“, so USGS-Forscher David Krabbenhoft, leitender Autor des Artikels, der im Magazin Science erschien. „Obwohl Quecksilber in den letzten Jahrzehnten immer mehr erforscht wurde, bleibt es eine große Herausforderung für die Wissenschaft, Ressourcenverwaltern und Entscheidungsträgern zuverlässige Informationen zu solchen komplexen Themen zu vermitteln.“

Das „komplexe Verhalten“ von Menschen ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor bei der Berechnung zukünftiger Quecksilber-Emissionen. Aktuell werden vom Menschen jährlich etwa 2.000 Tonnen Quecksilber freigesetzt, aber es gibt zahlreiche Initiativen aus unterschiedlichen Bereichen, die das Ziel haben, diesen Ausstoß zu verringern.

Die US-Umweltschutzbehörde beispielsweise hat am 20. September strengere Richtlinien für den Emissionsausstoß von noch zu bauenden Kohlekraftwerken angekündigt. Diese Kraftwerke gehören in den Vereinigten Staaten zu den gravierendsten Verursachern und den größten Quellen von Treibhausgasen, die zum Klimawandel beitragen. Die neuen Standards würden sicherstellen, dass die Kraftwerke der Zukunft mit sauberen, emissionsarmen Technologien gebaut werden.

Das Forschungsteam von USGS und Harvard hat berechnet, dass die Freisetzung von Quecksilber durch den Menschen bis 2050 um 800 Tonnen jährlich sinken könnte, wenn die heute vorgeschlagenen, strengen Regelungen in Kraft träten. Wenn nichts unternommen wird und die Emissionen weiter so steigen wie bisher, rechnen die Forscher damit, dass der Ausstoß von Quecksilber bis zum Jahr 2050 auf 3.400 Tonnen jährlich ansteigen wird.

Bodenproben haben ergeben, dass durch menschliche Aktivitäten schon lange Quecksilber freigesetzt wird. Seit der industriellen Revolution, während der etwa 130 Jahre, in denen Kohle verbrannt wurde, haben Bodenaufzeichnungen einen drei- bis fünffachen Anstieg der Quecksilberablagerungen in der Atmosphäre ergeben.

Aus der Presseerklärung des USGS geht hervor, dass die Quecksilberablagerungen im Boden seit der griechischen Antike und dem alten Rom um das Sieben- bis Zehnfache zugenommen haben.

Aufgrund des in den letzten Jahren gestiegenen Goldpreises entwickelt sich der Abbau des kostbaren Metalls langsam zur Hauptursache der durch Menschen verursachten Quecksilberemissionen. Quecksilber löst das Gold vom Stein; die dafür angewendeten Fördermethoden setzen Bergarbeiter und Umwelt oft giftigen Mengen des Elements aus, so der USGS.

Die internationale Gemeinschaft machte im Januar 2013 einen ersten Schritt zur Begrenzung von Quecksilberemissionen, als mehr als 140 Staaten die Minamata-Quecksilberkonvention annahmen. Dieser Vertrag soll bei einer diplomatischen Konferenz in Japan im Oktober unterzeichnet werden. Die Verhandlungen zum Vertrag begannen im Jahr 2010.Die Wissenschaftler des USGS untersuchen die Landschaften der USA und auch anderer Nationen, ihre Ressourcen und die Naturkatastrophen, die sie bedrohen. eit seiner Gründung am 3. März 1879 ist der USGS eine unabhängige Forschungsorganisation ohne Regulierungsverantwortlichkeiten. Von 1962 an beteiligt sich der USGS sowohl an der Erforschung als auch der Erstellung von Karten der Erde, des Mondes und der Planeten.
Der USGS ist die einzige wissenschaftliche Behörde des US-Innenministeriums und beschäftigt 8.670 Mitarbeiter (2009). Der Hauptsitz befindet sich in Reston (Virginia), weitere Büros existieren in Denver, Colorado und in Menlo Park, Kalifornien. er USGS ist Mitglied der Internationalen Charta für Weltraum und Naturkatast  (Quelle: amerikadienst.unembassy.de)

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