Putin will zurück zu G8

GiNN-BerlinKontor.—Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir W. PUTIN, hat in einem Exklusiv-Interview mit BILD (11./12.01.) erklärt, er würde “gern wieder mit der NATO zusammenarbeiten”. Gründe und Gelegenheiten gäbe es genug. Nicht Moskau habe diese Zusammenarbeit eingefroren. Russland sei zudem  “jederzeit” bereit, wieder an G-8-Treffen teilzunehmen, und in dem  Kreis der führenden Industrienationen weiterzuarbeiten.  Es sei  “wie im richtigen Leben: Eine glückliche Liebe ist nur eine, die erwidert wird. Wenn man nicht mit uns zusammenarbeiten will, na bitte, dann eben nicht.“
Putin behauptete, Russland beanspruche  n i c h t   die  Rolle einer Supermacht. Dies sei  “viel zu teuer und unnötig”. Der Kremlchef wies jedoch nachdrücklich darauf hin, dass “Russland weiterhin eine der führenden Wirtschaftsnationen der Welt” sei. Wenn es aber um den Begriff ,Regionalmacht‘ gehe – so Putin – empfehle er einen Blick auf die Weltkarte: “Im Westen ist unsere Region Europa. In der östlichen Region sind Japan und die USA mit Alaska unsere Nachbarn. In der nördlichen Region haben wir über den arktischen Ozean eine Grenze zu Kanada.” Und er fügtze hinzu: “Wer die Bedeutung Russlands in der Welt trotzdem herabsetzen will, der will in Wahrheit nur sich und sein eigenes Land erhöhen. Das ist ein Fehler.“
Zum Krieg in Syrien/Irak sagte Putin den BILD-Redakteuren Kai Diekmann und Nikolaus Blome,   er hoffe sehr, dass solche Ereignisse nicht zu großen militärischen Konflikten auswachsen würden. Jeder müsse  jedoch wissen, dass “Russland sich widersetzen wird, wenn  Interessen und seine Sicherheit bedroht sind.”
Auf die BILD-Frage, ob er ein “Verbündeter” des syrischen  Präsidenten Baschar Hafiz AL-ASSAD sei, antwortete Putin: „Das ist eine heikle Frage. Auch ich bin der Meinung, dass Präsident Assad viel falsch gemacht hat im Laufe dieses Konfliktes. Aber dieser Konflikt hätte niemals eine solche Größe gewonnen, wenn er nicht von außerhalb Syriens befeuert würde – mit Waffen, Geld und Kämpfern. Wer hat das zu verantworten? Die Regierung Assad, die versucht, das Land zusammenzuhalten? Oder die Rebellen, die es auseinanderreißen wollen und diese Regierung bekämpfen?“
Putin unterstrich, er wolle nicht, dass Syrien so ende wie der Irak oder Libyen. Er lobte ausdrücklich Ägyptens Präsidenten Feldmarschall Abd al-Fattah Said Husain Chalil AL-SISI.  Dieser habe  “in einer Notsituation Verantwortung und die Macht übernommen, um das Land zu stabilisieren”. Auch in Syrien müsse man daher
“alles daransetzen, die legitimen Machthaber in Syrien zu stützen.”
Putin räumte jedoch ein, dass dies nicht bedeute, “dass alles beim Alten bleiben kann”. Nach einer Stabilsierung des Landes müsse dann  eine Verfassungsreform folgen und danach vorgezogene Präsidentschaftswahlen. Nur das syrische Volk könne entscheiden, wer das Land in Zukunft regieren soll, so Putin.
Zum Thema Demokratie in Russland philosophierte der Kremlchef: “Von ,Freiheit‘ sprechen die Mächtigen gern, um der Bevölkerung das Gehirn zu waschen. Demokratie bedeutet die Macht des Volkes und die Möglichkeit, auf die Regierenden einzuwirken. Russland hat genug Erfahrung mit einem Ein-Parteien-System gemacht, dorthin gehen wir nicht zurück. Wir werden unsere Demokratie weiterentwickeln und vervollkommnen: 77 Parteien sind inzwischen bei Parlamentswahlen zugelassen, die meisten Gouverneure werden direkt gewählt.“ (Quelle: BILD v. 11./12.01.15) 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>