PUTIN: Ukraine nicht nächstes Ziel Moskaus

GiNN-BerlinKontor.—Russlands Ministerpräsident Wladimir PUTIN hat bestritten, dass die Russische Föderation nach der Invasion Georgiens und der Annexion von Abchasien und Südossetien “in Isolation geraten” sei. Sein Land habe lediglich die “Würde und den Stolz” ihrer Bürger verteidigt und ein Land, das “die außenpolitischen Verpflichtungen im Rahmen der Friedensstiftung erfüllen kann”, werde nicht in Isolation geraten, sagte Putin dem ARD-Moskau-Korrespondenten Thomas ROTH. “Mit Europa und den USA endet die Welt nicht.”

Russland strebe im Kaukasus “keinerlei Verschiebungen an, keinerlei Spannungen” und wolle “keinerlei Territorien in Georgien”, behauptete der nach wie vor starke Mann im Kreml. Die Russen würden sich nun jedoch “in die Sicherheitszone zurückziehen”, um zu verhindern, dass dort die Möglichkeit eines neuen Konfliktes entstehe. “Und dann begrüßen wir die Teilnahme von Beobachtern der EU, der OSZE und natürlich auch Deutschlands.”

Zu möglichen EU-Sanktionen gegen Moskau sagte Putin, er hoffe, dass “der gesunde Menschenverstand” triumphieren werde, “und wir glauben, dass eine nicht politisierte, sondern objektive Einschätzung der Ereignisse gegeben wird. Wir hoffen auch, dass die Aktionen der russischen Friedensstifter unterstützt werden und die Aktionen der georgischen Seite – dieser Verbrecher – sanktioniert werden.”

Zur Krisenanalyse, dass nicht Südossetien das eigentliche Kriegsziel der Russen gewesen sei, sondern der Sturz des georgischenStaatspräsidenten Micheil SAAKASCHWILI, sagte Putin, das sei “eine Lüge und eine Verdrehung der Tatsachen”. Den Konflikt hätte Georgien begonnen. Putin: “Nach der nicht legitimen Anerkennung des Kosovo haben alle erwartet, dass wir Südossetien und Abchasien anerkennen. Alle haben darauf gewartet und wir hatten ein moralisches Recht darauf. Wir haben uns zurückgehalten. Ja, mehr noch, wir haben das geschluckt. Und was haben wir bekommen? Eine Eskalation des Konfliktes.”

Putin dementierte heftig, dass “das nächste Ziel Moskaus die Ukraine, die Krim” sein könnte. Die Krim sei “kein kritisches Territorium”, so Putin, denn dort gebe es “keinen ethnischen Konflikt”. Russland habe die Grenzen der heutigen Ukraine längst anerkannt. Putin räumte jedoch ein, dass mit der Ukraine noch über “Demarkationsangelegenheiten” verhandelt werde. So gebe es innerhalb der Krim “komplizierte Prozesse, Krim-Tataren, ukrainische Bevölkerung, russische Bevölkerung, also slavische Bevölkerung”. Das aber sei ein “internes Problem der Ukraine.”

Moskau könne sich auch gegen “andere Ziele” wie die Krim, die Ukraine und Moldawien geben, hatte Frankreichs Außenminister Bernard KOUCHMER in Paris erklärt.  Der britische Außenminister David MILIBAND warnte Russland davor, einen neuen Kalten Krieg auszulösen.  Georgien rief seinen Botschafter aus Moskau zurück.

Putin unterstrich, dass die Beziehungen zu Deutschland “sehr gut” seien. Es seien “vertrauensvolle Beziehungen, sowohl politische als auch ökonomische.”

Ein Gedanke zu “PUTIN: Ukraine nicht nächstes Ziel Moskaus

  1. Werte Damen und Herren der ARD,
    liebe Mitbürgerinnen und -bürger,

    helle Empörung geht um in unserem ansonsten recht tranigen Vaterland!
    War das ein ‘Interview’?
    War das Zensur?
    War das Gefälligkeitsjournalismus?
    Oder einfach Hofberichterstattung?

    Fragen über Fragen, die ausführlich von kompetenten Leuten hier diskutiert worden sind.
    Der Tenor der Einschätzungen kann für die öffentlich-rechtlichen Medien nur als total verheerend bezeichnet werden.

    Deshalb erübrigen sich weitere Ausführungen zum Fall Roth. Einige grundsätzliche Anmerkungen jedoch sind gleichwohl geboten.

    Wenn man demoskopischen Erhebungen glauben darf, so haben Politiker (ganz unten) neben Journalisten das schlechteste Standing bei der Bevölkerung. Das heißt, dass die Bevölkerung durchaus nicht grundsätzlich mit der Arbeit der Medien einverstanden ist und Ungereimtheiten selbstverständlich zu registrieren weiß.

    Die Medien sollten das Schweigen der Mehrheit nicht als Zustimmung missdeuten. Auch die Mehrheit ist des Denkens fähig.
    Die Mehrheit ist mit Politik und Medien schlicht und einfach unzufrieden!

    Politik und Medien fallen über einen Menschen her, den sie als “Florida-Rolf” gebrandmarkt haben, aber von weiteren ‘Liechenstein-Nikoläusen’ hört man nichts.
    Für Ersteren wurden sogar Gesetze geändert, bei Letzteren wird geschwiegen.

    Welch eine beschämende Doppelmoral!

    Heute, wie regelmäßig, wird wieder von Preisabsprachen von Firmen in der Zeitung berichtet, wieder wird der Bürger geschädigt.

    Wieder wird der Bürger getäuscht und betrogen.
    Das ist die bittere Wirklichkeit in unserem Land.

    Und nun soll der georgische Aggressor auch noch wirtschaflich unterstützt werden?
    Das ist pure Unmoral!

    Wir sind das Volk.

    Nicht Frau Merkel.
    Oder die Medien.

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