GiNN-BerlinKontor.—Die Deutsche Post hat eine Minderheitsbeteiligung von 29,75 % an der POSTBANK zum Preis von € 2,79 Milliarden oder e 57,25 je Aktie an die DEUTSCHE BANK verkauft. Der Verkauf des Aktienpakets erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden im ersten Quartal 2009. Die Bundesregierung wird kein Veto einlegen, heißt es in Berlin. Den Preis für die Beteiligung bezahlt die Deutsche Bank in bar.
Zur Finanzierung plant die Deutsche Bank, eine Kapitalerhöhung von bis zu € 2,0 Milliarden durchzuführen, deren Zeitpunkt und konkrete Ausgestaltung von den Marktbedingungen abhängt.
Laut Deutsche Post ist der Verkaufserlös ein zentraler Bestandteil in ihren Überlegungen zur Ausschüttung an die Aktionäre, worüber noch in diesem Jahr entschieden werden soll.
Zusätzlich zu der Minderheitsbeteiligung erhält die Deutsche Bank von der Deutschen Post die Option, ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 % an der Postbank für € 55,00 je Aktie zu erwerben.
Diese Option kann zwischen 12 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Erwerbs der Beteiligung von 29,75 % ausgeübt werden. Zudem räumt die Deutsche Post der Deutschen Bank ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien an der Postbank ein.
Gleichzeitig erhält die Deutsche Post eine Verkaufsoption: Sie kann den verbleibenden Anteil an der Postbank von 20,25 % plus einer Aktie zum Preis von € 42,80 je Aktie an die Deutsche Bank veräußern.
Diese Option kann sie zwischen 21 und 36 Monaten nach dem Abschluss des Verkaufs der Minderheitsbeteiligung an die Deutsche Bank ausüben. Die Deutsche Bank kann den Anteilserwerb aus beiden Optionen ganz oder teilweise in eigenen Aktien oder bar bezahlen.
Weiterhin haben Deutsche Bank mit ihren 14 Millionen Privat- und Geschäftskunden (davon 9,7 Millionen in Deutschland) und Postbank mit 14,5 Millionen Kunden in Deutschland vereinbart, in mehreren Bereichen zu kooperieren. Hierzu zählen der Vertrieb von Immobilienfinanzierungen und Investmentprodukten. In dieser Zusammenarbeit liegt für beide Partner ein beträchtliches Ertragspotential. Beide Banken werden kurzfristig Details hierzu erarbeiten.
Die Angebote von Deutscher Bank und Postbank, die zusammen genommen über das größte Filialnetz in Deutschland verfügen, ergänzen sich hervorragend und bieten attraktive Möglichkeiten zum gegenseitigen Vertrieb von Finanzprodukten. Unabhängig von der Beteiligung werden Deutsche Bank und Postbank ihr eigenes operatives Geschäft weiter stärken. Die Minderheitsbeteiligung der Deutschen Bank wird keine Auswirkungen auf Standorte, Arbeitsplätze und die Marke der Postbank haben.
Frank APPEL, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post World Net, sagte: “Diese Transaktion verschafft der Postbank Stabilität und hilft ihr dabei, ihre ambitionierten Wachstumsziele zu erreichen. Wir werden unsere Unterstützung dafür weiter fortsetzen.
Mit der Deutschen Bank haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, der Teile unserer Beteiligung an der Postbank zu einem passenden Zeitpunkt übernimmt. So können wir uns zukünftig noch stärker auf unsere weltweite Logistik-Kompetenz konzentrieren. Wir sind Weltmarktführer. Wir setzen jetzt auf organisches Wachstum, eine noch höhere Qualität und Kundenorientierung.”
Josef ACKERMANN, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank,erklärte: “Die Deutsche Bank hat sich zu attraktiven Konditionen an einer der führenden Privatkundenbanken in Deutschland beteiligt. Dies ist eine gute Finanzinvestition, stärkt unser eigenes Privatkundengeschäft und schafft Wert für unsere Aktionäre. Gleichzeitig eröffnet uns die Option, die Beteiligung an der Postbank in der Zukunft aufzustocken, zusätzliche langfristige Wachstumsmöglichkeiten.”
Wolfgang KLEIN, Vorstandsvorsitzender der Postbank, sagte: “Wir heißen die Deutsche Bank als neuen Großaktionär willkommen. Die Postbank mit ihrer einzigartigen Retail-Plattform ist der Schlüssel für profitables Wachstum im deutschen Privatkundenmarkt. Ich bin überzeugt, dass sowohl die Deutsche Bank als auch die Postbank im Rahmen der künftigen Kooperation von den jeweiligen Stärken des Anderen profitieren werden.”
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