Politik soll sich aus Bankensektor zurückziehen

GiNN-BerlinKontor.—Die Politik soll sich bis spätestens 2012  “aus dem Bankensektor konsequent zurückziehen und das Haftungsrisiko der Steuerzahlen minimieren”, fordert der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft  (INSM). Die stasatliche Bankenrettung infolge der Finanzkrise soll den Steuerzahler fast  € 52 Milliarden gekostet haben,  so eine Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Christoph KASERER (München), die im Auftrag der INSM  erstellt wurde.

80 % der Kosten – so die INSM-Analyse – würden durch die von Bund und Ländern kontrollierten Finanzinstitute verursacht – allein 2/3 durch Landesbanken. Das sei der Preis für “schlechte Kontrolle und jahrelange Tolerierung untauglicher Geschäftsmodelle durch die Politik” und zeige einmal mehr, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer sei. Kaserer regt an,  die Landesbanken umzustrukturieren und zu privatisieren. Die Anteile an HRE und Commerzbank sollten über die Börse oder an einen Finanzinvestor verkauft werden.

Kaserer empfiehlt zudem eine schnelle Veräußerung der staatlichen Bankanteile und weist darauf hin, dass die jetzt prognostizierten Zahlen für die Bankenrettung nur  “eine Schätzung sind und durchaus drastischer ausfallen könnten.”

Um die Soziale Marktwirtschaft zu erneuern und sie leistungsfähig zu halten, müsse jener Ballast abgeworfen werden, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, so Kaserer. Er empfiehlt dem Staat, sich stärker an den Gewinnen der geretteten Banken zu  beteiligen.  In den Vereinigten Staaten habe sich gezeigt, dass „es sich für den Staat auch lohnen kann“.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft arbeitet seit dem Jahr 2000 für marktwirtschaftliche Reformen in Deutschland. Die operative Zentrale der INSM hat ihren Sitz seit 2010 in Berlin. In der INSM  engagieren sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ehrenamtlich  für die “Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft”.

Christoph Kaserer (46) ist ein italienisch-deutscher Betriebswirtschaftler und seit 2002 Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität München. 1999 wurde er auf den Lehrstuhl für Finanzmanagement und Rechnungswesen der Université de Fribourg (Schweiz) berufen. Seit 2002 ist er Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre  an der TU München und leitet den Lehrstuhl für Finanzmanagement und Kapitalmärkte.

Kaserer forscht schwerpunktmäßig über Fragestellungen aus der empirischen Kapitalmarktforschung, der Unternehmensfinanzierung- und kontrolle, der Finanzintermediation sowie aus dem Bereich “Private Equity” und  “Venture Capital”.

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