Papst-Besuch: Ökumenischer Gottesdienst in Erfurt

GiNN-BerlinKontor.–-Eine Delegation der evangelischen Kirche unter Leitung des Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus SchNEIDER, traf am 23.09. zu einem Gespräch mit Papst BENDIKT XVI. im Augustinerkloster zu Erfurt zusammen. Im Anschluss an das Gespräch wurde ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Augustinerkirche gefeiert. Wie es heißt, soll Papst Benedikt XVI. der Forderung nach schnelleren Fortschritten in der Ökumene nicht gefolgt sein. Nach Angaben des Vatikans sagte der Papst den Vertretern der EKD,,  eine Annäherung der getrennten christlichen Kirchen könne “nicht in Form eines Kompromisses ausgehandelt” werden. Der Glaube der Christen beruhe “nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile. “Ein selbstgemachter Glaube ist wertlos. Der Glaube ist nicht etwas, was wir ausdenken und aushandeln.“ Das Notwendigste für die Ökumene sei  zunächst einmal, “dass wir nicht unter dem Säkularisierungsdruck die großen Gemeinsamkeiten fast unvermerkt verlieren, die uns überhaupt zu Christen machen und die uns als Gabe und Auftrag geblieben sind.”

Der Ratsvorsitzende Schneider erinnerte in seiner Ansprache daran, Reformator  Martin LUTHER im Jahre 1505 in den Augustiner-Eremitenorden aufgenommen wurde.  Schneider an die „getrennt gewachsenen Traditionen“ in den Konfessionen, die man  „nicht als Defizite“, sondern als „gemeinsame Gaben“  verstehen müsse. In Fortentwicklung einer „Ökumene der Profile“ sei es nun an der Zeit für eine „Ökumene der Gaben“, in der „der große Fortschritt“ gefeiert werde, dass wir als getrennte Kirchen „freundschaftlich verschieden“ sind.  So würden die beiden Konfessionen das Sakrament der Taufe wechselseitig anerkennen. „Menschen in die Kirche als dem Leib Christi einzugliedern, trauen wir einander zu und vertrauen wir einander an. Darauf können wir bauen und weitere konkrete Schritte zu mehr Gemeinsamkeit wagen“,.

Der Ratsvorsitzende regte an , „von 2000 Jahren gemeinsamer Kirchengeschichte zu sprechen“, denn auch nach 1517 seien beide Konfessionen als „Westliche Kirchen“ in besonderer Weise aufeinander bezogen gewesen – „im Guten und im Bösen, in heilsamem Wirken miteinander, aber auch in tödlicher Feindschaft gegeneinander“. Deshalb sei es, so Schneider, im Blick auf das bevorstehende Reformationsjubiläum 2017 an der Zeit, Erinnerungen an die „gegenseitigen Verletzungen in der Reformationszeit“ und der ihr folgenden Geschichte beider Kirchen „zu heilen und konkrete Wege der Aussöhnung“ zu gehen.

Schneider, der den Papast mit “„Bruder in Christus“  ansprach ein, den 31. Oktober 2017 als ein „Fest des Christusbekenntnisses“ zu verstehen und „mit den Kirchen der Reformation“ zu feiern, auf dass alle in ökumenischer Verbundenheit Christus bezeugten, „damit die Welt glaube“.

Im anschließenden ökumenischen Wortgottesdienst erinnerte die Präses der Synode der EKD, Katrin GÖRING-ECKARDT (MdB-Die Grünen), Papst Benedikt XVI. Martin Luthers Worte:  „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Er sei auch für die Christinnen und Christen in der DDR ein „kämpferisches, ein stärkendes Wort“ gewesen. Aus der Geschichte habe man lernen können: „Wenn man Mauern zu lange bewacht, Mauern aus Stein und Mauern aus Schweigen, dann brechen sie von innen auf, weil die Menschen von der Freiheit wissen.“ (Quelle: EKD)aktuell-Vatikan-media)

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